Große Unfallgefahr: An den Auffahrten zur B462 auf Höhe Gaggenau-Mitte krachte es wiederholt. Mittlerweile wurden dort Stoppschilder angebracht. | Foto: Körner

Unfälle, Lärm, Baustellen

Diese Straßen im Murgtal sind Unfallschwerpunkte – und das unternehmen die Gemeinden dagegen

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Baustellen, Stau und Motorenlärm: Viele Murgäler leiden unter der Verkehrsbelastung. Die B462 wird zu Stoßzeiten schnell zum Flaschenhals, Anwohner klagen über die Geräuschkulisse, und im Schwarzwald rasen Motorradfahrer – längst nicht alle, aber viele. Die BNN bieten einen Überblick über die neuralgischen Verkehrstellen im Murgtal und die geplanten Maßnahmen der Kommunen.

Gaggenau

In der Benz-Stadt gibt es einige Gefahrenstellen. Dort haben sich 2018 nach Polizeiangaben Unfälle gehäuft. Einige von ihnen wurden bereits entschärft: So stehen an den Auffahrten zur B462 an der Anschlussstelle Gaggenau-Mitte mittlerweile Stoppschilder. Eine Gefahrenquelle sind die fehlenden Einfädelspuren – hier arbeitet das Straßenbauamt im Regierungspräsidium an einer Lösung.

Reduziertes Tempolimit

An der L613 zwischen Michelbach und Freiolsheim wurde das Tempolimit für den talwärts fahrenden Verkehr im Bereich der Bushaltestelle „Mayersbild“ auf 70 Kilometer pro Stunde reduziert. Dort hatte es mehrfach gekracht. Langsamer fahren müssen Verkehrsteilnehmer nun auch in der Konrad-Adenauer-Straße: Ab der Kreuzung zur Bismarckstraße gilt Tempo 30.

„Autoposer“ am Bahnhof

Der Motorenlärm ist vor allem an der B462, der Hauptstraße und der Selbacher Ortsdurchfahrt ein Problem. Gleiches gilt für die bei Motorradfahrern beliebte L613 von Gaggenau über Michelbach nach Freiolsheim. Wie die Stadt mitteilt, hat sich der Lärm in Michelbach durch Kontrollen, Tempolimits und Hinweisschilder bereits verringert.

Am Gaggenauer Bahnhof fallen „Autoposer“ negativ auf, die dort ihre PS-starken Fahrzeuge zur Schau stellen.

Gernsbach

Die Polizei hat in Gernsbach nach eigenen Angaben bislang keine Unfallhäufungen festgestellt. Der Gemeinderat hat im September den Lärmaktionsplan beschlossen. Er sieht Tempo 30 in der Badener Straße, Schloßstraße, Igelbachstraße und Gottlieb-Klumpp-Straße vor. Auf der B462 in Hilpertsau könnte Flüsterasphalt eingebaut, an der Bundesstraße auf Höhe der Karl-Götz-Straße eine 300 Meter lange Lärmschutzwand errichtet werden.

Stadt investiert in Straßen

Unterdessen investiert die Stadt rund 300 000 Euro in die Sanierung von Straßen. Bereits abgeschlossen sind die Arbeiten im Ostpreußenweg und im Lindenweg in Lautenbach. Saniert werden ferner die Von-Bolin-Straße, die Straße Am Schwimmbad in Obertsrot, der Forstgartenweg und der Alte Postweg in Reichental.

Weisenbach

In Weisenbach liegt das Problem auf der Hand: Die B462 führt, anders als in Gaggenau und Gernsbach, mitten durch den Ort. Weil das Überqueren der Bundesstraße für Passanten nicht ungefährlich ist, wurde die Grünphase an der Fußgängerampel verlängert. Weitere Möglichkeiten sehen die zuständigen Behörden nicht – sie würden zu Lasten des motorisierten Verkehrs gehen.

Fehlende Gehwege

An mehreren Stellen, etwa in der Erlenstraße, Jahnstraße, In den Höfen und in der Eisenbahnstraße, existiert kein Gehweg. Bei künftigen Straßenarbeiten wolle man dies korrigieren, heißt es aus dem Rathaus. 2020 ist für rund 670 000 Euro die Sanierung des Bergwegs vorgesehen. Die Ortsdurchfahrt soll einen Flüsterasphalt erhalten. Dort wird der Schwellenwert der Lärmkartierung von drei Millionen Fahrzeugen im Jahr überschritten.

Forbach

Auch die Gemeinde Forbach gibt Entwarnung: Nach Auskunft von Hauptamtsleiterin Margit Karcher gibt es keine Unfallschwerpunkte auf den Gemeindestraßen. Zunächst in Herrenwies, und später auch in anderen Ortsteilen, finden Geschwindigkeitsmessungen statt, um mögliche Maßnahmen zu entwickeln.

Beliebte Strecke: Die Ortsdurchfahrt von Herrenwies steht bei Motorradfahrern hoch im Kurs. Viele Anwohner klagen über Verkehrslärm. | Foto: Keller

Der Höhenortsteil in Nachbarschaft zu Mehliskopf und B500 steht vor allem bei Motorradfahrern hoch im Kurs. Sie fahren direkt durch den Ort.

Loffenau

Der dritte Abschnitt der Loffenauer Ortsdurchfahrt wird 2021 saniert. Die Arbeiten sollen sechs Monate dauern. Ob Teile der maroden Straße nach Bad Herrenalb in diesem Zug ebenfalls erneuert werden, ist noch unklar. In diesem Fall wäre eine Ampelregelung notwendig.

Ärger über Motorradlärm

Ein Ärgernis für viele Loffenauer ist der Motorradlärm: Die Gemeinde liegt auf der stark frequentierten Strecke zwischen Gernsbach und dem Albtal. Am Ortseingang aus Richtung Gernsbach gilt Tempo 30, im Ort selbst sind indes 50 Kilometer pro Stunde erlaubt.