Der Flächenbrand am Dienstag am Ostring in Eggenstein.
Der Flächenbrand am Dienstag am Ostring in Eggenstein. | Foto: Riedel

Polizei sucht Brandstifter

Brandserie an der B36 weitet sich Richtung Graben-Neudorf aus

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Immer wieder meldeten Polizei und Feuerwehr seit Anfang Juli brennende Felder und Seitenstreifen entlang der B36 bei Eggenstein-Leopoldshafen – am Montag Nachmittag dann brannte es an fünf Stellen neben der Bundesstraße bis Graben-Neudorf.  An einem Brandort hatten die Ermittler am Samstag Streichhölzer gefunden: Die Kriminalpolizei sucht jetzt nach einem Brandstifter.

Brandserie erreicht Graben-Neudorf

Am Montag Nachmittag weiteten sich die Brandstellen entlang der B36 von Eggenstein-Leopoldshafen in Richtung Graben-Neudorf sowie auf die Zufahrt von der B36 zur K3559 von Graben-Neudorf nach Stutensee aus. Zu fünf Bränden mussten die Feuerwehren aus Eggenstein-Leopoldshafen und Graben-Neudorf ausrücken. Im Einsatz war auch ein Polizeihubschrauber.

Werden Brandsätze aus Auto geworfen?

„Wir gehen davon aus, dass irgend etwas Brennendes aus einem Auto geschmissen wird“, so ein Polizeiermittler gegenüber den BNN. Ein Phänomen sei auch der Zeitpunkt der Brände: Immer nach 15 Uhr. Bei der jüngsten Brandserie am Montag wurden die Einsatzkräfte um 15.44 Uhr alarmiert.

Feuerteufel in Eggenstein-Leopoldshafen?

Erst der Baumfrevler und jetzt auch noch ein Feuerteufel? Nicht genug, dass die Attacken gegen Ahornbäume in der Eggensteiner Hauptstraße seit geraumer Zeit für Kopfschütteln und Fassungslosigkeit bei der Bevölkerung und im Rathaus sorgt, nehmen nun seit Anfang Juli auf Eggenstein-Leopoldshafener Gemarkung auch noch Flächenbrände überhand.

Am 3. und 4. Juli zehn Einsätze

Allein am Dienstag, 3. Juli, und Mittwoch, 4. Juli, wurden die Einsatzkräfte zehn Mal alarmiert. Trotz des schnellen Eingreifens der Feuerwehr Eggenstein-Leopoldshafen und der Nachalarmierungen weiterer Löschzüge aus Linkenheim-Hochstetten, Graben-Neudorf, Neureut, Bruchsal und Ettlingen mit einer Gesamtstärke von etwa 100 Einsatzkräften, breitete sich das Feuer am 3. Juli wegen der Trockenheit eines Weizenfeldes auf rund fünf Hektar aus. Alleine in diesem Fall wird der entstandene Sachschaden auf 5000 Euro geschätzt. Insbesondere an der B36 waren seit Beginn der Serie bisher mehrere Grünstreifen in Brand geraten – die ermittelnde Kriminalpolizei Karlsruhe geht deshalb von einer „Serie vorsätzlicher Brandstiftung“ aus und bittet um Hinweise.

Feuer ging von Strohballen aus

Zuletzt stand am vergangenen Freitag (13. Juli) in der Verlängerung des Spöcker Wegs ein rund 8000 Quadratmeter großes Feld in Flammen. Ausgegangen ist der Brand wohl von einem angezündeten Strohballen auf dem abgemähten Acker. Begünstigt durch den Wind griff das Feuer dann auf weitere sieben Strohballen in einigen Metern Entfernung sowie das Feld selbst über.

Gärtnerei bedroht

Die Feuerwehr Eggenstein-Leopoldshafen musste mit Unterstützung ihrer Kollegen aus Linkenheim-Hochstetten die Flammen eindämmen, die sich bereits bedrohlich nahe an eine Gärtnerei am Ortsrand herangefressen hatten. „Der Eigentümer versuchte schon, sein Anwesen mit dem Gartenschlauch zu schützen“, berichtet Eggenstein-Leopoldshafens Kommandant Dominik Wolf und räumt ein: „Das war nicht ohne. Nur gut, dass wir ein weiteres Ausbreiten der Flammen verhindern konnten.“  Im Einsatz waren sieben Löschfahrzeuge und 50 Feuerwehrleute.

Streichhölzer entdeckt

Auffällig ist, dass alle Brandherde entlang der B36 lagen: Allein am vergangenen Samstag (14. Juli) wurden fünf weitere Brände am Rand der Bundesstraße gemeldet, wobei hier von der Polizei mehrere Streichhölzer sichergestellt werden konnten. Aufgrund der räumlichen und zeitlichen Nähe der Brände gehen die Ermittler bei allen Vorfällen von denselben Tätern aus.

Bürgermeister Stober „betroffen“

„Entlang der Bundesstraße gibt es immer wieder Mal Flächenbrände, aber ich kann mich in meinen fast 20 Jahren Amtszeit nicht erinnern, dass es so viele waren“, sagt Bernd Stober, der Bürgermeister von Eggenstein-Leopoldshafen und fügt hinzu: „Das bewegt mich schon stark.“ Noch wären „nur“ abgeerntete Getreidefelder betroffen gewesen. „Aber bei dem Großbrand am 3. Juli war der Wald in Gefahr und am Freitag Hab und Gut eines Bürgers“, macht Stober deutlich. „Ich weiß nicht, was das soll. Das macht keinen Sinn. Da kann schnell viel mehr passieren“, so der Bürgermeister. Wie schon im Fall des Baumfrevlers habe die Gemeinde deshalb eine Belohnung in Höhe von 1 000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Überführung des Brandstifters führen, erklärte Eggenstein-Leopoldshafens Ortsoberhaupt.

Zeugenaufruf: Wer Hinweise zu den bislang unbekannten Brandstiftern geben kann beziehungsweise im Bereich von Eggenstein-Leopoldshafen und Graben-Neudorf verdächtige Wahrnehmungen gemacht hat, soll sich mit dem Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer (0721) 666-5555 oder mit jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung setzen.