Ersthelfer vor Ort: Torben Marggrander (rechts) und Sebastian Frank zeigen an der Unfallstelle, was dem Ehepaar passiert war. | Foto: AVG

Fürsorgliche Helfer

AVG-Mitarbeiter versorgen in Linkenheim gestürzte Radfahrerin – viel Lob

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Zwei Mitarbeiter der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) haben bei einem Unfall in Linkenheim kürzlich Erste Hilfe geleistet. Torben Marggrander und Sebastian Frank eilten einem Rentnerehepaar zu Hilfe, das im Schienenbereich mit dem Tandem gestürzt war. Die Frau zog sich dabei schwere Verletzungen zu, wie später diagnostiziert wurde.

Die Retter sicherten den Straßenbereich ab, hielten eine heranfahrende Stadtbahn an und riefen nach einer Erstversorgung die Rettungskräfte. Am Ende fuhren sie den Ehemann samt Fahrrad sogar nach Hause.

Es ist nicht das erste Mal, dass AVG-Mitarbeiter sich so fürsorglich zeigen. Fast hat es eine gewisse Tradition – das zeigen auch mehrere Auszeichnungen, die AVG-Mitarbeiter als „Eisenbahner des Jahres“ erhalten haben. Mal als Ersthelfer an einer Haltestelle, mal als Retter eines jungen Greifvogels auf einer Strecke.

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Stolz auf die Mitarbeiter

„Die beiden waren extrem fürsorglich und warmherzig, das fand ich ganz toll“, sagte der Rentner einige Tage nach seinem Unfall bei einem Telefonat mit der AVG, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

Ascan Egerer, technischer Geschäftsführer der AVG, ist demnach sehr stolz auf seine Mitarbeiter: „Sie haben sich absolut vorbildlich verhalten und ihr Wissen aus den Ersthelferkursen angewendet, die wir regelmäßig anbieten. Ich bin stolz, dass wir solche Leute in unserem Team haben.“

Dass die Kollegen vorbildlich gehandelt haben, findet auch Michael Krauth, Pressesprecher des Unternehmens. Wäre es also nicht eine Möglichkeit das Team für den Preis „Eisenbahner mit Herz“, der von der Initiative „Allianz pro Schiene“ ausgelobt wird, vorzuschlagen?

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Auszeichnung eigentlich unmöglich – doch es bleibt eine Hintertür

Das gehe nicht, sagt Krauth: „Die Regularien des Preises besagen, dass die AVG die Kollegen nicht selbst vorschlagen kann.“ Wenn es jedoch Personen aus dem Umfeld des Ereignisses, wie Passanten oder Fahrgäste täten, fände er es eine tolle Würdigung des Einsatzes.

Torben Marggrander und Sebastian Frank erinnern sich an den Einsatz am 27. Mai am Stadtbahnhalt Friedrichstraße in Linkenheim. „Plötzlich hörten wir etwa dreißig Meter entfernt ein lautes Scheppern und einen dumpfen Aufschlag“, erinnert sich Frank.

Die beiden blickten aus ihrem Schacht und sahen, dass bei der Schienenquerung zwei Radfahrer gestürzt waren. Sie ließen alles stehen und liegen und eilten den Verunglückten zu Hilfe. Das Ehepaar war auf dem Heimweg von einer Radtour. In Linkenheim geriet ein Rad ihres Tandems in die Schienenrille der Stadtbahnstrecke und das Paar war schmerzhaft zu Fall gekommen. „Wir haben sie angesprochen und gemerkt, dass die Frau sich wohl schwerer verletzt hatte“, berichtet Marggrander.

Die Bahn angehalten und den Rettungsdienst gerufen

Die jungen Männer sicherten den Unfallort ab, leiteten Autos um die Unfallstelle herum und ließen über die Leitstelle der Verkehrsbetriebe die Stadtbahnfahrer auf der betroffenen Strecke informieren. Zudem verständigten sie auf Wunsch des Ehemannes einen Krankenwagen. „Ich hätte das alleine gar nicht alles geschafft und konnte mich dank ihrer Hilfe vollumfänglich um meine Frau kümmern“, berichtet der Rentner dankbar.

Zusammen bewegten Ehemann und die beiden Retter die Verletzte ganz langsam Stück für Stück auf die Seite, sodass Sebastian Frank die mittlerweile wartende Stadtbahn vorbeilotsen konnte. „Als die Frau schließlich mit dem Rettungswagen abgefahren war, boten wir dem Mann an, ihn samt Rad nach Hause zu bringen. Wir hatten einen großen Transporter dabei und wollten ihn mit den Schürfwunden dort nicht stehen lassen“, erzählt Marggrander.

Für ihn und seinen Kollegen, beides langjährige Mitarbeiter der AVG, war es eine Selbstverständlichkeit zu helfen. Beide sind wie ihr gesamtes Team ausgebildete Ersthelfer. „Wenn wir mit der Geschichte andere Menschen dazu animieren können, ähnlich zu handeln, dann freut es uns“, sagen die beiden bescheiden.

bnn/pat