Die Rückkehr des Wolfs in den Nordschwarzwald schmeckt nicht allen. Schäfer fürchten um ihre Tiere. Nun wurde ein Exemplar in Forbach gesichtet.
Ob ein Wolf die Ziege getötet hat, wird eine DNA-Probe zeigen. Das Umweltministerium geht derzeit davon aus. | Foto: dpa

Fall ohne Entschädigung

Wieder Wolf im Verdacht: Zweite Ziege bei Forbach gerissen

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Im Sasbachtal bei Forbach ist am Dienstag erneut eine tote Ziege gefunden worden. Sie sei vermutlich von einem Wolf gerissen worden, teilt das baden-württembergische Umweltministerium mit. Bestätigt ist das jedoch noch nicht.

Der zuständige Wildtierbeauftragte Martin Hauser hat den Riss dokumentiert und Proben für eine genetische Untersuchung im hessischen Senckenberg Institut genommen. Der Wildkörper selbst wird vom Veterinäruntersuchungsamt in Augenschein genommen.

Auf der großen Weide hatten sich einzelne weitere Ziegen aufgehalten. Sie konnten flüchten.

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Erster Vorfall am vergangenen Mittwoch

Schon am vergangenen Mittwoch ist im Sasbachtal eine tote Ziege gefunden worden, allerdings auf einer anderen Weide. Auch in diesem Fall vermuteten die Fachleute der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg, dass ein Wolf das Tier gerissen hat.

Beide Ziegen gehörten einem Nebenerwerbslandwirt, der im Sommer auch Rinder hält. Für den Vorfall in der vergangenen Woche wird er voraussichtlich entschädigt.

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Keine Entschädigung für den Besitzer

Die Weide war durch einen Zaun gesichert und erfüllte damit grundsätzlich die Anforderung für einen finanziellen Ausgleich. Die Zahlungen sind innerhalb der „Förderkulisse Wolfsprävention“ daran geknüpft, dass der Mindeststandard für einen wolfsabweisenden Herdenschutz erfüllt war.

Beim jüngsten Vorfall wird der Besitzer aller Voraussicht nach nicht entschädigt: Nach Angaben des Ministeriums sind Mängel am Grundschutz festgestellt worden. Laut Martin Hauser lag Sturmholz auf dem Zaun. Das ermöglichte dem Wildtier einen leichten Zugang zur Weide.

Gelände erschwert Schutzmaßnahmen

Der Besitzer der Ziegen hat Hauser zufolge ein Angebot angenommen, mit Herdenschutzberatern über Verbesserungsmöglichkeiten zu sprechen.

Durchgängige Elektrozäune sind bekanntlich dringend empfohlen. „Das Gelände unserer Gegend erschwert das“, sagt Martin Hauser. Als Beispiele nennt er Bachläufe, sumpfige Stellen und steiles Terrain.

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