Der Weihnachtsbaum für die baden-württembergische Landesvertretung in Berlin kommt in diesem Jahr aus Weisenbach. | Foto: Bockwoldt

Lieferung an Landesvertretung

Weisenbach stellt Weihnachtsbaum für Berlin

Große Ehre für das kleine Weisenbach: Die Murgtal-Gemeinde stellt in diesem Jahr den Weihnachtsbaum für die baden-württembergische Landesvertretung in Berlin. Wie Bürgermeister Toni Huber und der Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker (CDU) am Dienstag bei einem Pressetermin bekanntgaben, soll der Nadelbaum am 28. November bei einer Feierstunde in der Bundeshauptstadt illuminiert werden. Welcher Baum es wird, steht bereits fest – ist aber noch geheim.

Weihnachtsbaum aus Weisenbach

Der Weihnachtsbaum, der den Vorplatz am Sitz der Landesvertretung schmücken soll, wird seit 2000 im Wechsel von einem der baden-württembergischen Wahlkreise gestellt (siehe Hintergrund). Zunächst hatten Huber und Whittaker für die Aktion das Jahr 2021 anvisiert. Nachdem die ursprünglich vorgesehene Gemeinde als Baumlieferant ausgefallen war, musste es schnell gehen. An Ostern hatte Whittakers Büro per WhatsApp bei Huber angefragt, ob seine Gemeinde einen geeigneten Baum finden könne.

Klares Anforderungsprofil

Hier kam Forstrevierleiter Dietmar Wetzel ins Spiel. Sein Auftrag: Maximal 14 Meter hoch sollte der Nadelbaum sein – die Gebäudehöhe der Landesvertretung darf nicht überschritten werden –, rund vier Meter breit und formschön. Mittlerweile hat der Revierleiter eine Auswahl getroffen, mit der auch der Rathauschef zufrieden ist. „Ein toller Baum“, verrät Huber, aber nicht, welcher es ist: „Das bleibt noch geheim“. Und Wetzel ergänzt augenzwinkernd: „Keine Sorge, dem Baum geht es gut. Ich habe ihn gerade eben noch besucht.“

Ein Baum für Berlin
Seit dem Jahr 2000 gilt: Der Weihnachtsbaum für den Vorplatz der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin wird im Wechsel von einem der 38 Bundestagswahlkreise des Landes gestellt. Der Baum kam unter anderem schon aus Oberkirch (2000), Bad Peterstal-Griesbach (2007), Bad Wildbad (2011), Zell am Harmersbach (2014) und Lahr (2015).

Vor dem Fällen am 24. November soll er in einen Kran eingehängt werden, damit er beim Sturz keinen Schaden nimmt. Im Anschluss wird der Baum in Rastatt zwischengelagert. Den 700 Kilometer langen Transport per Tieflader am 25. November, so ist es bei der Aktion „Ein Baum für Berlin“ Tradition, übernimmt das THW. „Wir werden von 5 bis 18 Uhr unterwegs sein“, schätzt Steffen Hoffmann, stellvertretender Landessprecher der Organisation. Im Einsatz sind 15 ehrenamtliche Helfer, die meisten von ihnen Mitglieder der THW-Ortsgruppe Rastatt. „Die Route steht schon fest, damit keine Baustellen den Transport behindern“, erklärt Hoffmann.

 

Das Video zeigt den von der Stadt Waldkirch 2017 gestellten Baum: 

Bei einer Feierstunde am 28. November soll der Baum illuminiert werden. „Eine große Ehre für uns“, sagt Huber, der selbst vor Ort sein wird. Gemeinsam mit Vertretern des Musikvereins Weisenbach und der Musikkapelle Au, die für den musikalischen Rahmen der Feierstunde sorgen sollen, will der Bürgermeister in die Hauptstadt fahren.

Polizeipräsidentin will auch

In Weisenbach hält sich derweil hartnäckig das Gerücht, die Aktion würde den Gemeindesäckel mit 60 000 Euro belasten. Huber weist dies zurück. Er spricht von „4 bis 5 000 Euro Fahrt- und Übernachtungskosten“. Und wenn beim Fällen etwas schiefgeht? „Für diesen Fall haben wir einen zweiten Baum im Blick“, erklärt der Rathauschef. Nun wird man sich in Weisenbach auch noch auf die Suche nach einem dritten machen müssen: THW-Sprecher Hoffmann überrascht Huber am Dienstag mit der Neuigkeit, dass auch die Berliner Polizeichefin einen Weisenbacher Baum haben wolle. Er darf allerdings nur zwölf Meter hoch sein.