Bei starken Regenfällen sind am Montagabend und in der Nacht zum Dienstag zahlreiche Keller und Straßen in Rastatt und dem Rastatter Umland überschwemmt worden. Das Foto zeigt eine überschwemmte Straße in Bischweier. | Foto: Krause-Dimmock

Feuerwehren im Dauereinsatz

Überschwemmungen in Rastatt und Umgebung

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Die Unwetter nehmen kein Ende: In der vergangenen Nacht traf es Rastatt besonders hart. Die Freiwillige Feuerwehr Rastatt meldet auf ihrer Internetseite, dass die Einsatzkräfte ab Montagnachmittag im Dauereinsatz waren. Das THW und die Freiwillige Feuerwehr Durmersheim unterstützte bei der Arbeit. Im gesamten Stadtgebiet und in den Ortsteilen sei es zu Überschwemmungen gekommen.

12 Stunden, 275 Einsätze

Zahlreiche Keller standen bis zu 70 Zentimeter unter Wasser, meldet die Feuerwehr. Zudem gab es mehrere kleine Brände, unter anderem im Hallenbad Alohra. Die Polizei meldet, dass vor allem in der Rauentaler Straße, im Berliner Ring, in der Jahnallee und in der Finkenstraße durch das Unwetter zu massiven Verkehrsbehinderungen kam. Mehrere Straßenabschnitte mussten gesperrt werden. In einer Unterführung der Rauentaler Straße blieben mehrere vollgelaufene Fahrzeuge im Wasser liegen. Verletzt wurde aber niemand. Gegen 4.15 Uhr am Dienstagmorgen waren laut Feuerwehr alle Vorfälle abgearbeitet. Insgesamt verzeichnet alleine die Rastatter Feuerwehr 275 Einsätze. Teilweise seien die Einsatzkräfte mehr als zwölf Stunden im Einsatz gewesen.

Übergelaufene Regentonne überflutet Mehrfamilienhaus

Einen kuriosen Vorfall meldet die Polizei aus dem Josef-von-Eichendorff-Weg in Rastatt: Gegen 21 Uhr lief dort eine Regentonne auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses über. Das Wasser lief über die Veranda in die Öffnung einer Abluftanlage. So wurde das Wasser in fünf Wohnungen verteilt. Den dabei entstandenen Sachschaden kann die Polizei noch nicht beziffern.

Land unter in Kuppenheim

Nicht nur Rastatt selbst stand in der Nacht unter Wasser. Die Feuerwehr Kuppenheim meldet, dass ab 16.30 Uhr am Montagnachmittag fast minütlich Notrufe eingegangen seien. Zeitgleich habe die Feuerwehr 85 Einsatzstellen abzuarbeiten gehabt.

Unverständnis bei manchen Bürgern

Unterstützung gab es durch die Feuerwehren aus Bischweier, Muggensturm, Gaggenau und Bühlertal. Dennoch sei es teilweise zu Wartezeiten für die Bürger gekommen. „Hierfür hatte leider nicht jeder Hilfeersuchende Verständnis, was wir einerseits verstehen können, andererseits aber wenig motivierend ist, wenn einzelne Feuerwehrkameraden fremden Menschen helfen, während bei ihnen zu Hause der eigene Keller voll mit Wasser läuft“, schreibt die Feuerwehr auf ihrer Internetseite.

Dienstag ist Aufräumen angesagt

Für den Dienstag plant die Feuerwehr Kuppenheim nun vor allem Aufräumarbeiten ein: ein Dutzend Tauchpumpen, viele Wassersauger und etliche Schläuche müssen gereinigt und teilweise repariert werden.

Unwetter gab es in der Nacht nicht nur in der Region: Auch in Franken gab es Überschwemmungen, in der Oberpfalz fielen faustgroße Hagelkörner. Auch in Hessen und der Region um Stuttgart gab es Überschwemmungen.