Auf den Grill legen lässt sich nahezu alles. Stefanie Göpfrich und Gabriele Schink vom Edeka-Markt in Linkenheim-Hochstetten präsentieren hier die Fleisch-Klassiker. | Foto: Stieb

Trends auf dem Rost

Auf in die Grill-Saison!

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Der Duft allein steht schon für Sommer: Wenn der Grill angeheizt wird und die ersten Würstchen darauf brutzeln, dann ist das Urlaubsfeeling perfekt. Gerade jetzt in den Pfingstferien, die aus meteorologischer Sicht kaum Wünsche offenlassen, bleibt bei vielen Daheimgebliebenen die Küche kalt und man behilft sich mit einem gemütlichen Grillabend – der ja ohnehin viel geselliger sein soll als das obligatorische Mahl am Esstisch.

Doch was kommt heutzutage eigentlich auf den Grill? Nur Steaks und Würstchen? Schwein, Rind oder Geflügel? Und überhaupt: Darf man eigentlich auch grillen, wenn es draußen regnet? Eine kleine Umfrage an Fleischtheken im Hardtgebiet soll klären, was hierzulande gerne auf dem Grill landet und welche Grill-Trends auszumachen sind.

Dry Aged ist der Renner

„Dry Aged Beef ist momentan der Renner“, erzählen Stefanie Göpfrich und Gabriele Schink von einem Einkaufsmarkt in Linkenheim-Hochstetten. „Dieses Fleisch ist am Knochen gereift und ergibt herrlich zarte Steaks, die sehr beliebt sind.“ Überhaupt: Das Steak sei trotz vieler neuer, kreativer Delikatessen immer noch der Klassiker auf dem Grill: „Schweinehals- und Schweinrückensteaks werden immer stark nachgefragt und die Kunden entscheiden sich meist für unterschiedliche Marinaden, um etwas Abwechslung zu haben“, erklären die Fleischerei-Fachfrauen. „Generell muss man aber stark nach Geschlechtern unterscheiden: Während Männer am liebsten zu qualitativ hochwertigen Rindersteaks und kräftigen Würzungen greifen, mögen Frauen in der Summe eher Geflügelfleisch, zum Beispiel kombiniert mit Grill-Gemüse und leichte, exotische Würzungen.“

Der Trend geht zu mehr Qualität

Dass heutzutage keineswegs nur Fleisch auf dem Grill gebrutzelt wird, weiß Marktbetreiber Manuel Kuhn längst: „Generell ist Grillen in den vergangenen Jahren viel populärer geworden und ersetzt ein Stück weit die Küche“, sagt er. „Man grillt Gemüse wie Maiskolben und Zucchini, Feta und Halloumi-Käse und manche bereiten sogar ihr Dessert auf dem Grill zu. Generell ist zu beobachten, dass der Trend zu mehr Qualität geht: Es wird zwar weniger gekauft, dafür aber hochwertigere Ware.“

Diese Beobachtung macht auch Reinhold Kleinert von einer Metzgerei in Eggenstein-Leopoldshafen: „Auch bei uns liegt das Dry Aged Rindfleisch ganz hoch im Kurs“, erzählt er. „Es ist aber auch wirklich sehr delikat und sein Geld wert.“ Doch auch die Klassiker seien bei seinen Kunden nicht aus der Mode: „Thüringer Würstchen, Käseknacker und Merguez werden sehr häufig gekauft“, so Kleinert, dem auffällt, dass gerade die jüngeren Generationen – ganz unabhängig vom Wetter – die Küche durch den Grill ersetzen: „Ich denke, es ist der Spaßfaktor, der hier entscheidend ist“, meint der Fleischer. „Und natürlich auch die vielfältigen Möglichkeiten: Man kann fast alles grillen und gerade die Vegetarier zum Beispiel kommen mit Gemüsespießen oder Grillkäse auch auf ihre Kosten.“

Wildschwein hoch im Kurs

Bei Metzger Oliver Maag aus Dettenheim steht momentan ein Schwein ganz hoch im Kurs: Das Wildschwein. „Diese Steaks sind unser Highlight derzeit“, erzählt der Betreiber des Familienunternehmens, das weit über die Region hinaus auch für seine Paprikawürste bekannt ist. „Bei Wildschwein denkt man nicht sofort an Grill, aber es lohnt sich, das einmal auszuprobieren. Wir bieten verschiedene Marinaden an und kommen da auch gerne den Kundenwünschen entgegen.“ Ansonsten ist Oliver Maag nicht unbedingt der Freund kulinarischer Experimente: „Mir ist Qualität am wichtigsten: Hervorragendes Fleisch braucht keinen Firlefanz“, erklärt Oliver Maag, der mit einem Schmunzeln bekennt, kein großer Freund des Grillens zu sein: „Wenn meine Kinder mal grillen, setze ich mich dazu, ansonsten ist mir ein Kotelett mit Rotkraut lieber.“

Von Katja Stieb