Als Wohngebiet in bester Lage gilt die „Heil“ in Gaggenau: Mit dem sechsten Teilbebauungsplan soll die Besiedlung weitergeführt werden, der Grünbereich wird dann deutlich kleiner. | Foto: Hertweck

Die „Heil“ in Gaggenau

Wohngebiet soll deutlich wachsen

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Die „Heil“ gilt als Wohngebiet in bester Lage der Benz-Stadt Gaggenau: Jetzt sollen die Weichen für eine weitere bauliche Entwicklung der „Heil“ gestellt werden: In seiner Sitzung am Montag, 13. November,  entscheidet der Gemeinderat Gaggenau über den Aufstellungsbeschluss des sechsten Teilbebauungsplans „Heil II – Birkigklamm/Altheil“.

Anhaltend große Nachfrage

Die Stadtverwaltung spricht in ihrer Sitzungsvorlage von einer anhaltend großen Nachfrage nach Wohnraum, die alleine durch Maßnahmen der Innenentwicklung – also dem Schließen von Baulücken in bestehenden Wohnbereichen – nicht befriedigt werden könne. Das jetzt vorgesehene Plangebiet umfasst 1,92 Hektar und grenzt im Süden und Westen an den bestehenden Siedlungsrand an; im Norden und Osten befinden sich landwirtschaftliche Flächen, teils auch Kleingärten.

33 Bauplätze geplant

Der städtebauliche Entwurf sieht 33 Bauplätze vor: 21 Einfamilienwohnhäuser und 12 Doppelhaushälften. Die Größe der Grundstücke reicht bei den Einfamilienhäusern von 460 bis 572 Quadratmeter, bei den Doppelhaushälften von 296 bis 370 Quadratmeter. Die Verkehrsanbindung ist im Wesentlichen über die Bruchgrabenstraße und Sonnenblumenstraße vorgesehen. Die „Innenzone“ des Baugebiets ist als verkehrsberuhigter Bereich mit angehängten Stichstraßen geplant. Durch die Erfahrungen der zuletzt realisierten Neubaugebiete, so heißt es in der Vorlage der Verwaltung an die Gemeinderäte weiter, sollen in dem nun geplanten sechsten „Heil“-Teilbebauungsplan die städtebaulichen Festsetzungen ein Stück weit geöffnet werden, um die Wünsche der Bauherren aufgreifen und die Befreiungsanfragen in den Baugenehmigungsverfahren minimieren zu können.

Liegen noch Blindgänger unter der Erde?

Das Ergebnis der Artenschutzuntersuchung habe gezeigt, dass durch die Planungen unter anderem mehrere Fledermaus- und Brutvogelarten betroffen sind. Laut Gutachter würden sich die Beeinträchtigungen aber durch ein geeignetes Maßnahmenkonzept ausgleichen lassen. Eine „Heil“-Besonderheit: Dieser Bereich ist während des Zweiten Weltkriegs stark bombardiert worden; deshalb hatte die Stadtverwaltung schon zur Erstellung des vierten und fünften Teilbebauungsplanes eine Luftbildauswertung von Kriegsluftbildern in Auftrag gegeben. Laut Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg gelten dessen damalige Aussagen auch für den jetzigen sechsten Bauabschnitt. Demnach befindet sich der nördliche Bereich des Plangebiets in einem Bombenabwurfgebiet, der Fund von Bombenblindgängern ist also möglich.