Flächenbrände auf Wiesen oder Stoppelfeldern – hier an der Straßenbahnlinie bei Spöck am 23. August – machen der Feuerwehr viel Arbeit. Verursacher sind selten festzumachen. So bleiben die Kosten an der Kommune hängen. | Foto: Thomas Riedel

Stadt bleibt auf Kosten sitzen

Brennende Wiesen fordern die Feuerwehr

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150-mal ist die Stutenseer Feuerwehr im vorigen Jahr ausgerückt. Technische Hilfe ist dabei etwa doppelt so oft gefragt wie einen Brand zu löschen. Dieses Jahr waren die Stutenseer Wehrleute schon 121 Mal draußen.

18 Flächenbrände

Und darunter waren innerhalb von etwa acht Wochen 18 (!) Flächenbrände. Klaus Dieter Süß, der Chef der Feuerwehr in der Großen Kreisstadt, muss nicht lange scrollen auf seinem Rechnerbildschirm, um die einzelnen Ereignisse zu benennen. Deren Urheber sind in fast allen Fällen unbekannt. Es hat halt eine trockene Wiese oder ein Stoppelfeld gebrannt, und immer wieder an nahe beieinander liegenden Stellen.

Wiesen brennen

Das kam diesen Sommer freilich auch in anderen Orten vor, etwa in Eggenstein, wo die Feuerwehr wiederholt an den Rand der B36 gerufen wurde. Nur in einem Stutenseer Fall wurden die Auslöser festgestellt: Zwei Jugendliche, die am Lachwald in Büchig gezündelt und so das Feuer entfacht hatten. Das die Feuerwehr – wie in den anderen Fällen auch – rasch gelöscht hatte.

Auswirkung auf Kleinlebewesen

Nicht nur bei solchen Ereignissen entstehen Schäden, deren Ausmaß nicht konkret zu benennen ist. Wie sich ein Feuer auf einer Wiese oder einem Acker auf Kleinlebewesen oder Mikroorganismen auswirkt, kann man nicht in Euro und Cent beziffern, meint Süß.

Satzung für Feuerwehr legt Kostensätze fest

Bei jedem Einsatz der Feuerwehr entstehen Kosten, die der Dienstherr der jeweiligen Feuerwehr – in diesem Beispiel die Stadt Stutensee – zu tragen hat: „Jede Kommune hat ihre Feuerwehrsatzung, in der sie die Kostensätze für Feuerwehreinsätze festlegt“, erläutert Werner Rüssel, stellvertretender Kreisbrandmeister und viele Jahre in Dettenheim aktiver Feuerwehrmann, unter anderem auch als Kommandant.

500 Euro

Klaus Dieter Süß rechnet die Kosten am Flächenbrand zwischen L558 und Heinrich-Heine-Straße in Spöck vom 28. August vor: „Der Einsatz war tagsüber, wir hatten zwölf Leute eine Stunde im Einsatz, vier waren in Bereitschaft. Zwei Löschfahrzeuge und der Kommandowagen waren am Ort.“ Pro Einsatz erhält ein Feuerwehrmann zehn Euro Entschädigung, die in Bereitschaft bekommen sechs Euro. Pro Löschfahrzeug und Einsatzstunde werden 170 Euro berechnet, für den Kommandowagen 16 Euro, sagt Süß: „Im konkreten Fall also 500 Euro.“

Wasserkosten vernachlässigbar

Und die Wasserkosten? Die seien zu vernachlässigen bei knapp einem Euro pro Kubikmeter (also 1 000 Liter). 4 000 Liter machen vier Euro aus. Diese Kosten bleiben in aller Regel an der Stadt hängen. Denn längst nicht in allen Fällen lässt sich ein Verursacher nachweisen.

13.000 Euro Forderungen in 2017

Bei 39 Fällen, die 2017 in Rechnung gestellt werden konnten, kamen gerade mal 13 000 Euro in die Kasse der Stadt, sagt Süß. Kostenpflichtig wird ein Einsatz, wenn etwa ein Flächenbrand ganz exakt einem Verursacher nachgewiesen werden kann. Oder – auch so was gibt’s – wenn ein Mensch, der auf Reisen ist, die Feuerwehr ersucht, den Herd auszuschalten, den er bei seiner Abreise in Betrieb belassen hat. Oder wenn etwa ein Keller voll Wasser läuft und die Ursache an einem bautechnischen Fehler liegt.

30 Mal falscher Alarm

Ein besonderes Kapitel sind Fehlalarme – voriges Jahr in Stutensee 30: Wenn ein Anwohner meldet, dass es nebenan raucht, die Feuerwehr ausrückt und sich herausstellt, dass der Nachbar grillt, wird dafür kein Kostenersatz gefordert.