Verschlossene Rollläden: Während in den vergangenen Jahren in den Pfingstferien bereits die ersten Jugendgruppen Haus und Freizeitgelände bevölkerten herrscht nun absolute Ruhe im Naturfreunde-Haus in Michelbach. | Foto: Hegmann

Corona-Pandemie

Zurück zur Normalität: Wander- und Touristikvereine öffnen erste Häuser und Ausflugsziele

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Die Wander- und Touristikvereine nehmen langsam, aber sicher wieder ihren Betrieb auf. Während einige Ortsgruppen und Vereine Häuser und Ausflugsziele bereits geöffnet haben, warten andere noch ab. Besonders die Altersstruktur der Mitglieder erschwert die Wiederaufnahme von Gruppenaktivitäten.

Von unserem Mitarbeiter Hans-Peter Hegmann

Nicht nur das Gastgewerbe im Murgtal wurde von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie besonders stark betroffen, sondern auch die Wander- und Touristikvereine. Im Scharzwaldverein Bezirk Murgtal gibt es die vier Ortsgruppen Gaggenau, Gernsbach, Forbach-Langenbrand und Bermersbach. Die Naturfreunde haben fünf Ortsgruppen in Gaggenau/Gernsbach, Hörden, Staufenberg, Weisenbach und Forbach. Daneben gibt es noch den 2002 gegründeten Arbeitskreis Tourismus und Freizeit Gaggenau (AKTF) und die Rundwegfreunde Michelbach.

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Sechs dieser Vereine haben eigene Häuser oder Wanderheime, die bisher unterschiedlich wirtschaftlich genutzt wurden. Einige Häuser stehen nur für Mitglieder aus dem eigenen Verein zur Verfügung. Die anderen bieten mit Selbstversorgerküchen auch fremden Gruppen oder Schulklassen die Möglichkeit für längere Aufenthalte.

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Die Naturfreundehäuser in Michelbach, Staufenberg und Weisenbach wurden bisher zusätzlich an Wochenenden als öffentliche Gaststätten betrieben. Bis auf das Naturfreundehaus Weisenbach bleiben die Häuser vorläufig geschlossen. Laut Angaben der verantwortlichen Personen in den Vereinen will man auf weitere Lockerungen warten.

Schwarzwaldverein Gaggenau verhandelt über Öffnung des Wanderheims Orgelfelsen

Der Schwarzwaldverein Ortsgruppe Gaggenau ist wegen seines Wanderheims Orgelfelsen oberhalb von Reichental in Gesprächen mit der Stadtverwaltung Gernsbach. Hier wird zurzeit geprüft, ob das Haus mit dem Status als Ferienwohnung wieder geöffnet werden kann.

Das hat zwar Geld und Zeit gekostet, aber das sind wir unseren vielen Stammgästen einfach schuldig.

Hans-Peter Schaible, Vorsitzender der Naturfreunde Weisenbach

Die Weisenbacher Naturfreunde haben die Zeit genutzt, um zu renovieren, wie Vorsitzender Hans-Peter Schaible im Gespräch mit den BNN erläuterte. Daneben wurden sämtliche Vorgaben zu Abstandsregelungen, Hygiene, Wegeführung innerhalb des Hauses sowie das Protokollieren umgesetzt. Daher konnte das Haus ab Samstag 23. Mai wieder für das Publikum geöffnet werden. „Das hat zwar Geld und Zeit gekostet, aber das sind wir unseren vielen Stammgästen einfach schuldig“, lautet sein Kommentar, den er mit „jetzt erst recht“ ergänzt.

Hohlohturm ist für Besucher wieder geöffnet

Die Ortsgruppe Gernsbach des Schwarzwaldvereins hat den in ihrer Verwaltung stehenden Hohlohturm auf dem Kaltenbronn seit 23. Mai ebenfalls wieder für Besucher geöffnet. Die Sprecherin des Vereins, Dagmar Uebel, macht jedoch darauf aufmerksam, dass beim Besteigen des Turms die Abstandsregelung mit Einbahn-Verkehr dringend eingehalten werden muss.

Der Hohlohturm bei Kaltenbronn ist für Besucher wieder geöffnet. Besucher müssen allerdings auch hier Abstandsregeln einhalten. | Foto: compusign / Stadt Gernsbach

Grundsätzlich waren bei den Vereinen laut Auskunft der Verantwortlichen bis vergangene Woche sämtliche Aktivitäten eingestellt. Das betrifft nicht nur Gruppenwanderungen und Kanutouren, sondern auch die Aktivitäten und Gruppenstunden der verschiedenen Jugend-, Volkstanz und Musikgruppen. Im Rahmen der gelockerten gesetzlichen Vorschriften werden inzwischen von einzelnen Personen in einigen Vereinen wieder Wanderungen in kleinen Gruppen durchgeführt.

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Viele Vereine warten wegen Corona noch mit Gruppenaktivitäten

Bei den meisten Vereinen heißt es allerdings im Moment immer noch Warten bis Ende August. „Wir können im Verein die Verantwortung für eventuelle gesundheitliche Schädigungen der Mitglieder nicht übernehmen, zudem wir häufiger Mitglieder mit einem höheren Altersdurchschnitt haben“, so die oft gehörte Begründung für diese Maßnahme aus den Verwaltungsgremien der Vereine.

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Der AKTF hat das Ziel, Verbesserungen sowie Ideen für Tourismus und Freizeit umzusetzen. Als wichtigste Errungenschaft, die man neben der Einrichtung von neuen Wanderwegen erreichen konnte, bezeichnet Sprecher Manfred Vogt den „Murgtäler Radexpress“. Am Pfingstsonntag fuhr der erste Sonderzug für Radfahrer in diesem Jahr von Ludwigshafen nach Freudenstadt.

Die Rundwegfreunde haben jeweils in Zweiergruppen den Michelbacher Rundwanderweg wieder „auf Vordermann“ gebracht. Geplant ist hier nach wie vor der Rundweg-Wandertag am 11. Oktober.