Kürbis, Peperoni, Zwiebel – und die Brotfrucht in der Schüssel: Daraus zaubern Ira und Bernd Oberacker ihr schmackhaftes Weihnachtsessens. „Jack Fruit“ ist der feine Fleischersatz, den eine selbst gemachte Barbecue-Sauce ergänzt. | Foto: Natalie Nees

Weihnachtsessen ohne Fleisch

Brotfrucht im „Pulled Jack Fruit Burger“ ist die feine Alternative für Vegetarier

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Weihnachten ohne Festtagsbraten, Fleischfondue oder die obligatorischen Würstchen zum Kartoffelsalat am Heiligen Abend? Denkbar? Für viele Zeitgenossen immer noch nicht, für Familie Oberacker, überzeugte Vegetarier aus dem Dettenheimer Ortsteil Rußheim, jedoch eine ersatzlose Alternative. Vegetarische Speisen sind für sie durchaus lecker, nahrhaft und abwechslungsreich und tun dem Spaß am gemeinsamen Essen keinen Abbruch.

Überzeugte Vegetarier

Bernd, Ira und Sohn Florian Oberacker sind Vegetarier, und dem angemessen ist ihre Essenszusammenstellung über die Feiertage auch gestaltet. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass dies langweilig und eintönig sein muss – im Gegenteil, auf dem Tisch der Rußheimer geht es farbenfroh, geschmacksnuancenreich und richtig köstlich zu.

Raclette mit Zuchini, Pilzen und Sellerie

Dafür sorgen unter anderem ein abwechslungsreiches Raclette mit Zuchini, Pilzen, Tomaten, mediterranen Oliven, Peperoni, Kapern und Sellerie. Beim Eltern- beziehungsweise Großelternbesuch gibt es für die fleischfreien Esser Kartoffelsalat mit Tofu-Schnitzel, und ein besonderes Highlight ist sicherlich am Montagmittag der „Pulled Jack Fruit Burger“.

Nährstoffreiche Brotfrucht

Die exotische Frucht hat eine ganz besondere Konsistenz und wird weltweit als der perfekte Fleischersatz gehandelt. Bei den Oberackers vereint sich die nährstoffreiche Brotfrucht mit selbst gemachter Barbecue-Sauce sowie goldgelb angebraten mit einer Handvoll Zwiebeln und Knoblauch zu einer delikaten gezupften Burgerauflage. Eine Delikatesse für Vegetarier.

Ganz schön vielfältig

Die vegetarischen Varianten sind riesig. Das haben die Oberackers in den vergangenen Jahren festgestellt, oft sind wohlschmeckende Gerichte ja auch von Haus aus vegetarisch, wie Bratkartoffeln, Dampfnudeln oder die allseits beliebten Spaghetti Napoli.

1996 sind wir von heute auf morgen Vegetarier geworden.

„1996 sind wir quasi von heute auf morgen Vegetarier geworden“, erinnern sich Ira und Bernd Oberacker. Ein Bericht über üble Tiertransporte habe den letztlichen Ausschlag gegeben, und so kam der Entschluss, „ab sofort“ keine Tiere mehr zu essen. Die Familie macht sich viele Gedanken zu den heutigen Tierhaltungsformen, die teils unerträglich seien.

Ohne Zeigefinger

Früher hätten sie im Umfeld zu ihrer vegetarischen Grundhaltung „missioniert“, erinnern sie sich, und auch heute sprechen sie gerne und engagiert über ihre Entscheidung und die Gründe fleischlos leben zu wollen, jedoch ohne erhobenen Zeigefinger, „aufgezwungen will niemand etwas haben“.

Bei Freunden sind die Vorlieben bekannt

„Wir sind nicht die Retter der Welt“, sagt Bernd Oberacker und seine Frau Ira ergänzt: „Man muss nicht alles richtig machen, doch wenn jeder was tut in dieser Hinsicht, ist schon einiges bewegt.“ Sie selbst leben es vor, ohne jemandem etwas aufzuzwingen. In ihrem Familien- und Freundeskreis sind die vegetarischen Vorlieben der Familie eh bekannt und längst nichts Neues mehr.

Durchweg positive Reaktionen.

Vielmehr gab es bei ihnen in den vergangenen Jahren schon reichlich genussreiche kulinarische Feste, wie die fantasievolle fleischlose indische, indianische und türkische Küche. „Der Kürbisabend war optisch nicht so gelungen“, erinnert sich Ira Oberacker schmunzelnd. Auch an ihren runden Geburtstagen gab es Köstlichkeiten ganz ohne Fleisch. „Chili oder Gulasch haben den Gästen gemundet, und eigentlich bekommen wir immer durchweg positive Reaktionen.“

Von Natalie Nees