Viele Blumen und Kräuter sollen sich im Bürgerpark auf einer kleinen Fläche entwickeln. Die Agenda-Gruppe "Umwelt" will zeigen, was man Nützlingen wie Bienen und Insekten Gutes tun kann. | Foto: del

Schaufläche im Bürgerpark

Bunte Bienenweide mit Blumen und Kräutern in Eggenstein-Leopoldshafen

In weitem Bogen fliegen die Samen ins Feld. Ralf Schreck von der „Agenda-Gruppe Umwelt“ in Eggenstein-Leopoldshafen wirft locker und in gleichmäßigem Rhythmus. Immer wieder greift seine Hand in die Wanne, die er sich umgehängt hat. Das „handwerkliche“ Säen ist heute längst von Maschinen verdrängt worden. Aber bei einer kleinen Fläche reicht die traditionelle Vorgehensweise alle Mal.

Schaufläche im Bürgerpark

40 Quadratmeter im Bürgerpark von Eggenstein-Leopoldshafen, unweit der Straßenbahnlinie zwischen Parkplatz und Blauem Haus, haben ehrenamtliche Mitglieder der Agenda-Gruppe  vorbereitet. Unterstützt wurden sie von Förster Friedhelm Booms und dem Gemeindebauhof. Und etliche Bürger sind gekommen, um sich zum Einen anzusehen, was denn da passiert, und sich zum Anderen ein bisschen von dem Blühwiesensamen zu holen, den Pia Lipp, die Sprecherin der Gruppe, aus einem Eimer in kleine Döschen oder Papiertütchen gibt.

Blumeninsel geplant

„Wir wollen in unserem Garten eine kleine Blumenwiese anlegen“, erzählt Florian Böhm, der mit seiner Tochter Lilly und seiner Partnerin Viktoria Weimann aus Leopoldshafen gekommen ist. Die junge Familie setzt auf Bioprodukte – soweit das denn möglich ist. Eine etwas größere Fläche, die zur Blumenwiese werden soll, hat Günther Schleicher in seinem Garten im Blick. Er ist aus Blankenloch gekommen, nachdem er von dem Projekt in den BNN gelesen hat. „In meinem Garten gibt es schon viele Pflanzen, die die Ökologie unterstützen“, berichtet Senta Blauhut aus Leopoldshafen: „Jetzt möchte ich ganz gezielt eine Blumeninsel anlegen.“

Schon ein paar Quadratmeter können hilfreich sein

Und gleich fügt sie noch hinzu: „Solche Projekte wie hier im Bürgerpark könnte man noch an vielen anderen Stellen in der Gemeinde umsetzen. Bienen und Insekten würde das viel nützen. Gerade im Baugebiet ,Viermorgen III’, wo es sehr viele Steingärten gibt.“ Schon ein paar Quadratmeter könnten hilfreich sein, um die Ernährung von Insekten zu begünstigen.

Thema intensiv diskutiert

„Wir haben in der Gruppe das Thema Blumenwiese sehr intensiv diskutiert. Schon im Zusammenhang mit dem Grünpflegekonzept der Gemeinde“, sagt Pia Lipp: „Der Bürgergarten bietet sich dafür an. Da fällt die Schaufläche den Menschen gleich auf.“ Besonders dann, wenn sich morgens dort Bienen und andere Insekten tummeln werden.

Samenmischung vom örtlichen Gartencenter

400 Gramm der vom örtlichen Gartencenter Heckert bereitgestellten Samenmischung wurden auf den 40 Quadratmetern ausgebracht. „Jetzt muss man die Fläche feucht halten, einmal täglich gießen muss sein“, erläutert Lipp. Und damit sie nicht betreten wird, ist sie mit rot-weißem Flatterband markiert. „Die ersten Triebe wird man in zwei, drei Wochen sehen“, ergänzt Ralf Schreck.

Unterschiedliche Keimdauer

Bis alle Samen der vielen Kräuter und Wildblumen aufgegangen sind, werde es wegen unterschiedlicher Keimdauer aber noch etwas länger dauern. Die Pflanzen sind einjährig, säen sich aber aus. Deshalb werde erst geschnitten, wenn die Stängel trocken sind.

Bienenstand und Kräuterspirale als weitere Ideen

An anderen Stellen in der Gemeinde gibt es schon ähnliche Projekte. Beim alten Rathaus in Leopoldshafen beispielsweise hat sich eine wertvolle Kräuterwiese ausgebildet, mit Unterstützung der engagierten Ehrenamtler. „Wir sind nur zehn bis zwölf Leute, wir bringen aber doch allerhand zustande“, sagt Schreck. Weitere Ideen hat die kleine Gruppe auch schon, erläutert er weiter: „Wir würden gerne einen Bienenstand in der Gemeinde bauen und vielleicht auch eine Kräuterspirale anlegen.“