Unter erschwerten Bedingungen sind die Forstmitarbeiter derzeit im Wald am Arbeiten. Durch die anhaltenden Regenfälle der vergangenen zwei Monate hatte der Waldboden nie Gelegenheit zum Abtrocknen.
Unter erschwerten Bedingungen sind die Forstmitarbeiter derzeit im Wald am Arbeiten. Durch die anhaltenden Regenfälle der vergangenen zwei Monate hatte der Waldboden nie Gelegenheit zum Abtrocknen. | Foto: Rake Hora

Nässe behindert Forstarbeiten

„Als ob Sie durch Kartoffelbrei gehen“

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„Wenn Sie derzeit durch den Wald gehen und die Wege verlassen, dann ist das ein Gefühl, als ob Sie durch Kartoffelbrei gehen. Die Böden sind ganz weich.“ So beschreibt Bernhard Peichl, Leiter des Forstamts im Landratsamt Karlsruhe, die gegenwärtige Situation in den Wäldern im Landkreis nach den anhaltenden Regenfällen in den vergangenen zwei Monaten. Weil die Waldböden keine Gelegenheit zum Abtrocknen hatten, laufen die Waldarbeiten derzeit unter erschwerten Bedingungen.

Die Maschinen sinken bei Waldarbeiten ein

„Die Rückewege, über die wir das Holz mit Maschinen aus dem Wald holen, sind grundlos, wie wir sagen“, erklärt Peichl. „Die Maschinen sinken ein, produzieren sehr starke Fahrrinnen und ruinieren die Wege. Die Rückewege können deshalb derzeit überhaupt nicht befahren werden. Sie sind einfach nicht fest genug. Bis sie wieder benutzt werden können, müsste es ein bis zwei Wochen trocken bleiben. Oder es müsste eine längere Frostperiode geben, aber die ist nicht abzusehen.“ Über Frost im Winter freuen sich zwar in erster Linie die Landwirte, er ist aber auch den Mitarbeitern im Forst nicht unlieb: „Weil er den Boden fester macht und die Waldarbeit erleichtert.“

Befestigte Waldwege sind noch nutzbar

Neben den Forstarbeitern wollen natürlich auch Unternehmer, die im Auftrag der Holzkäufer, der Sägewerke und der Holzindustrie, arbeiten, Stämme abtransportieren. „Die normalen befestigten Waldwege, auf denen man mit Lkw fahren kann, sind noch nutzbar“, sagt Peichl, schränkt aber ein: Wenn jetzt allerdings zu viele Lkw dort fahren würden, müsse man weitersehen. „Wir hätten die Möglichkeit, die Wege zu sperren, aber das ist das Mittel der letzten Wahl, wenn wir merken, dass ein Weg massiv in Mitleidenschaft gezogen ist. Wir sind ja daran interessiert, dass das Holz verkauft wird und zu den Kunden kommt.“

Starke Niederschläge im Winter sind normal

Aber wer Erholung sucht, der kann grundsätzlich in den Wald gehen, betont Peichl. „Man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass es sehr feucht und das Fahren ein großes Problem ist.“ Und die Sicherheit für die Waldbesucher? „Die Standfestigkeit der Bäume nimmt ab, je weicher der Boden ist, weil die Bäume weniger gut verankert sind“, erklärt Bernhard Peichl. „Aber die Bäume haben die Stürme der vergangenen Tage relativ gut überstanden. Es gab einzelne Schäden, aber in der Summe war es nicht dramatisch. Manche Bäume sind gebrochen, manche gefallen, aber das kann alles durch den normalen Jahreseinschlag aufgefangen werden. Die Besucher können jetzt, da die Stürme vorbei sind, wieder in den Wald gehen. Wenn der Wind allerdings wieder zunimmt, sollten sich die Leute aus dem Wald fernhalten.“ Starke Niederschläge sind im Winter übrigens normal, sagt der Forstamtleiter. „Die Bäume brauchen das, wenn sie wachsen sollen.“