Im Sanierungsgebiet “Ortsmitte I“ unterstützt die Gemeinde Weisenbach im Jahr 2020 private Maßnahmen mit 90.000 Euro. Bis April 2021 stehen Fördergelder vom Land bereit.
Im Jahr 2020 unterstützt die Gemeinde Weisenbach private Maßnahmen im Sanierungsgebiet "Ortsmitte I“ mit 90.000 Euro. Bis April 2021 stehen Fördergelder vom Land bereit. | Foto: Raimund Götz

Einstimmig abgesegnet

Weisenbach geht mit dem Haushalt 2020 auf Sparkurs

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Die Weisenbacher Gemeinderäte haben den Haushaltsplan fürs Jahr 2020 am Donnerstag einstimmig abgesegnet. In ihren Haushaltsreden bestätigten beide Fraktionen den Sparkurs, den Bürgermeister Daniel Retsch vor drei Wochen angemahnt hatte. Er hatte in seiner Haushaltsrede darauf hingewiesen, dass die Ausgaben schon jetzt die finanziellen Mittel der Gemeinde übersteigen.

Für 2020 rechnet die Verwaltung mit einem Minus von 174.000 Euro. In den kommenden Jahren könnte die Schere weiter aufgehen.

Einerseits ist die kleine Gemeinde von Steuereinnahmen, allgemeinen Zuweisungen und Umlagen abhängig. Hier könnte sich der Wirtschaftsabschwung auswirken. Andererseits spielen beispielsweise steigende Personalkosten und eingebrochene Einnahmen aus dem Gemeindewald eine Rolle.

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Gemeinde investiert 1,3 Millionen Euro

Stand jetzt sind 1,3 Millionen Euro für Investitionen im Haushalt eingeplant. Fast die Hälfte fließt in die Sanierung des Bergwegs. Neue Parkräume sind in der Eisenbahnstraße und der Straße „In den Höfen“ (180.000 Euro) vorgesehen.

Die teuerste Investition im Jahr 2020 ist die Sanierung des Bergwegs in Weisenbach. Sie umfasst Arbeiten an Wasser- und Abwasserleitungen sowie Straßenbaumaßnahmen
Die teuerste Investition im Jahr 2020 ist die Sanierung des Bergwegs. Sie umfasst Arbeiten an Wasser- und Abwasserleitungen sowie Straßenbaumaßnahmen | Foto: Raimund Götz

Weitere Investitionen sind die Flurneuordnung im Latschigbachtal, die von Land und Bund gefördert wird (Anteil: 90.000 Euro) und Sanierungszuschüsse im Gebiet „Ortsmitte I“ (90.000 Euro.)

Für größere Unterhaltungsmaßnahmen rechnet die Verwaltung 316.000 Euro ein. Sie kommen beispielsweise Straßen und Feldwegen (30.000 Euro) oder Sportanlagen (57.000 Euro) zugute.

Fraktionen wollen Vorhaben prüfen

Die CDU und die FWV kündigten an, einzelne Maßnahmen zu prüfen. Sie wiesen auf die Klausurtagung hin, die voraussichtlich im Mai stattfindet. Dort werden die künftigen Prioritäten diskutiert. Ferner wiesen sie auf eine Bürgerwerkstatt am Ende des Jahres hin.

„Bei jeder eingeplanten Investitionsmaßnahme bleibt abzuwarten, ob die Durchführung so realisierbar ist“, betonten die Freien Wähler. Sie lobten den Planentwurf: „Trotz der angespannten Lage ist es uns erneut gelungen, einen tragbaren sowie handlungsfähigen Haushalt aufzustellen“.

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CDU sieht bei der Einwohnerzahl Handlungsspielraum

Die CDU plädierte ebenfalls dafür, „bei der tatsächlichen Umsetzung von Maßnahmen auf Sicht zu fahren“. Im Lauf des Jahres seien Einzelabwägungen erforderlich. Wichtig sei „die Suche nach weiteren Möglichkeiten zur Stabilisierung des Haushalts“.

Handlungsspielraum sieht die Fraktion insbesondere bei der Einwohnerzahl. Diese wirkt sich unter anderem auf die Einkommensteuer aus. Chancen böten beispielsweise innerörtliche Nachverdichtung, das Baugebiet „Birket“, neue Sanierungsgebiete und das Betreute Wohnen auf dem Hirsch-Areal.

Die CDU verbreitete Optimismus: Die Gemeinde habe schon die Finanz- und Wirtschaftskrise vor rund zehn Jahren gemeistert. So habe sie beispielsweise im Jahr 2012 Steuern und Gebühren erhöht, die Kindergärten zusammengeführt und einen Schwimmbadverein gegründet.