Mitarbeiter der Baden Board GmbH erhalten nur 25 Prozent des Weihnachtsgeldes. | Foto: Manfred Fieting

Schutzschirmverfahren

Weniger Weihnachtsgeld für die Mitarbeiter von Baden Board

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Das Schutzschirmverfahren, das die Baden Board GmbH kürzlich beantragt hat, schlägt sich im Geldbeutel der Mitarbeiter und Betriebsrentner nieder.

Die 300 Beschäftigten in Obertsrot und Weisenbach erhalten nur ein Viertel des Weihnachtsgeldes. Diese Summe übernimmt die Bundesagentur für Arbeit. Den Rest dürfe das Unternehmen aufgrund seines Antrags nicht auszahlen, teilt die Geschäftsleitung mit.

Sie widerspricht jedoch Medienberichten, laut denen 50 Prozent des Weihnachtsgeldes einbehalten und 25 Prozent gänzlich gestrichen würden. Die Gespräche mit der Bundesagentur dauerten noch an, schreibt das Unternehmen.

Die Mitarbeiter seien am 27. November über die Kürzung des Weihnachtsgeldes informiert worden. An diesem Tag ist die Eröffnung des Schutzschirmverfahrens beantragt worden.

Betriebsrente wird nachgezahlt

Auch Betriebsrentner müssen vorübergehend finanzielle Einschnitte verkraften. Das Unternehmen kann ihnen seit der Antragstellung keine Rente mehr auszahlen.

Der „Pensions-Sicherungs-Verein auf Gegenseitigkeit“ wird zwar einspringen, aber erst, sobald das Verfahren offiziell eröffnet worden ist. Die Geschäftsführung der Baden Board GmbH rechnet bis zur Nach- beziehungsweise Auszahlung mit einer mehrmonatigen Zahlungsunterbrechung.

Baden Board GmbH geht von Abschluss im Frühjahr aus

Das Amtsgericht entscheidet voraussichtlich bis zum 31. Januar über das Verfahren. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass es im März oder April abgeschlossen wird.

Lohnkürzungen seien unternehmensseitig weiterhin nicht vorgesehen, bestätigt die Geschäftsleitung. Sie behält auch ihre Pläne bei, während des Verfahrens neues Personal einzustellen. Bedarf gebe es unter anderem im Vertrieb sowie in den Bereichen Elektrotechnik und Mechanik.

Schutzschirmverfahren soll Betriebssanierung unterstützen

Wie berichtet hat die Baden Board GmbH das Schutzschirmverfahren im November initiiert. Es dient der Sanierung von Unternehmen und bietet ihnen die Möglichkeit, bei vorläufiger Eigenverwaltung frühzeitig einen Insolvenzplan auszuarbeiten.

Voraussetzung ist der Insolvenzordnung zufolge, dass keine Zahlungsunfähigkeit vorliegt und die Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos ist. Schuldner können die Eröffnung des Verfahrens bei drohender Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung beantragen.