Die Zahl der schwer verletzten Personen ist 2017 im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Gaggenau im Jahresvergleich gestiegen. Das Archivbild zeigt einen Unfall am Ostermontag 2017 bei Gernsbach-Staufenberg. | Foto: Klumpp

Polizeistatistik fürs Murgtal

Unfallzahl ist 2017 leicht angestiegen

Im Dienstbezirk des Polizeireviers Gaggenau hat es 2017 einen leichten Anstieg bei der Zahl der Verkehrsunfälle gegeben: in der Summe waren es 1 424, das sind 35 oder 2,5 Prozent mehr als 2016 (1 389 Unfälle). Das Revier Gaggenau legte jetzt die Zahlen für das vergangene Jahr vor. Die Dienststelle in Gaggenau ist zuständig für Kuppenheim, Bischweier, Muggensturm, Gaggenau, Gernsbach, Forbach, Weisenbach und Loffenau.

Deutlich mehr Sachschäden

Die 1 424 Unfälle gliedern sich in 209 Unfälle auf, bei denen Personen verletzt wurden, und in 1 215 Unfälle mit Sachschaden, so der stellvertretende Revierleiter Karl Heck. Auffallend: Diese Zahl der Unfälle mit Sachschaden ist die höchste innerhalb der vergangenen zehn Jahre; der statistische Mittelwert der Dekade liegt bei 1 074 Unfällen. Dagegen bewegt sich die Zahl der 209 Unfälle mit Personenschaden im statistischen Mittelfeld, im Vergleichsjahr 2016 waren es noch acht mehr (217).

Auch mehr Schwerverletzte

Die Zahl der Verunglückten insgesamt ist 2017 (260 Personen) um 20 gleich 7,1 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 2016 (280) zurückgegangen. Getötet wurden bei Verkehrsunfällen im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Gaggenau zwei Personen (2016 drei); dagegen hat die Zahl der Schwerverletzten – das ist laut Polizeistatistik jede Person, die in ein Krankenhaus eingeliefert wird, gleich ob sie stationär aufgenommen werden muss oder das Haus schon bald wieder verlassen kann – 2017 auf 74 zugenommen (65).

Dauerbrenner Unfallfluchten

Ein Dauerthema von hoher Brisanz bleiben die Unfallfluchten. Von den insgesamt 1 424 Unfällen im Jahr 2017 waren alleine 344 Unfallfluchten (2016: 1 389/279); das heißt die Zahl der Unfallfluchten hat zugenommen und ist zugleich auf den höchsten Wert innerhalb der letzten zehn Jahre angestiegen. Die Aufklärungsquote liegt immerhin bei 35,8 (39,1) Prozent.

Junge Fahrer und Senioren oft Hauptverursacher

„Junge Fahrer“, das ist in der Statistik die Altersgruppe 18 bis 24, waren 2017 an 114 Unfällen (2016: 130) beteiligt, davon bei 65 – also mehr als der Hälfte – als Hauptverursacher. Dies „schafften“ aber auch die Senioren (Fahrer ab 65): Sie waren an 150 Unfällen beteiligt (152) und in 87 Fällen der Hauptverursacher – das ist ebenfalls mehr als die Hälfte. Abgenommen hat die Zahl der Schulwegunfälle (von sieben auf vier), wobei in diese Kategorie auch das nicht angegurtete Kind auf dem Pkw-Rücksitz zählt.

Mehr Unfälle mit Motorrädern

Verkehrsunfälle mit Fußgängern hat es neun gegeben (2016: elf); sieben Menschen wurden dabei leicht verletzt, keiner schwer. Zurückgegangen ist auch die Zahl der Unfälle mit Fahrradfahrern (von 58 auf 44), in mehr als der Hälfte (27) war der Radler Hauptverursacher. Leicht gestiegen ist dagegen die Zahl der Unfälle mit Motorradfahrern (von 74 auf 87) – mit einem getöten Motorradfahrer, 35 schwer und 40 leicht Verletzten. In 74 Prozent der Fälle ist laut Karl Heck der Motorradfahrer Hauptverursacher.

Weiterhin Schwerpunktkontrollen

Die Zahl der Alkoholunfälle ist von 24 auf 32 angestiegen; dabei wurden sechs Menschen schwer und neun leicht verletzt. Die Polizeikontrolle auf Alkohol/Drogen bleibt ebenso ein Schwerpunktthema wie Verstöße bei Gurtpflicht oder Handynutzung am Steuer und – ein Dauerbrenner – Geschwindigkeitskontrollen insbesondere bei Motorrädern.