Wie im Dschungel: Am 23. und 24. Juni öffnet Alexander Wagner in Blankenloch sein Paradies auf kleiner Fläche mit exotischen Pflanzen zu den „Tagen der offenen Gärten“ in Stutensee.  | Foto: Manfred Spitz

Exotengarten in Blankenloch

Gleich hinter der Terrasse geht’s in den „Dschungel“

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Neben der Treppe begrüßen Trachycarpus (Fächerpalme), Granatapfel, Mandel-, Erdbeerbaum und Indianerbanane die Besucher. Es ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was die Gäste im „grünen Wohnzimmer“ von Silke und Alexander Wagner erwartet. Gleich hinter der Terrasse geht’s in den Dschungel. Ins botanische Reich des Hausherren, seinen „Exotengarten mit mediterranen, subtropischen und tropischen Pflanzen“. Urlaubsfeeling im Blankenlocher Dahlienweg 4a, wer hätte das gedacht?

Rundgang durch den Dschungel

„Der Garten hat nicht mal 100 Quadratmeter, aber eine Pflanzendichte, die ihresgleichen sucht – zumindest in Stutensee“, meint Alexander Wagner schmunzelnd. Am Samstag von 11 bis 18 Uhr und am Sonntag von 13 bis 18 Uhr lädt er beim „Tag der offenen Gärten und Höfe“ in Stutensee zum „Rundgang“ durch seinen Dschungel ein. „So ein Garten ist nicht jedermanns Sache, das weiß ich“, sagt Wagner. „Aber darüber diskutieren, mit anderen Gartenfans ins Gespräch kommen – auch deshalb mache ich mit.“

Auf 100 Quadratmetern hinterm Haus hat sich Alexander Wagner ein besonderes Refugium geschaffen. Mit mediterranen, tropischen, subtropischen Pflanzen – und einem Rundgang. | Foto: Spitz

13 Privatleute öffnen ihre Gartentüren

Anregungen holen und Gartenwissen austauschen, Gartenkunst erleben, Schönes bewundern und staunen: Das ist die Intention der Tage der offenen Gartentüren, die im zweijährigen Rhythmus am Wochenende nun zum vierten Mal stattfinden. Insgesamt 13 private Gärten sowie zwei Höfe können am 23. und 24. Juni besichtigt werden. „Das sind in etwa so viele wie 2016“, verdeutlicht Reiner Dick, Leiter des Umweltamtes der Stadt Stutensee. „Nachdem es mit den Anmeldungen schleppend angelaufen ist, sind wir damit zufrieden.“

Ein Info-Flyer zum Tag der offenen Gärten und Höfe in Stutensee mit Einzelheiten zu den Teilnehmern, Adressen und Zeiten kann im Bürgerbüro und seinen Außenstellen in den jeweiligen Stadtteilen eingesehen oder online abgerufen werden unter: www.stutensee.de/unsere-stadt/natur-in-stutensee.

Ich wollte keinen Nutzgarten

Alexander Wagner ist nach 2014 zum zweiten Mal dabei. „Damals“, erinnert er sich, „sind etwa 40, 50 Leute gekommen.“ Zeigen wolle er, „was man machen kann, wenn man keinen Nutzgarten will“. Mit wenig Aufwand und exotischem Flair.

Palmen und Bananen

Im Blankenlocher Dahlienweg gibt es keinen Bauerngarten zu bewundern. Stattdessen zwölf Palmen- und fünf Bananenarten. Den Pfefferbaum aus dem Mittelmeerraum und das Pfefferblatt aus Mexiko. Mediterrane Kreppmyrte und Riesenrhabarber, auch Mammutblatt genannt. Avocado, Ingwer und Khaki. Orangen, Zitronen und Oliven. Bambus, Oleander und Strelizien mit ihren an Vogelköpfe erinnernden Blüten. Dazwischen sorgen rote Hortensien für Farbtupfer im Grün.

Teufelskrückstock und Reispapierbaum

Der japanische Angelikabaum, auch Teufelskrückstock genannt, verschafft sich mit bedorntem Stamm und stacheligen Trieben Respekt. „Und hier“, Alexander Wagner zeigt stolz auf eine für Exotenliebhaber besonders interessante Pflanze im Unterholz, „das ist ein in China beheimateter Reispapierbaum“.

Es gab auch Rückschläge

Was aber weckte Wagners Faible fürs Exotische? „Ich hatte die Nase voll, wegen ein paar Quadratmetern Rasen mähen zu müssen. Genauso von der ständigen Pflanzerei. Im Herbst raus für den Frühling, im Frühling raus für den Herbst …“ In Internetforen machte sich Wagner dann schlau. Über exotische Gewächse, wie man diese vermehren oder Pflanzensamen tauschen kann. „Da kamen oftmals Überraschungen raus. Es gab aber auch Rückschläge“, erzählt er.

Jeden Herbst wird „Schutzhaus“ gebaut

Einen, freilich nur aus Sicht von Außenstehenden, Haken hat die Sache mit den Exoten: Sie vertragen keine Kälte, keinen Frost. Anfangs, als die Pflanzen klein waren, wurden sie einfach „warm eingepackt“. Doch sie wurden recht schnell groß und größer: „Jetzt schneide ich alles runter. Außer bei den Palmen.“ Um das, was nach der herbstlichen Radikalkur noch steht, baut Wagner im wahrsten Sinne des Wortes ein Haus. Aus Holzlatten, mehreren Lagen Folien, und mit einer Heizung. Für alle Fälle. Denn ab minus zehn Grad Außentemperatur wird’s ernst.

Wagners exotische Wohlfühloase

Jeweils fünf Tage veranschlagt er zum Aufbau des „Schutzhauses“ im Herbst und zum Abbau im Frühjahr. Das soll nicht aufwendig sein? Wagner lacht. „Mehr muss ich nicht machen, höchstens mal den Beriesler einstellen, aber das ist es dann auch schon.“ Und was macht er sonst über das Jahr? „Durch den Garten laufen, Blätter zählen und Pflanzen streicheln“, sagt er und lacht. Also relaxen in seiner exotischen Wohlfühloase, die Alexander Wagner am „Tag der offenen Gärten und Höfe“ interessierten Gartenfreunden zeigt.

 „Tag der offenen Gärten und Höfe“ in Stutensee:  Am Samstag, 23. Juni, und Sonntag, 24. Juni, gewähren zwölf Privatpersonen aus den Stadtteilen Blankenloch, Friedrichstal, Spöck und Staffort sowie ein „Gastteilnehmer“ aus Weingarten Einblicke hinter die Garten-Kulissen. Erstmals sind zwei örtliche Nahrungsproduzenten dabei. Der Pfinz- und Meierhof, beide in Staffort, präsentieren Betrieb, Hofladen und landwirtschaftliche Produkte. Deshalb in diesem Jahr auch das abgeänderte Motto: „Tag der offenen Gärten und Höfe – Gutes aus Garten und Region“. Die Eröffnung ist am Samstag um 10 Uhr auf dem Pfinzhof der Familie Hauth in Staffort (Carl-Peter-Straße 9). Nach dem Grußwort von Bürgermeisterin Sylvia Tröger starten die Besichtigungen. Außerdem gibt es ein interessantes Rahmenprogramm unter anderem bei den Vogelfreunden Spöck, bei Schloss Stutensee, beim Streuobst-Lehrpfad in Blankenloch und auf dem Gelände der DHU (Deutsche Homöopathie-Union) in Staffort.