Ohne Unimog-Club kein Unimog-Museum: Mit einem Festakt in den Räumen des Museums feierte der Unimog-Club Gaggenau sein 25-jähriges Bestehen. Vom 15. bis 17. Juni findet das große Unimog-Treffen im Kurrpark Bad Rotenfels statt. | Foto: Mandic

Über 6600 Mitglieder weltweit

Unimog-Club Gaggenau feiert 25-jähriges Bestehen

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Der größte Mercedes-Benz-Markenclub der Welt geht auf einen Stammtisch in Gaggenau zurück. Das und viel mehr wusste Michael Wessel, Mitbegründer und von 1993 bis 2008 Vorsitzender des Unimog-Clubs Gaggenau (UCG), zu erzählen. Am 15. Mai 1993 schlug die Geburtsstunde des UCG, und fast auf den Tag genau ein Vierteljahrhundert später feierte der Club mit einem Festakt sein 25-jähriges Bestehen. Heute zählt er über 6 600 Mitglieder weltweit; in Deutschland sind es alleine rund 6 000, die in 27 Regionalgruppen organisiert sind. Die hiesige Gruppe Mittelbaden/Ortenau/Elsass umfasst alleine knapp 600 Mitglieder.

„25 Jahre voller Emotionen“

Als Erfolgsfaktoren des Vereins listete Michael Wessel unter anderem die Kompetenz und Begeisterung der Mitglieder, die Unterstützung von Daimler und die breite Angebotspalette auf, die unter anderem Typenabende, Schraubertreffs, Einsatzdemonstrationen und Exkursionen vorsieht. Die Begrüßung der geladenen Gäste des von Paco Palma Diaz („Ich bin selbst vollends vom Unimog-Virus infiziert“) moderierten Festaktes oblag dem ersten Vorsitzenden Rainer Hildebrandt. 25 Jahre UCG seien „gleichbedeutend mit 25 Jahren voller Emotionen, Einsatz und Hingabe“; die Aufnahme als Mercedes-Benz-Markenclub sei das Fundament für das Wachstum des Clubs über Landesgrenzen hinaus“ gewesen. Hildebrandt gab seiner großen Freude Ausdruck, viele Vertreter von Mercedes-Benz Special Trucks – „der neuen Heimat des Unimog“– begrüßen zu können; ausdrücklich stellte er die gute Zusammenarbeit des Clubs mit dem Unimog-Museum heraus.

Absatz geht aktuell nach oben

„Der Unimog ist ein Pfeiler in unserem Geschäft,“ lobte Ralf Forcher, im Mercedes-Benz-Werk Wörth Vetriebs- und Marketingleiter der Spezialfahrzeuge (Special Trucks), den Stellenwert des Universalmotorgerätes. Aktuell würden rund 95 Millionen Euro in ein neues Fahrzeug investiert, weitere Investitionen würden folgen. Die jüngsten Anstrengungen zeigten Wirkung; derzeit liege der Absatz 80 Prozent über dem Vorjahr. „Dieses Jahr werden wir 2 000 Einheiten verkaufen“, so Forcher.

Der Unimog als Werbeträger

In der Familie Florus sei durch den Beruf des Vaters der Unimog schon immer ein Thema gewesen, sagte Oberbürgermeister Christof Florus in seiner Ansprache. Die Redewendung „Gaggenau ist Unimog – und Unimog ist Gaggenau“ habe sich fest eingebürgert, daran habe der Unimog-Club großen Anteil. Der Unimog sei heute immer noch der Inbegriff von Qualität und Erfindungsreichtum. Florus abschließend: „Der Unimog-Club trägt den Namen von Gaggenau nach außen.“

Zeitreise mit „Mister Unimog“

Hans-Jürgen Wischhof, lange Jahre Leiter des Produktbereichs Unimog in Gaggenau, wurde einst „Mister Unimog“ genannt; als „lebende Unimog-Lebende“ bezeichnete ihn nun beim Festabend der heutige Werkleiter Matthias Jurytko. Wischhof nahm die Gäste mit auf eine Zeitreise „dieses einzigartigen Fahrzeugs der Marke Mercedes-Benz“, die in Schwäbisch Gmünd und Göppingen begann, ehe 1951 der Umzug nach Gaggenau erfolgte. Wischhof streifte die 70er Jahre mit dem Großauftrag der Bundeswehr wie die schwierigen 90er, als sich die Kürzungen der Wehrbudgets in den Bestellzahlen niederschlugen. „Wir hatten mittelständische Strukturen, wir waren hier zuhause“, sagte Wischhof, der die Produktionsverlagerung nach Wörth im Sinne der Zukunftsfähigkeit guthieß.

„Gaggenauer Geist“

Der Standortverantwortliche Matthias Jurytko überbrachte die Glückwünsche aus dem Benz-Werk Gaggenau. Er sprach vom „Gaggenauer Geist“, wonach das Werk sich ständig neu erfinde und es durch die Veränderungen stark geworden sei. 320 000 Unimog seien insgesamt am Standort Gaggenau produziert worden, im August 2002 lief dort der letzte Unimog vom Band. Jurytko wies auf die hohen Volumenzuwächse beim Getriebe nach der Neuausrichtung des Werks hin; auch habe nach der Unimog-Verlagerung auf der frei gewordenen Fläche die Wandlerfertigung hochgefahren werden können. Georg Wohlfarth, Leiter des Mercedes-Benz-Markenclubs, überreichte zum Abschluss des Festabends Urkunde und Spendenscheck.