Eine Zukunft hat das Waldseebad nach dem Willen des Gaggenauer Gemeinderats. Wie von den Bürgern mehrheitlich gewünscht, soll es erhalten bleiben. | Foto: Kocher

Bäderbetrieb in Gaggenau

Gemeinderat lehnt Kombibad ab

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Von Joachim Kocher

Hallenbad und Freibad werden in Gaggenau weiterhin an getrennten Standorten betrieben werden. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag mit deutlicher Mehrheit. Ein Kombibad mit Hallen- und Freibad an einem Standort wie von der FWG ins Gespräch gebracht wird es somit nicht geben. Lediglich die sechs FWG-Räte und CDU-Rat Christian Kientz stimmten dagegen.

Absage an Kombibad

Als Standort für das Freibad wurde der bisherige Standort des Waldseebades festgelegt. Die Entscheidung über den Standort des Hallenbades und somit auch über einen Neubau oder eine Sanierung wurde durch den Gemeinderat ausgesetzt. Mit der Absage an ein Kombibad schloss sich der Gemeinderat dem mehrheitlichen Bürgerwillen an.

Entscheidung über Hallenbad steht aus

Die Planungen und Bedarfsermittlungen werden weitergeführt. Standortfrage und die Art der Baumaßnahmen – Sanierung oder Neubau – werden zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Eine Entscheidung über die Art der Wasseraufbereitung des Freibades – „Naturbad“, „technisches Bad“ oder „Naturbad und technisches Bad“ – ist für Ende Mai 2017 vorgesehen.

FWG-Antrag ohne Erfolg

Mit einem Antrag zur Geschäftsordnung wollte die FWG-Fraktion zu Beginn der Gemeinderatssitzung die Entscheidung über die Standortfrage von der Tagesordnung absetzen und verschieben. FWG-Fraktionsvorsitzender Ferdinand Hurrle bezeichnete hierbei den Tagesordnungspunkt als „noch nicht entscheidungsreif“. So lägen Fakten und Zahlen nicht vor.

Eine Verschiebung bringt nur eine Verzögerung

Die CDU-Fraktion lehne den Antrag der FWG ab, betonte die Fraktionsvorsitzende Dorothea Maisch. Die Thematik sei transparent und intensiv diskutiert und vorbereitet worden. „Heute geht es um die Standortfrage, eine Verschiebung bringt nur eine Verzögerung“, sagte Maisch.

Eine Enthaltung bei den Grünen

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerd Pfrommer betonte, dass der Tagesordnungspunkt zur Standortfrage gründlich vorbereitet worden sei. Auch in drei- oder sechs Monaten werde man nicht schlauer sein. Es werde immer wieder offene Fragen geben. „Auch wir Grünen lehnen den Antrag ab“, sagte Eric Peplau. Der Antrag der FWG-Fraktion wurde mit deutliche Mehrheit abgelehnt. Neben sechs Stimmen für den Antrag durch die FWG- Mitglieder gab es eine Enthaltung durch Rudolf Krumrey (Grüne).

Neustrukturierung ein „langer Weg“

OB Christof Florus sprach bei der Neustrukturierung der Bäderlandschaft von einem langen Weg, der im Herbst des vergangenen Jahres begonnen worden sei. Florus ging auf die einzelnen Stationen ein und Hauptamtsleiter Georg Feuerer erinnerte an die Bürgerbefragung (die BNN berichten).

Kostenprognosen erstellt

Jörg Bauer von der Abteilung Stadtplanung informierte darüber, dass zur Vorbereitung der Entscheidungen von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen Investitionskosten für diverse Freibadvarianten sowie für eine Sanierung des Hallenbades auf ihre Plausibilität überprüft und eine eigene Kosteneinschätzung vorgenommen wurden. Außerdem habe die Gesellschaft Kostenprognosen für ein Hallenbad und ein Freibad an getrennten Standorten sowie für ein Kombibad an einem gemeinsamen Standort erstellt.