Mit der Unbeschwertheit im Bad ist es seit Mitte März vorbei. Unser Bild zeigt Besucher im Hallenbad Eggenstein-Leopoldshafen. | Foto: privat

Wartungsarbeiten und Verluste

Badbetreiber im nördlichen Landkreis Karlsruhe hoffen auf grünes Licht vom Land

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Seit Mitte März ist Schicht in den Hallen- und Freibädern im Land, natürlich auch in der Hardt. Derzeit wird in fast allen Bädern geschrubbt und die Technik geprüft, damit es nach einem möglichen „Go“ der Landesregierung nach Pfingsten zunächst mit dem Lehrschwimmbetrieb losgehen kann.

Noch mindestens bis 24. Mai ist der Bäderbetrieb laut aktueller Landesverordnung untersagt. Wie es dann weiter geht, steht in den Sternen, doch hoffen die Badbetreiber in der Hardt, dass sie ihre Einrichtungen vor den Sommerferien wieder öffnen dürfen.

In Stutensee gibt es gleich zwei Hallenbäder – das 2018 eröffnete „Stutenseebad“ und das Hallenbad Spöck. In ersterem soll, sobald das Land grünes Licht gibt, zunächst mit dem Lehrschwimmbetrieb begonnen werden. Wie Pressesprecher Lukas Lang auf BNN-Nachfrage erklärt, habe die Große Kreisstadt deutliche Einnahmeverluste, denn jeden Monat nutzten im Normalfall zusätzlich zu den Schulen und Vereinen rund 4.000 Badegäste das Hallenbad.

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Vor einigen Tagen habe man mit umfassenden Reinigungsmaßnahmen begonnen, so Lang, in den kommenden Tage würden zudem Maßnahmen zur Gewährung des Mindestabstands umgesetzt sowie zusätzliche Desinfektionsmöglichkeiten bereitgestellt.

Alle 72 Stunden muss Wasser im Hallenbad durchlaufen

Die Mitarbeiter des Hallenbads in Eggenstein-Leopoldshafen hätten die Schließzeit genutzt, um ihr Schwimmbad einer gründlichen Reinigung zu unterziehen, berichtet Fachgebietsleiterin Kerstin Fautz. Das Wasser wurde abgepumpt, das Edelstahlbecken von der Patina befreit.

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Normalerweise werde das Hallenbad für die Grundreinigung im September zwei Wochen geschlossen. „Sollte das Bad bis dahin wieder öffnen dürfen, könnte dann die Schließung entfallen“, hofft Hallenbadleiter Jörg Gerloff auf bessere Zeiten, allerdings mit viel Zweifel in der Stimme.

Gerloff macht alle paar Tage seine Runde durch das Bad und ergreift Maßnahmen, damit keine Verkeimung aufkommt. Das wichtigste sei das Durchspülen aller Leitungen: „Spätestens alle 72 Stunden muss Wasser durchlaufen“, erklärt der Betriebsleiter. Allein das Füllen des großen Beckens nehme 1,5 Tage in Anspruch, dann muss das Wasser aufgeheizt werden. „Dann bleibt abzuwarten, welche Vorgaben zur Hygiene die Landesregierung vorgibt.“

 

Klar Schiff macht Joachim Ziell im Hallenbad Eggenstein-Leopoldshafen. | Foto: privat

 

Die Gemeinde habe durch die Schließung geschätzt monatlich rund 8.000 Euro Einnahmeausfall, teilt Regine Hauck, Referentin des Bürgermeisters auf BNN-Nachfrage mit.

Mal mehr, mal weniger Einnahmeverluste

Auch in der Pestalozzischule Liedolsheim in der Gemeinde Dettenheim gibt es ein Hallenbad. Das wird laut Aussage von Bauamtsleiter Philipp Köhler hauptsächlich von Schulen und Vereinen genutzt, dennoch gebe es Einnahmeausfälle durch fehlende Besucher. „Wir gehen da von 4.000 Euro aus“, sagt Köhler. In den kommenden Tagen werde man mit Reinigungsabeiten beginnen.

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In Weingarten ist Bäderleiter Viktor Reznikow „nach wie vor optimistisch“ hinsichtlich der baldigen Öffnung des Hallen- und Freibades. Seit 16. März sind Hallenbad und Sauna geschlossen. Als sich die längerfristige Schließung abzeichnete, habe man das Bad still gelegt und das Wasser abgelassen.

Die Zeit wurde genutzt, um die jährliche Grundreinigung des Edelstahlbeckens durchzuführen. Aktuell wird zudem die neu installierte Mess- und Regeltechnik der beiden Becken des Freibades überprüft. „Wir benötigen 14 Tage Vorlaufzeit, um das Bad komplett in Betrieb zu nehmen“, sagte Reznikow.

Aktuell belaufen sich die Einnahmeverluste aus Eintrittsgeldern des Walzbachbades und der Sauna laut Kämmerer Michael V. Schneider auf über 10.000 Euro.

„So gut wie keine Einnahmeverluste“ gibt es dagegen in Pfinztal: „Das ist ja in erster Linie ein Lehrschwimmbecken, das abends für die Öffentlichkeit geöffnet ist. Die meisten, die hier baden, sind Dauerkarteninhaber“, sagt Fachbereichsleiter Wolfgang Kröner.