Auszeichnung übergeben: Von links Matthias Jurytko, Nicolette Kressl, Ralf Gensicke (Werksmitarbeiter), Kilian Delbrück und Jürgen Süss (Werkssicherheit). | Foto: Körner

Renaturierung im Benz-Werk

UN-Umweltpreis geht nach Gaggenau

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Das Mercedes-Benz-Werk Gaggenau ist am Montag für die Förderung der Biodiversität mit einem UN-Umweltpreis ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurde die Umgestaltung des „Bergmanngartens“ bei
Tor 7 in einen ökologisch wertvollen Lebensraum für Insekten. Für das Gaggenauer Werk war es bereits die dritte Auszeichnung in der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ in den vergangenen Jahren.

Lebensraum für Insekten

„Wir meinen es ernst mit dem Umweltschutz“, betonte Werksleiter Matthias Jurytko bei der Übergabe der Auszeichnung. Man verfolge das Ziel, „Wirtschaft und Natur in Einklang zu bringen.“ Insgesamt habe man 14 000 Quadratmeter Rasenfläche naturnah gestaltet, um bedrohten Insektenarten einen Lebensraum zu bieten.

„Bergmanngarten“ renaturiert

Der „Bergmanngarten“, dessen Namen auf den Firmengründer Theodor Bergmann zurückgeht, wurde 2015 renaturiert. Auf einer Fläche von 1 900 Quadratmetern befinden sich zwei 120 Jahre alte und 36 Meter hohe Mammutbäume. Es wurden dort 150 Quadratmeter Trockenfläche geschaffen, 1 700 Quadratmeter Wildblumensäume angelegt, 5 500 heimische Wildblumenstauden und Sträucher gepflanzt sowie 17 000 heimische Blumenzwiebeln gesetzt. In Kooperation mit dem Naturschutzbund und unter Beteiligung von 20 Führungskräften des Werks wurden Baumstämme verteilt, Sandhügel aufgeschüttet, Wildbienenhotels gebaut und Nisthilfen für Fledermäuse angebracht.

UN-Umweltpreis für nachhaltiges Projekt

Kilian Delbrück vom Bundesumweltministerium, ein Projekt „mit Signalwirkung“ über das Unternehmen heraus. Delbrück wies auf das „dramatische Insektensterben“ der vergangenen Jahre hin. Bislang gelinge es nicht, diese Entwicklung aufzuhalten. Vor diesem Hintergrund würdigte auch Regierungspräsidentin Nicolette Kressl das Projekt: „Es handelt sich nicht um eine Eintagsfliege, sondern um ein nachhaltiges Engagement.“ Es sei bemerkenswert, dass das Werk nun bereits die dritte Umweltauszeichnung erhalte.

Kein Widerspruch zu Plänen im Bruch

Einen Widerspruch zu den Planspielen des Rastatter Werks, seine Zulieferfirmen im hochsensiblen Naturjuwel der Rheinauen anzusiedeln (die BNN berichteten), sieht Jurytko darin übrigens nicht. Die Sparten Zulieferung (Gaggenau) und Pkw-Fertigung (Rastatt) müsse man getrennt betrachten. Die Auszeichnung würdige gezielt das Gaggenauer Engagement.