Einstige Heimstätte der „Concordia“: Der Gesangverein hatte das Gasthaus in Blankenloch einst erworben und verpachtet. Nun wird es abgerissen.
Einstige Heimstätte der „Concordia“: Der Gesangverein hatte das Gasthaus in Blankenloch einst erworben und verpachtet. Nun wird es abgerissen. | Foto: Kampf

Stiftung erwirbt zwei Gebäude

Blankenlocher Traditions-Gasthaus „Lamm“ weicht Mietwohnungen

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In der Hauptstraße in Blankenloch schließt mit dem „Lamm“ nun ein weiteres Gasthaus endgültig seine Pforten. Vor gar nicht so langer Zeit war bereits das benachbarte „Hermannshäusle“ geschlossen worden, nachdem es der damalige Pächter nicht mehr betreiben wollte.

Während in dem schmucken Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert am Platz vor der evangelischen Michaeliskirche inzwischen eine Familie eingezogen ist, stehen das „Lamm“ und das Nachbargebäude, das dem ehemaligen Briefträger des Ortes gehörte, bis auf weiteres leer.

Bis Ende Februar gab es im „Lamm“ noch Grillspezialitäten. | Foto: Kampf

Stiftung baut preisgünstige Wohnungen

Wie Stutensees Erste Bürgermeisterin Sylvia Tröger auf BNN-Nachfrage erklärte, wurden die Gebäude in der Ortsmitte von Blankenloch kürzlich von der ebenfalls in Stutensee beheimateten Seeger & Dürr Stiftung erworben. Diese, 1994 gegründet, ist zum einen Mehrheitsgesellschafter der Unternehmen der Seeger-Gruppe, zum anderen aber auch Förderer sozialer und kultureller Projekte in der Region, etwa der Jugendeinrichtung Schloss Stutensee.

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Die Seeger-Gruppe werde gemeinsam mit der Stadt Stutensee nun ein städtebauliches Konzept für das geschätzt zwischen 25 und 30 Ar große Grundstück entwickeln. „Auf jeden Fall wird es etwas mit Wohnen sein“, sagt Tröger, Details seien aber noch keine besprochen worden. Ausdrücklich lobt die Erste Bürgermeisterin das Wohnungsbau-Engagement des Unternehmens, das im ehemaligen evangelischen Pfarrhaus Blankenloch auch seine Verwaltung untergebracht habe.

Allein in Stutensee und der näheren Umgebung wohnten „weit mehr als 500 Menschen“ zur Miete in einem Seeger-Objekt, teilt das Unternehmen auf seiner Homepage mit.

Gaal: Blankenloch mit Gasthäusern nicht üppig gesegnet

Hanspeter Gaal, langjähriger ehemaliger Ortsvorsteher von Blankenloch, bedauert die Schließung des „Lamm“, denn Blankenloch sei schließlich „mit Gasthäusern nicht gerade üppig gesegnet“. Das zweite Traditionsgasthaus in der Hauptstraße, der „Kaiser“ sei immerhin von einem Nobelitaliener, dem „Riviera“, übernommen worden, aber Häuser wie etwa der „Schwanen“ seien längst Geschichte. Er begrüße das Engagement der Seeger & Dürr Stiftung im Bereich Mietwohnungsbau und hoffe, dass das neue Objekt die Hauptstraße weiter aufwerte. „Wenn man so ein großes Grundstück in Top-Lage hat, soll man das auch ausnutzen“, findet der ehemalige Ortschef.

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Gesangverein „Concordia“ brachte Gasthaus auf Vordermann

Die Besonderheit beim „Lamm“ sei gewesen, dass der Gesangverein „Concordia“ Blankenloch das Gebäude 1980 erworben und mit viel Eigenleistung auf Vordermann gebracht habe, erinnert sich der langjährige Schriftführer und Pressewart Bernd Kubach im Gespräch mit den BNN. Insgesamt fünf Pächter habe es seitdem gegeben, der letzte habe Ende Februar aufgehört.

Die Gesangsproben hätten immer im hinteren Saal stattgefunden, dann sei man zum geselligen Teil in die vordere Wirtschaft gegangen. Das war immerhin 40 Jahre so. Die Chöre der „Concordia“ haben inzwischen eine neue Bleibe gefunden – sie proben im Gemeindesaal der evangelischen Kirche Blankenloch. „Und von dort geht es dann in ein Lokal am Neuen Markt, wo man auch spät abends noch etwas zu essen und zu trinken bekommt“, schmunzelt Kubach.