Immer die gleichen Baumstandorte – auf dem Bild die ersten drei Bäume von links – in der Eggensteiner Hauptstraße werden von dem unbekannten Täter heimgesucht.
Immer die gleichen Baumstandorte – auf dem Bild die ersten drei Bäume von links – in der Eggensteiner Hauptstraße werden von dem unbekannten Täter heimgesucht. | Foto: Gemeinde

Gemeinde setzt Belohnung aus

Was treibt den Baumfrevler um?

Kleine Ursache – absolut verheerende Wirkung: Die Sägespuren, die ein unbekannter Täter seit November 2014 immer wieder an Spitzahornbäumen in der Eggensteiner Hauptstraße hinterlassen hat, sind gar nicht groß, waren sicher auch schnell eingeritzt. Aber sie reichen aus: Die Bäume mussten jedesmal ersetzt werden. Abgesehen hat es der Baumfrevler jedesmal auf die gleichen drei Baumstandorte gegenüber des Reisebüros. Mittlerweile summiert sich der Schaden auf über 10 000 Euro, denn die Bäume müssen jedesmal ersetzt werden (die BNN berichteten).

Bäume waren nicht mehr lebensfähig

Durch die Einschnitte seien die Bäume nicht mehr lebensfähig gewesen, teilt die Gemeindeverwaltung auf Anfrage dieser Zeitung mit. Die Rinde ist eine wichtige Leitungsbahnen des Baums. Zudem habe die Gefahr bestanden, dass es bei Sturm zu einem Bruch des Stammes kommt.

Gesamtschaden über 10000 Euro

Im November 2014 belief sich der Schaden auf 1 689 Euro, im Juni 2015 auf 1 814 Euro, im Juni 2016, im Februar 2017 und im Juni 2017 jeweils auf 1 892 Euro und beim jüngsten Vorfall im März 2018 auf 1 624 Euro. Zu diesen Kosten kommen jeweils noch die Stunden der Bauhofmitarbeiter hinzu. „Dieses Geld könnte in der Gemeinde wesentlich sinnvoller investiert werden“, schreibt die Gemeindeverwaltung auf der Homepage.
Im jüngsten Fall vergingen nur wenige Wochen zwischen der Neuanpflanzung (6. Februar 2018) und der Feststellung des Ansägens der neuen Bäume (28. März 2018). Zwischen der Neuanpflanzung am 6. April 2017 und der Entdeckung der nächsten Straftat am 12. Juni lagen knapp zwei Monate. In anderen Fällen hielten die Bäume zwischen drei bis sieben Monate, bevor sich der Täter erneut an ihnen verging.

Etwa sechs Zentimeter tief sind die Sägespuren in den Stämmen.
Etwa sechs Zentimeter tief sind die Sägespuren in den Stämmen. | Foto: Gemeinde

Vorfälle begannen nach Umbau der Hauptstraße

Ähnliche Fälle an anderen Standorten in Eggenstein-Leopoldshafen gibt es nicht, teilt Regine Hauck, die Referentin des Bürgermeisters, auf BNN-Anfrage mit. Zu Theorien, was den Baumfrevler umtreibt, will man sich bei der Gemeinde nicht äußern. Klar ist nur, dass die Vorfälle nach dem Umbau der Eggensteiner Hauptstraße 2014 begonnen haben. Auch darüber, ob es sich nach Ansicht der Gemeinde jedesmal um den gleichen Frevler handelt, will man keine Aussage machen. Die Schnitte zumindest ähneln sich: in einer Höhe von 1,60 bis 1,70 Meter und mit einer Tiefe von etwa sechs Zentimetern. Im vergangenen Jahr wurde die Säge allerdings auch kurz über dem Boden angesetzt.

1000 Euro Belohnung ausgesetzt

Obwohl die Gemeinde nach jeder Straftat Anzeige erstattet hat, ist man dem Täter bislang nicht auf die Spur gekommen. Bei der Polizei wird die Straftat als „gemeinschädliche Sachbeschädigung“ geführt, da es sich um Eigentum der Gemeinde handelt. Die Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen hat jetzt für sachdienliche Hinweise, die dazu beitragen, den Baumfrevler zu identifizieren, eine Belohnung in Höhe von 1 000 Euro ausgesetzt. Vertraulichkeit wird zugesichert.

Hinweise nimmt der Leiter des Ordnungsamts, Philipp Jänicke, entgegen, unter Telefon (07 21) 9 78 86 71 oder (07 21) 9 78 86 23 oder per E-Mail an p.jaenicke@egg-leo.de.