Baustellen auf Rheinbrücken sind so eine Sache: Bei der Salierbrücke an der B39 zwischen Speyer und Altlußheim kommen den Bauarbeiten nun unerwartete Schadstoffe in die Quere. | Foto: Heintzen

Bauarbeiten nicht beeinflusst

Baustelle: Unerwartete Schadstoffbelastung an Salierbrücke bei Speyer

Anzeige

Baustellen auf Rheinbrücken sind so eine Sache: Bei der Salierbrücke an der B39 zwischen Speyer und Altlußheim kommen den Bauarbeiten nun unerwartete Schadstoffe in die Quere.

Was im unmittelbaren Raum Karlsruhe die Bauarbeiten an der Rheinbrücke Richtung Wörth sind, ist im Norden des Landkreises und im Süden des Rhein-Neckar-Kreises die Sperrung der Salierbrücke im Zuge der Bundesstraße 39: eine große Belastung für den Pendlerverkehr.

Mehrarbeiten sollen Sanierung nicht beeinflussen

Nachdem die Arbeiten an der Brücke zwischen Altlußheim und Speyer planmäßig zu Jahresbeginn begonnen haben, machen unerwartete Schadstoffbelastungen dem zuständigen Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) Sorgen. Die diesbezüglichen Mehrarbeiten sollen die auf zwei Jahre Dauer angelegte Sanierung der für den Verkehr gesperrten Brücke nicht beeinflussen.

PCB seit Jahrzehnten verboten

Beim Rückbau des südlichen Geh- und Radweges wurde laut einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung eine unerwartet hohe Belastung des Kappenbetons vorgefunden. Es handele sich um eine ungewöhnliche Konzentration an Polychlorierten Biphenylen (PCB), deren Verwendung in Deutschland seit Jahrzehnten verboten ist. Diese wurden bisher überwiegend in Hochbauten vorgefunden, wo sie vor allem in Fugenfüllungen eingesetzt wurden. Da der Stoff in die Raumluft diffundieren kann, gelten besonders bei Innenräumen niedrige Grenzwerte.

Nichts Vergleichbares bisher

In Ingenieurbauwerken wie Brücken war laut RP eine vergleichbare Belastung bisher unbekannt, sei nun jedoch bei den Rückbautechniken sowie der Entsorgung des Abbruchmaterials zu berücksichtigen. Aufgrund der Schadstoffbelastung lasse sich das vorgesehene Abbruchverfahren mittels Hochdruckwasserstrahlen nicht wie geplant durchführen.

Filteranlage im Test

In enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit den zuständigen Umwelt- und Arbeitsschutzbehörden würden verschiedene Lösungen zum Rückbau und zur Entsorgung des verunreinigten Betons untersucht. So solle zeitnah eine Wasserfilteranlage getestet werden, um das bei Hochdruckwasserstrahlen anfallende Wasser reinigen und so das ursprünglich vorgesehene Bauverfahren doch noch einsetzen zu können.
Um die Arbeiten nicht unterbrechen zu müssen, erfolge ein Teilabbruch unter Vorschneiden und Herausheben größerer Betonstücke. Das Regierungspräsidium geht seinen Angaben zufolge davon aus, dass die daraus resultierenden Zeitverluste im Zuge der Gesamtmaßnahme kompensiert werden können.

Befürchtetes Chaos bisher ausgeblieben

Im Vorfeld der Arbeiten wurde mit den zuständigen Verkehrsbehörden und der Polizei beider Bundesländer vereinbart, die Verkehrssituation in den ersten Wochen nach der Brückensperrung zu beobachten und das gewählte Verkehrsführungskonzept zu überprüfen. Dabei sei als erstes Fazit festzustellen, dass das von Teilen der Öffentlichkeit befürchtete Verkehrschaos ausgeblieben ist – bei der anderen Brückenbaustelle zwischen Karlsruhe und der Pfalz gibt es aktuell täglich kilometerlange Staus. Bei Speyer hätten die Verkehrsteilnehmer sich schnell auf die neue Situation eingestellt und nutzten offenkundig als Alternativrouten Richtung Speyer die A61 oder die B35 bei Germersheim, um den Rhein zu überqueren.

Sperrung am Kreuz Speyer soll am Freitag aufgehoben werden

Aufgrund von Beobachtungen und Anregungen aus der Öffentlichkeit soll die Sperrung der Fahrbeziehung von Ludwigshafen in Richtung Baden-Württemberg im Kreuz Speyer versuchsweise aufgehoben werden. Mit der Aufhebung der Sperrung im Kreuz Speyer, voraussichtlich ab 8. Februar, solle eine Verbesserung erzielt werden.