Häufig geschlossen ist der Bahnübergang Söllingen Bahnhof, der unter anderem deshalb beseitigt wird, weil es bei Reparaturen kaum mehr Ersatzteile gibt. | Foto: Müller

Zwei Unterführungen

Bahnübergang Söllingen wird beseitigt

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Die Bahnstrecke teilt den Pfinztaler Ortsteil Söllingen. Seit vielen Jahren wird über die Beseitigung dieses Verkehrshindernisses diskutiert. Nachdem bereits eine Nordumfahrung gebaut wurde, sollen jetzt eine Unterführung für Pkw und Radfahrer sowie eine für Fußgänger gebaut werden.

Ein Riesenprojekt für den Pfinztaler Ortsteil Söllingen ist die Beseitigung des schienengleichen Übergangs am Haltepunkt Bahnhof. Dort entsteht eine Unterführung für Pkw und Radfahrer sowie eine zweite Unterführung für Fußgänger. Zudem werden sämtliche Leitungen neu verlegt und werden die Bahnsteige neu gebaut. Teil des Projekts „Beseitigung Bahnübergang“ ist die bereits fertiggestellte Nordumfahrung für Lkw. Die Gesamtkosten für alle drei Bauwerke sind mit 41 Millionen kalkuliert. Wie lange wird gebaut? Was genau wird gemacht? Auf was müssen sich die Söllinger einstellen? Was ist mit dem Bahnverkehr? Die BNN haben nach der Bürgerinformation in Söllingen Fragen und Antworten zum Thema zusammengestellt.

Über was wurde jetzt genau informiert?

Bauamtsleiter Günter Knobloch hat die aktuellen Pläne für den Bau der Pkw-/Radfahrerunterführung und der Fußgängerunterführung vorgestellt.

Wann soll es denn mit den Arbeiten losgehen?

Die beiden Unterführungen direkt an der Haltestelle sollen ab Spätsommer in Angriff genommen werden. Zunächst werden großräumig sämtliche Leitungen neu geordnet, danach geht es an den eigentlichen Bau. Mit mehreren Jahren Bauzeit an der „Wespentaille“ Söllingens wird gerechnet.

Wann wird der Übergang geschlossen?

Eine wichtige Frage für Pfinztal. Stand heute soll der Übergang am 1. September für immer dicht gemacht werden.

Wie kommen die Söllinger dann auf die jeweils andere Seite der Bahn?

Wenn man das genau wüsste … Konkret ist eine provisorische Brücke für die gesamte Bauzeit angedacht. Allerdings will die Gemeinde noch einmal mit der Bahn und der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) über die Schließung des Übergangs reden, ob die nicht später erfolgen kann. Unabhängig davon ist die provisorische Brücke nicht für alle nutzbar. Menschen mit Gehproblemen oder Menschen mit Kinderwagen müssen andere Lösungen suchen. Deswegen will die Gemeinde das Thema Aufzüge weiter diskutieren – bislang hieß es, das gehe nicht, weil zu wenig Platz vorhanden sei. Wenn Aufzüge tatsächlich nicht möglich sind, kommt eine Art Innerorts-Shuttle in Betracht.

Was ist mit dem Bahnverkehr generell während der Bauzeit? Da haben vor allem die Pendler Bedenken.

Die Haltestelle Bahnhof könnte nach der Einschätzung der Gemeinde wohl bis zu 15 Monate nicht benutzbar sein. Ansonsten sollen sämtliche Arbeiten den Bahnverkehr an sich nicht beeinflussen. Diese Information der planenden AVG wurde bei der Bürgerinfo – vornehm ausgedrückt – reserviert zur Kenntnis genommen.

Das Gesamtprojekt inklusive Nordumfahrung kostet rund 41 Millionen Euro, von denen 13 an der Gemeinde hängen bleiben. Muss das überhaupt alles gebaut werden?

Die Diskussion wurde lange geführt und ist auch abgeschlossen. Bei der Bürgerinfo wurde die Frage erneut gestellt, aber entsprechend beschieden. Vor wenigen Jahren hatten Bürger auch das Thema Gemeindefinanzen im Visier und wollten das Söllinger Projekt mittels eines Bürgerentscheids verhindern. Das scheiterte aber schon formal. Der bestehende Bahnübergang wurde und wird als Belastung und Trennung für den Ort gewertet. Bauamtsleiter Knobloch betonte, dass man um die hohen Belastungen während der Bauphase weiß und diese soweit als möglich abmildern will. Ein Problem werde etwa die Parkplatzsuche im Umfeld der anderen S-Bahn-Haltepunkte sein. Aber insgesamt handle es sich um eine Maßnahme, die den Menschen und dem Ort diene, und zudem auch einen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs erlaube.