Schöne Lage: Ein Jungunternehmer aus dem Raum Stuttgart hat die Weisenbacher Kirche gekauft und will nach dem Umbau mit seiner Frau dort einziehen. | Foto: Götz

Verkauf hat jetzt geklappt

Weisenbacher Kirche wird zum Wohnhaus

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Die bereits vor zwei Jahren entwidmete (ehemalige) evangelische Kirche in Weisenbach ist nun auch verkauft worden. Ein Jungunternehmer aus dem Raum Stuttgart hat die Kirche erworben, die er zusammen mit seiner Frau in ein Einfamilienhaus umbauen lassen will, um dann selbst dort zu wohnen. Die Immobilie sei am 16. Mai verkauft worden, teilte Pfarrerin Margarete Eger jetzt mit. Und: Der Käufer habe „eine besondere Verbundenheit zum Schwarzwald und zur Kirchenmusik“.

Keine Angabe zum Kaufpreis

„Der Kaufpreis, über den Stillschweigen vereinbart wurde, ist zufriedenstellend für beide Seiten“, betonte Pfarrerin Eger in ihrer Pressemitteilung. Hintergrund: Bereits seit Mai 2017 ist die Weisenbacher Kirche über einen Gernsbacher Immobilienmakler online und dann auch per Aushang zum Verkauf angeboten worden. Der dort ausgeschriebene Kaufpreis betrug 219 000 Euro. Gut möglich, dass nach diesem rund einen Jahr der Ausschreibung die evangelische Kirchengemeinde Forbach/Weisenbach zuletzt bereit war, von ihrer Preisvorstellung abzurücken.

Erster Verkaufsversuch gescheitert

Zumal ein erster Verkaufsversuch, der sich bereits im fortgeschrittenen Stadium befunden hatte, im Frühjahr 2017 gescheitert war: Zwar hatte das Landratsamt Rastatt bereits Ende 2016 die erforderliche Nutzungsänderung zum Umbau des Kirchengebäudes in ein Einfamilienhaus erteilt, doch nicht geklärt war längere Zeit ein Grundstücksstreit zwischen der Kirchengemeinde und einem Nachbarn, der sich um eine mögliche Überbauung im Grundstücksgrenzbereich drehte; Rechtsanwälte wurden eingeschaltet. Vor diesem Hintergrund nahm der Forbacher Kaufinteressent, dessen Bauvoranfrage zur Umwandlung in ein Wohnhaus von der Gemeinde Weisenbach bereits positiv beschieden worden war, wieder Abstand.

Entwidmung vor zwei Jahren

Die evangelische Kirchengemeinde Forbach/Weisenbach zählt weniger als 1 000 Gemeindemitglieder – damit ist sie die zahlenmäßig kleinste im Kirchenbezirk Baden-Baden, von der Fläche allerdings eine der größten der Evangelischen Landeskirche Baden. Pfarrerin Margarete Eger hat wiederholt betont, dass die kleine Gemeinde nicht länger zwei Kirchen unterhalten könne. Im Juni 2016 wurde die Weisenbacher Kirche, in schöner Halbhöhenlage am Ortsausgang in Richtung Forbach gelegen, entwidmet; die Gottesdienste der Gemeinde finden seitdem ausschließlich in der Forbacher Kirche statt. Jetzt kann wohl ein Schlussstrich unter die Umwandlung gezogen werden: Die Kirchengemeinde freue sich sehr über die Einigung und darüber, dass das Gebäude künftig als Wohnhaus genutzt werde, schreibt die Pfarrerin in ihrer Mitteilung vom Sonntag.