Blutspenden während Corona: Bevor die Halle betreten werden darf, folgen Sicherheitsvorkehrungen wie eine Temperaturmessung.
Blutspenden während Corona: Bevor die Halle betreten werden darf, folgen Sicherheitsvorkehrungen wie eine Temperaturmessung. | Foto: Hegmann

Trotz strengerer Auflagen

Wegen Corona steigt die Zahl der Blutspender in Gaggenau und Ötigheim

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Der Aufruf des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg/Hessen in den Medien Mitte Mai hat Wirkung gezeigt: Wie der Pressesprecher Eberhard Weck in einem Gespräch mit den BNN mitteilte, habe der Aufruf generell eine sehr Resonanz gehabt und eine große Wirkung gezeigt.

Von unserem Mitarbeiter Hans-Peter Hegmann

Da durch die wieder aufgenommenen Operationen in den Kliniken mit einem steigenden Blutbedarf gerechnet wurde, hatte der Dienst in seinem Aufruf um verstärkte Bereitschaft zur Blutspende gebeten.

Es scheint, als ob die Menschen in der Krise gelernt hätten, zusammen zu halten

Eberhard Weck

Wie Weck weiter erläuterte, habe es bei den danach erfolgten Spendenaktionen überall eine überraschend große Beteiligung gegeben. Darunter seien auffällig viele Erstspender gewesen. „Es scheint, als ob die Menschen in der Krise gelernt hätten, zusammen zu halten.“

Dieser Eindruck wird auch bei den DRK-Ortsvereinen des Kreisverbandes Rastatt bestätigt, die inzwischen Blutspenden realisierten. Das DRK Gaggenau hatte bereits vom 26. bis 30. Mai eine Blutspendeaktion in der Jahnhalle. Sie wurde mit einer vorherigen Anmeldung und fest vereinbarten Terminen zur Blutentnahme veranstaltet.

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Blutspenden in Zukunft immer mit Terminen?

Diese organisatorische Sicherheitsmaßnahme sei bei den 578 Spendenwilligen sehr gut angekommen und man überlege, ob die Spendenaktionen in Zukunft grundsätzlich mit Terminen stattfinden werden, so Vorsitzender Horst Neuendorf. Ebenfalls überrascht war er von der überdurchschnittlich hohen Zahl von 58 Erstspendern.

Uwe Matz von der DRK Ortsgruppe Gaggenau-Ottenau nennt als nächste Spendentage den 29. Juli und den 23. September. Beide werden unter den entsprechenden Corona-Sicherheitsmaßnahmen in der Merkurhalle stattfinden. Der Ortsverein Gernsbach hat dagegen laut den Angaben auf seiner Homepage vorerst bis September keine Termine angesetzt.

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Besser als erwartet verlief der erste Blutspende-Termin des DRK Ötigheim nach den Lockerungen bei der Corona-Pandemie am vergangenen Freitag. Übereinstimmend sprachen sowohl die Referentin des Blutspendedienstes Baden-Württemberg/Hessen, Andrea Palau, als auch Bereitschaftsleiterin Waltraud Menz von einer überraschend hohen Anzahl von schriftlichen Anmeldungen.

Besonders auffällig: Die hohe Zahl der Erstspender.
Besonders auffällig: Die hohe Zahl der Erstspender. | Foto: Hegmann

Viele Menschen spenden wegen Corona-Pandemie zum ersten Mal Blut

So war sichergestellt, dass sich zusammen mit den drei Ärzten und sieben Schwestern als Laborhelfer sowie den erforderlichen Helfern des Ortsvereins nie mehr als 30 Personen in der Mehrzweckhalle aufhielten.

Ebenfalls auffällig war, laut dem Vorsitzenden der Ötigheimer Ortsgruppe, Carmelo Calabrese die große Anzahl von Erstspendern. Allerdings durften ausnahmsweise keine Begleitpersonen und Kinder mitgebracht werden. Eine weitere Sicherheitsmaßnahme war der Ausschluss von Spendenwilligen, die in den vergangenen vier Wochen von einem Aufenthalt im Ausland zurückgekehrt sind.

Insgesamt 118 Menschen hatten sich für einen Spendentermin zwischen 15 und 19 Uhr angemeldet. Dies sei laut Palau sogar mehr als der Durchschnitt bei Spenden in Ötigheim. Der Ablauf war diesmal ebenfalls nicht wie bisher. Neben dem Nachweis eines Termines mussten sich Spender am Eingang zunächst die Hände desinfizieren.

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Vor der Spende wird die Temperatur gemessen

Danach gab es eine Gesichtsmaske und die Stirn musste zur Temperaturmessung angeboten werden. Nur wenn das Ergebnis unter dem kritischen Wert von 37,4 Grad war, durften die freiwilligen Blutspender in die Halle. Um Risikogruppen unter den Helfern auszuschließen, wurden dabei durchweg jugendliche Mitglieder eingesetzt.

Die Blutspende verlief danach mit ungewöhnlich großem Abstand wie immer: Anmeldung mit Personendaten, Labor, Arztgespräch mit Gesundheitsfragen und Katheterplatz zur Blutentnahme. Danach gab es neben der Terminvereinbarung und der Einlasskontrolle noch eine weitere Änderung: Erstmals wurde auch kein Imbiss angeboten, um Kontakte zwischen den Helfern und Spendern zu vermeiden.

Es stand jedoch ausreichend Mineralwasser in Flaschen zur Verfügung. Als Entschädigung erhielten die Spender ein gut bestücktes Lunchpaket zum Mitnehmen.