Fühlt sich in Eggenstein wohl: Laetitia Nees zog vor eineinhalb Jahren aus beruflichen Gründen in die Gemeinde.
Fühlt sich in Eggenstein wohl: Laetitia Nees zog vor eineinhalb Jahren aus beruflichen Gründen in die Gemeinde. | Foto: Werner

Immer Sinn für Neues

Bierkönigin Laetitia Nees aus Eggenstein erfüllt ihre Aufgabe ohne Stress

Anzeige

Etwa vier Monate sind vergangen, seit Laetitia Nees aus Eggenstein-Leopoldshafen zur ersten baden-württembergischen Bierkönigin gekürt wurde. Ihre Aufgabe erfüllt sie mit großer Freude. Das war etwa beim diesjährigen Straßenfest in Eggenstein, bei der Liedolsheimer Kirwe oder bei ihrem Auftritt zuletzt beim Zwetschgenfest in Bühl.

Von unserem Mitarbeiter Alexander Werner

Von ihrem Wesen ist die aus Grötzingen stammende Wahl-Eggensteinerin dafür wie geschaffen. Introvertiert sei sie gewiss nicht, betont die 24-Jährige. Nach Eggenstein zog die Versicherungsfachangestellte vor eineinhalb Jahren, als sie da einen Job anfing. Es sei eine schöne Gegend. Sie wohne direkt am Wald, was auch ideal für ihre Labradorhündin Emma sei, erzählt Laetitia Nees.

Freunde waren von Top-20-Platzierung nicht überrascht

Als der Brauerbund Baden-Württemberg mit seinen Mitgliedsbetrieben eine Königin und zwei Prinzessinnen aus dem Land suchte, reizte es die junge Frau, sich zu bewerben. „Ich fand das damals einfach witzig. Jeder kennt eine Weinkönigin, aber das war tatsächlich etwas ganz Neues“, sagt Laetitia Nees.

„Wer mich kennt, der weiß, dass ich Sinn für Neues habe“, hebt sie hervor. Insofern seien Freunde und Bekannte nicht überrascht gewesen, als sie kurz vor Jahreswechsel der Brauerbund informiert habe, dass sie bei der Auswahl unter den Top 20 sei, so die 24-Jährige.

Bewerbung war anfangs Spaß und wurde Ernst

Dann folgte das entscheidende Online-Voting unter den Top Ten. „Als es tatsächlich klappte, war ich zuerst dann doch etwas verwirrt“, gesteht Laetitia Nees. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.“ Die Leute in ihrem großen Freundes- und Bekanntenkreis hätten dazu sicher beigetragen.

Anfangs sei es für sie ja mehr Spaß gewesen, und dann plötzlich ernst geworden. Sie habe ja gewusst, dass es wie bei anderen Königinnen ums Präsentieren gehe. Wie es genau ablaufe, sei ihr nicht wirklich klar gewesen, blickt sie zurück. Aber alles sei dann sehr positiv gewesen und sie habe sich auf ihre Verpflichtungen gefreut. Zeitlich würden die ganz gut passen.

Mehr zum Thema: „Außer Bier ist im Angebot“: Postbote beweist viel Humor

An Urlaubstagen als Bierkönigin unterwegs

Wichtig sei, dass bei so einer Aufgabe der Arbeitgeber hinter einem stehe und unterstütze. Denn Termine gebe es einmal wöchentlich in ganz Baden-Württemberg und keineswegs nur an Wochenenden. Aber mit ein paar Urlaubstagen sei das gut machbar. Wie sie erzählt, hätte sie sogar ein Dienstfahrzeug bekommen können, darauf aber verzichtete. „Zwei Autos brauchte und wollte ich nicht“, sagt sie.

Prosit: Mindestens bis Mai wird Laetitia Nees auf dem „Thron“ als Baden-Württembergs erste Bierkönigin sitzen. Ihre Amtszeit könnte aber auch verlängert werden.
Prosit: Mindestens bis Mai wird Laetitia Nees auf dem „Thron“ als Baden-Württembergs erste Bierkönigin sitzen. Ihre Amtszeit könnte aber auch verlängert werden. | Foto: Werner

Bierkönigin kellnert im Nebenjob

Ihrem Nebenjob im „Vogelbräu“ geht Laetitia Nees seit acht Jahren nach. „Zuerst war ich altersbedingt nur Essensträgerin, dann ab 18 Jahren bediente ich.“ Angefangen damit habe sie begleitend zu ihrer Berufsausbildung, „weil ich auf eigenen Beinen stehen wollte“, erinnert sie sich.

Mag der Job Affinität zum Gerstensaft nahelegen, so brachte Laetitia Nees eine für eine Bierkönigin wohl wesentliche Eigenschaft mit. „Ich trinke gerne Bier, das schmeckt richtig gut“, bekräftigt sie. „Wenn man selber Bier mag, kann man es auch gut vermitteln.“

Nees setzt auf Regionalität

Das Amt der Bierkönigin als Repräsentantin habe der Brauerbund geschaffen, weil ihm mit seinen Mitgliedsbrauereinen ein Anliegen gewesen sei, Bier auch Frauen nahezubringen. Die Resonanz, die sie wahrnehme, sei sehr gut. Die Leute zeigten Interesse und würden nachfragen.

Mit Bier kennt sich Laetitia Nees aus, kann Sorten wie Pils oder Export und auch die Unterschiede bei Brauereien herausschmecken. Die jeweilige Brauerei aber auch noch zu erkennen, sei ihr bei deren großer Zahl im Land nicht möglich. „Wir haben tolles Bier im Land“, betont sie und setzt auch auf baden-württembergische Regionalität. Der komme immer größere Bedeutung zu. „Warum sollte man darauf nicht auch beim Bier achten“, meint sie.

Mehr zum Thema: Ein staatseigenes Hotel – nicht nur für Bier-Fans

Auch der Geschmack beim Bier muss stimmen

Gut sei, dass es das Reinheitsgebot in Deutschland gebe und nicht zu viel experimentiert werde. Aber wichtig sei, auch an einen zeitgemäßen Geschmack zu denken. Innovationen seien etwa, wenn eine Brauerei eine Entalkoholisierungsanlage einrichte mit dem Vorteil, alkoholfreies Bier selber produzieren zu können.

Zu sagen weiß Laetitia Nees jedenfalls bei ihren Auftritten mit Tracht, Krönchen und Schärpe allemal genug. Auf alle Fälle währt das bis Mai 2020. Die Amtszeit der Eggensteinerin könnte aber auch verlängert werden.

Ganz ungetrübt ist das Königinnen-Dasein aber nicht. Kürzlich vermeldete die Bild-Zeitung, dass Laetitia bei der Eröffnung des Stuttgarter Wasen außen vor bleibe – das Fest werde die württembergische Bierkönigin Chiara eröffnen. Das stimmt, ist aber einer festen Absprache geschuldet, wonach der Fassanstich im jährlichem Wechsel vorgenommen wird. Und 2019 ist eben die württembergische Bierkönigin an der Reihe.