Keine Trinkkur mehr möglich: Der Trinkbrunnen in der Rotherma-Eingangshalle wird demontiert. Ohnehin sei die Nutzung in den letzten Jahren stark rückläufig gewesen, sagt Geschäftsführer Wolfram Zahnen im BNN-Gespräch. | Foto: Mandic

„Nur ein Becher am Tag“

Trinkbrunnen im Rotherma wird abgebaut

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Nur eine geringe Nachfrage, aber ein aufwendiges Antragsverfahren: Grund genug für die Rotherma-Geschäftsführung, den Trinkbrunnen in der Rotherma-Eingangshalle jetzt stillzulegen. Eine Trinkkur ist somit nicht mehr möglich. Dies gab die Pressestelle der Stadtverwaltung Gaggenau bekannt. Auf BNN-Nachfrage sagte Rotherma-Geschäftsführer Wolfram Zahnen ergänzend, dass die Anlage umgehend abgebaut werde. Der Aufsichtsrat der Kurgesellschaft habe den Überlegungen zugestimmt, so die Mitteilung.

Seit 2012 Reduzierung auf eine Quelle

Rückschau: Bis 2012 war in der Eingangshalle des Rotherma die Trinkkur für alle drei Heilquellen (Laurentiusquelle, Schanzenbergquelle und Elisabethenquelle) an speziellen Trinkbrunnen angeboten worden. Infolge geänderter Vorgaben 2012 musste zur Abgabe der Trinkkur eine neue amtliche Anerkennung beim Regierungspräsidium Karlsruhe beantragt werden.

„Wenn es eine Akzeptanz gehabt hätte, wäre ich der letzte, der mit der Tradition bricht.“

Aus Kostengründen entschied sich die Rotherma-Geschäftsführung 2012 dazu, nur noch für die historische Elisabethenquelle (aus dem Jahr 1839) das aufwendige Genehmigungsverfahren in die Wege zu leiten.

Befristung läuft aus

Das nachfolgende „Ja“ des Regierungspräsidiums war auf fünf Jahre befristet. Diese Befristung läuft jetzt aus. Generell würden Trinkkuren deutlich an Akzeptanz einbüßen, sagt Zahnen, auch in größeren Heilbädern. Weil die Trinkkur im Rotherma bei Gästen und Touristen – angesichts von ein bis zwei Trinkbechern pro Tag (was 0,1 bis 0,2 Liter entspricht) – kaum mehr gefragt sei, macht es für die Geschäftsführung laut  Pressemitteilung keinen Sinn, das kostenaufwendige Angebot weiterhin aufrechtzuerhalten. Zumal für eine fünfjährige Verlängerung der Trinkkur ein erneutes Genehmigungsverfahren mit hohen Kosten notwendig wäre.

Zu hohe Kosten

Über die einmalige Investition hinaus kämen noch laufende Kosten hinzu, erläutert Zahnen: So müsste eine Filteranlage eingebaut und alle vier Wochen eine Wasserprobe zur Kontrolle entnommen werden. Dies gilt als unwirtschaftlich angesichts der geringen Nachfrage. „Wenn es eine Akzeptanz gehabt hätte, wäre ich der letzte, der mit der Tradition bricht,“ sagt Rotherma-Geschäftsführer Wolfram Zahnen.