Modern und zukunftsfähig: Der Neubau für die sozialen Wohnungen in der Kirchenstraße 33 in Graben ist funktional und schlicht und bietet Platz für Einzelpersonen und Familien, freut sich Bürgermeister Christian Eheim. | Foto: del

Neues Gebäude in Graben gebaut

Auf Brachflächen bietet sich Raum für Sozialwohnbau

Anzeige

In den Kommunen um Karlsruhe wird der Ruf nach bezahlbarem Wohnraum immer lauter. Von sozialem Wohnen, von sozial gemischtem  Wohnen ist viel die Rede. Im Allgemeinen wird oft von Sozialwohnbau gesprochen.  Kurzum: Steigende Nachfrage nach Wohnraum beschäftigt die Kommunen rund um Karlsruhe.

Die Gemeinderäte und Verwaltungen suchen Lösungen, die meist nicht ganz einfach ist. Grundstücke werden teurer, in vielen Fällen gelingt es jungen Familien nicht, eine Wohnung zu kaufen, ein Haus zu bauen, manchmal nicht einmal, eine hübsche Wohnung zu mieten.

Auch interessant: So soll Graben-Neudorfs „Mitte“ mal aussehen

In Graben-Neudorf wird am Samstag ein neues Objekt vorgestellt, in dem die Gemeinde 14 Wohnungen unterschiedlicher Größe im Sozialwohnbau errichtet hat, die für Menschen mit geringerem Einkommen konzipiert sind. Der Neubau in der Kirchenstraße ersetzt die „Burg“. Im Neubau sind je sieben Ein- und Mehr-Zimmer-Wohnungen. „Wir haben die kalkulierten Kosten von knapp 2,3 Millionen Euro auf 1,9 Millionen verringert“, freut sich Bürgermeister Christian Eheim. Für das Projekt wurden 426.000 Euro Zuschuss überwiesen.

Der Vorgängerbau war nicht mehr bewohnbar

„Der Altbestand war baufällig und nicht mehr bewohnbar“, so Eheim. Die „Burg“ wurde abgebrochen. Der Neubau, der sich in die Umgebung harmonisch einfügt, erhielt als neuer Sozialwohnbau einen größeren Bauplatz und damit mehr Raum für künftige Bewohner. Noch sind die Wohnungen nicht zugeteilt. „Derzeit verfügt die Gemeinde über 75 Wohneinheiten in neun Objekten. Mit der Kirchenstraße 33 wächst der Bestand auf 89 in zehn Gebäuden.“ Derzeit stünden 100 Menschen auf der Warteliste, die nach Wohnraum fragten, die meisten hätten einen Wohnungsberechtigungsschein.

Geförderte Wohnungen in der Neuen Mitte

In der „Neuen Mitte“ baut ein Unternehmen aus Karlsruhe 131 Wohneinheiten. 28 werden betreute Wohnungen, 24 geförderte Mietwohnungen, 26 solche mit Förderung für junge Familien und 53 frei vermietbare. „Wir wollen dort eine gute soziale Mischung haben“, sagt Eheim. „Wir sind froh, viele Projekte machen zu können, dank guter Gewerbesteuereinnahmen, die es uns ermöglichen, ein soziales Gesicht zu zeigen.“ Das Projekt „Neue Mitte“ ist derzeit das ehrgeizigste Vorhaben in Graben-Neudorf. Die Fläche von rund 12.000 Quadratmeter soll ab Herbst bebaut werden. Im März 2022 sollen die Häuser fertig sein.

Mehr zum Thema: Artenschutz verzögert Bauvorhaben im Norden von Karlsruhe

„Noch dieses Jahr sollen Gewerbebrachen, ein ehemaliges Autohaus und eine frühere Schreinerei, überplant werden“, sagt Bürgermeister Eric Bänziger in Weingarten. „Auf jeden Fall zeitnah“ soll dort gebaut werden. Der Gemeinderat habe die Verwaltung beauftragt, Möglichkeiten für soziales und kostengünstiges Wohnen zu ermöglichen. Im Wohnareal „!mittendrin leben“ sei soziales Wohnen nicht vorgesehen. Auf dem alten TSV-Gelände habe die Gemeinde für acht Millionen Euro 56 Wohnungen errichtet, die für Flüchtlinge und als Sozialwohnbau genutzt werden.

Ökologische Prinzipien beim Bauen

Ein Objekt mit 29 Mietwohnungen von Appartement bis Penthouse hat die Stutenseer Seeger-Gruppe in Zusammenarbeit mit einer Karlsruher Firma als Generalunternehmer im Bau. Das Gebäude liegt in Friedrichstal an der Berliner Allee. Besonderen Schwerpunkt legt der Bauherr auf die ökologische Ausrichtung: Ein Blockheizkraftwerk produziert den Strom, die Abwärme wird zur Heizung genutzt. „Es ist unser bisher größtes Neubauprojekt, bei dessen Realisierung wir mit Partnern aus der Region zusammenarbeiten“, sagt Seeger-Geschäftsführer Andreas Dürr.

Wohnpark Mittendrin

Auf einem 12.400 Quadratmeter großen Grundstück werden bis Ende 2023 etwa 150 Wohneinheiten in drei- bis viergeschossigen Gebäuden errichtet werden. Ein Drittel davon ist als geförderter sozialer Wohnungsbau konzipiert wird. Charakteristisches Element des neuen Quartiers sind Blockheizkraftwerks und PVT-Absorber für hohe energetischen Effizienz, teilt der Stutenseer Pressesprecher Lukas Lang mit.

Wir haben noch eine Option im Blick

Für die Realisierung von bezahlbarem und sozialem Wohnraum zeichnet sich ein weiterer Weg ab: Die Stadtverwaltung stehe in Verhandlungen mit dem Land Baden-Württemberg, das sich bereit zeige, 19.000 Quadratmeter Fläche in Friedrichstal für kommunalen, insbesondere bezahlbaren und Sozialwohnbau an die Stadt zu veräußern. Dabei will sich die Stadt Stutensee detailliert mit der möglichen Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft auseinandersetzen, heißt es auf Anfrage weiter aus dem Rathaus.

Auch interessant: Das neue Wildparkstadion in Karlsruhe wird viel teurer

Auf dem Areal eines ehemaligen Einkaufsmarkts soll in Linkenheim-Hochstetten Wohnbau realisiert werden, informiert Pressesprecherin Katja Stieb. 20 Prozent davon sollen dem Sozialwohnbau dienen.  Gebaut werde 2021. Die Gemeinde habe 19 Häuser, vier davon derzeit in Umbau, in denen 27 Sozialwohnungen, 30 für Asylbewerber und 15 für Obdachlose liegen, sagt der Gebäudemanager der Gemeinde, Peter Burghardt. Alle Wohnungen seien belegt.