Als Kandidat für die CDU schaffte es Marco Krämer (links) in den Gemeinderat. Auf der Liste der FWV wurde Timo Krämer in das Gremium gewählt.
Als Kandidat für die CDU schaffte es Marco Krämer (links) in den Gemeinderat. Auf der Liste der FWV wurde Timo Krämer in das Gremium gewählt. | Foto: Müller

Brüder wollen Gemeinde stärken

Weisenbacher Zwillinge sind neu im Gemeinderat – für zwei verschiedene Gruppierungen

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Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 haben es in Weisenbach zwei Zwillinge in den Gemeinderat geschafft. Die zwei Brüder treten vertreten allerdings zwei verschiedene politische Gruppierungen. Dennoch sind sie sich einig: „Wir wollen Weisenbach voranbringen“, sagt Marco Krämer von der CDU. Timo Krämer von der Freien Wähler Vereinigung stimmt ihm zu.

Gewählt wurden sie wohl, weil man sie im Ort kennt, vermutet Timo Krämer. Sie seien engagiert, erzählen die zwei. Egal ob es um Arbeitseinsätze beim Fußballverein, dem Schwimmbadverein oder der Karnevalsgesellschaft „Hohle Eiche“ geht, sie packen mit an. Erst kürzlich organisierten sie die 72-Stunden- Aktion in Weisenbach.

So kam es, dass sie beim gemeinsamen Joggen von Florian Bleier darauf angesprochen wurden, ob sie bei der Kommunalwahl für die CDU kandidieren möchten. Nach einem Kennenlernen sagte Marco Krämer sofort zu. Timo Krämer brauchte noch Bedenkzeit und entschied sich nach einer Anfrage der FWV für diese Gruppierung.

Die Zwillinge haben ähnliche Interessen

„Das war eher Zufall“, erklärt Timo Krämer. Die Brüder streben aktuell keine Politikerkarriere an, sie möchten sich lediglich für Weisenbach engagieren. Dass sie nun für verschiedene politische Gruppierungen im Gemeinderat sitzen, empfinden sie als „spannend“ und „interessant“. Da es im Weisenbacher Gemeinderat ihrer Meinung nach harmonisch zugehe, sehen sie keine Probleme durch die Aufteilung. „Das Meiste wird in Weisenbach einstimmig beschlossen“, sagt Marco Krämer.

Dass sie ähnliche, aber nicht exakt die gleichen Dinge tun, scheint bei den Zwillingen Programm zu sein. Sie sind beide Elektroniker, Timo Krämer aber für Betriebstechnik in Baden-Baden und Marco Krämer für Automatisierungstechnik in Haueneberstein. „Wir machen das Gleiche, aber doch anders“, fasst Timo Krämer zusammen.

Bei den Hobbys zieht sich dieses Schema durch. Beide sind früher Mountainbike gefahren und haben später Handball gespielt. Marco Krämer wechselte wieder zurück zum Mountainbike fahren, Timo Krämer blieb länger beim Handball. Mittlerweile laufen beide, Marco Krämer fährt im Gegensatz zu Timo Krämer aber noch immer ab und zu Mountainbike.

Wir wollen Weisenbach so lebenswert lassen, wie es ist

Wenn es um Weisenbach geht, scheinen beide allerdings auf exakt derselben Linie zu sein. „Wir wollen Jung und Alt zusammenbringen“, sagt Timo Krämer. „Und Weisenbach so lebenswert lassen, wie es ist“, ergänzt Marco Krämer. Er hält es beispielsweise für wichtig, dass das, was man jetzt im Ort hat, auch dort bleibt. Ziel sei auch, die Einwohnerzahl zu halten, meint Timo Krämer.

Sein Bruder sieht dafür etwa den Tourismus und neue Attraktionen wie etwa Wanderwege als entscheidend an. Timo Krämer stimmt ihm zu und verweist auf das Konzept für das Hirsch-Areal, das seiner Meinung nach eine gute Sache für Weisenbach ist, da es ältere Leute zusammenbringt und Arbeitsplätze geschaffen werden.

Täglich kommt es zu Verwechslungen

Bei so viel Einigkeit irritiert die unterschiedliche Stimmenzahl, die die beiden Brüder erhalten haben. Marco Krämer zog mit 679 Stimmen in den Gemeinderat, Timo Krämer mit 830 Stimmen. „Die meisten Weisenbacher würden uns auf der Straße vermutlich nicht auseinanderhalten können“, mutmaßt Marco Krämer. Beinahe täglich komme es zu Verwechslungen.

Er vermutet, dass der Unterschied bei der Stimmenzahl durch die verschiedenen Gruppierungen zustande kam, für die sie angetreten sind. Tatsächlich wählten 48,4 Prozent der Weisenbacher die CDU und 51,6 Prozent die FWV.

Das Ergebnis erstaunt die Brüder aus Weisenbach

Streit gebe es deswegen aber keinen. „Schon vorher war klar, dass es nicht schlimm ist, wenn es nur einer oder gar keiner von uns in den Gemeinderat schafft“, sagt Timo Krämer. Sie hätten sowieso nicht damit gerechnet, dass sie aus dem Stand derartig gute Ergebnisse erzielen würden.

Nun können sich die Brüder noch mehr für die Zukunft von Weisenbach einsetzen. Und damit vielleicht eine Art Vorbild für andere junge Menschen sein. „Manche denken, die Arbeit im Gemeinderat ist spießig oder langweilig“, sagt Marco Krämer.

Aber wenn man sich damit auseinandersetze, merke man, dass dem nicht so sei. Beispielsweise mit Angeboten wie dem Jugendforum könne man bei jungen Menschen das Interesse für Kommunalpolitik wecken. „Ich finde, im Gemeinderat kann man viel erreichen“, sagt Marco Krämer. Jetzt können die zwei Brüder beweisen, dass das zutrifft.