Visualisierung des Oberleitungs-Projekts eWayBW | Foto: pr

Auch Nachtarbeit denkbar

Verkehrsministerium will Bauzeit für Oberleitungs-Projekt „eWayBW“ im Murgtal verkürzen

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Das baden-württembergische Verkehrsministerium will Möglichkeiten prüfen, die Bauzeit für den Testbetrieb von Oberleitungs-Lkw im Murgtal zu verkürzen. Das teilt das Ministerium nach einer Telefonkonferenz am Donnerstag mit Vertretern des Karlsruher Regierungspräsidiums und der betroffenen Kommunen Gaggenau, Kuppenheim und Bischweier mit.

Jürgen Skarke, Leiter der Abteilung Straßenwesen und Verkehr im Regierungspräsidium Karlsruhe, erklärte, dass eine Bauzeitverkürzung von vier bis fünf Wochen angezielt werde, um die Anwohner im Murgtal weniger zu belasten.

Zuletzt war man von einer 33-wöchigen Bauzeit ausgegangen. Die Kommunen hatten dies als „den Bürgern nicht zumutbar“ kritisiert.

Verkehrsministerium will Bauzeit verkürzen

Eine Möglichkeit sei beispielsweise, die Tageshelligkeit in den Sommermonaten zu nutzen und bis in die Abendstunden hinein zu arbeiten. Für Bauabschnitte, die nicht im Ortsbereich liegen, hält Skarke auch Nachtarbeit für denkbar.

Forderung nach mehr Lkw-Stellplätzen

Der Amtschef im Ministerium für Verkehr, Uwe Lahl, nahm während des Gesprächs eine Reihe von Anregungen entgegen.

Visualisierung | Foto: pr

Zum einen soll es in Sachen Lkw-Abstellplätze einen Brief an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geben, damit neue Abstellmöglichkeiten im Bereich der B462 gefunden werden.

Bauarbeiten in Kuppenheim sollen verschoben werden

Auch soll ein Wunsch der kommunalen Seite aufgenommen werden, die Straßenbauarbeiten in der Ortsdurchfahrt Kuppenheim auf das Jahr 2021 zu verschieben.

Die B462 könnte ein sehr gutes Beispiel dafür werden, dass in Baden-Württemberg technologischer Fortschritt im Bereich der Fahrzeuginnovation möglich ist.

Uwe Lahl, Amtschef im Ministerium für Verkehr

Zudem sagte Jürgen Skarke vom Regierungspräsidium Karlsruhe zu, dass ein Projektleiter benannt werde, der für die kommunale Seite als Kümmerer für die Verkehrsfragestellungen fungiere, die sich aus der Baustelle ergeben.

Land will an „eWayBW“-Projekt festhalten

Lahl wies darauf hin, dass das Ministerium für Verkehr im Sinne von Technologieförderung zu dem Projekt stehe: „Wir unterstützen jede Maßnahme, die Verbesserungen für die Baustellenanrainer bedeutet. Aber wir halten an dem Projekt fest. Im Bereich des Güterverkehrs muss in Sachen CO2-Reduzierung etwas geschehen. Die B462 könnte ein sehr gutes Beispiel dafür werden, dass in Baden-Württemberg tech-nologischer Fortschritt im Bereich der Fahrzeuginnovation möglich ist.“

Testbetrieb von Oberleitungs-Lkw

Das Land will auf zwei Abschnitten im Murgtal den Betrieb von Oberleitungs-Lkw testen. Das Projekt ist bei Bürgern und Gemeinden wegen der langen Bauzeit und der daraus resultierenden Verkehrsbelastung umstritten.

Gaggenauer Gemeinderat fordert Verschiebung

Der Gaggenauer Gemeinderat spricht sich in einer Stellungnahme dafür aus, die Bauarbeiten für das Projekt wegen der Corona-Pandemie zu verschieben. Dadurch habe man auf Landes-, aber auch kommunaler Ebene „viel akutere Themen, die uns beschäftigen.“