Rednerpult
Nicht besetzt ist derzeit die Homepage der FDP Gaggenau. | Foto: Christophe Gateau/dpa

Problem seit Längerem bekannt

Webseite abgeschaltet: Fake-Shop kapert Internetadresse der FDP Gaggenau

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Die FDP Gaggenau hat ihre Webseite abschalten lassen. Der Grund: Unbekannte hatten die Internetadresse gekapert und dort einen Online-Shop für Kleidung eingerichtet – mutmaßlich in betrügerischer Absicht. Medienberichten zufolge sind solche zweckentfremdeten Webseiten keine Seltenheit.

Mehr als 16.000 deutsche Adressen sollen zu Fake-Shops führen, war im Dezember zu lesen. Die Autoren verwiesen auf eine Untersuchung der Digitalberatung WDP. Die Betreiber übernehmen Webseiten, die nicht mehr aktiv gepflegt werden, um an Reichweite zu gewinnen und Kunden anzulocken. Manche kassieren ab, ohne je eine Ware zu verschicken, andere verkaufen angebliche Markenware zum Schnäppchenpreis.

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Auch die Webseite der FDP Gaggenau lag bereits seit längerer Zeit brach. Der Ortsverband hatte die Adresse ursprünglich in Eigenregie registriert, um dort Informationen rund um die Kommunalwahl bereitzustellen. In den kommenden Monaten soll eine neue Homepage entstehen, kündigt der neue Ortsvorsitzende Patrick Wilczek an – diesmal in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Rastatt.

FDP-Landesverband stellt keine Webseiten mehr zur Verfügung

Das bietet sich an: Der Landesverband stellt künftig keine Webseiten mehr zur Verfügung, sagt der Kreisvorsitzende Lutz Jäckel. Deshalb müssen der Kreisverband sowie größere Stadtverbände wie Bühl und Rastatt sowieso eigene Webauftritte gestalten, möglichst in ähnlichem Design.

Ortsvorsitzender wusste seit längerer Zeit von dem Fake-Shop

Kurios ist der Umstand, dass Patrick Wilczek bereits seit einiger Zeit von dem Fake-Shop wusste. Nach eigenen Angaben bemerkte er diesen bei der Vorbereitung auf die Kommunalwahlen im Mai 2019, als er noch ein Parteimitglied ohne offizielle Funktion gewesen sei. Damals war noch Theo Gehrmann der Ortsvorsitzende.

Wilczek habe sich zwar informiert, aber keine Lösung für das Problem gefunden – und sich schließlich auf andere Aufgaben konzentriert. Zum Jahreswechsel wurde er dann wieder aktiv: Auf eine Medienanfrage hin wandte er sich an das Deutsche Network Information Center, das Webadressen mit der Endung „.de“ bereitstellt. Dieses nahm die Domain innerhalb kurzer Zeit aus dem Netz.