Oster- und Martinsfeuer dienen üblicherweise der Brauchtumspflege und sind gestattet. Christbäume sind laut Landratsamt für ein Brauchtumsfeuer ungeeignet. | Foto: BNN-Archiv

Für Kompost häckseln

Christbaumfeuer mit ausgedienten Tannen gilt nicht als Brauchtumspflege

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Ausgediente Christbäume sind pflanzliche Abfälle. Sie müssen nach den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und der Bioabfallverordnung kompostiert werden. Zum Verbrennen sind sie nicht geeignet. Zur Brauchtumspflege sind größere Feuer jedoch erlaubt, etwa bei Sonnwendfeiern oder beim Martinsfeuer. Christbaumfeuer gelten nicht als Brauchtum.

Entsorgung gegen Spende

Der Samstag nach Dreikönig ist traditionsgemäß der Sammeltag für die rausgeworfenen Christbäume. Quer durch die Hardt sind es die Jugendabteilungen von Vereinen oder der CVJM, die gegen eine Spende die nadelnden Tannen entsorgen. Mancherorts werden sie am Abend nach der Sammelei verbrannt. Doch die Christbaumfeuer scheinen nachzulassen.

Vereinsjugend sammelt Bäume ein

„Bei uns ist das noch nie ein Thema gewesen“, sagt Dominik Wolf, Kommandant der Feuerwehr in Eggenstein-Leopoldshafen. „In Eggenstein sammelt die Feuerwehrjugend die Bäume ein, in Leopoldshafen der Nachwuchs der Fußballer. Beide bringen die Bäume auf den Häckselplatz, wo sie geschreddert werden.“

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Christbaumfeuer seien nicht üblich. Verbrennen sei schließlich nicht ungefährlich. Nur unter größter Vorsicht und unter genauer Beachtung der von der Rechtsbehörde verfügten Anordnung sollten die Bäume verbrannt werden, sagt Wolf. Bei Martinsfeuern sei die Feuerwehr immer mit dabei.

Messbar mehr Feinstaub

Eine Rundverfügung des Landratsamts verweist auf die Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und der Bioabfallverordnung. Pflanzliche Abfälle seien in dafür zugelassenen Anlagen zu behandeln und zu verwerten – also häckseln, kompostieren und in Biogasanlagen verwenden. Wenn ein Feuer einem „konkreten Zweck“ – dem Brauchtum wie bei Sonnwendfeiern, Oster- oder Martinsfeuern – diene und nicht der Abfallbeseitigung, sei es zulässig.

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Gartenabfälle oder Christbäume zu verbrennen, trage messbar zur Erhöhung der örtlichen Feinstaubbelastung bei. Christbäume seien ungeeignet, weil sie viel Harz enthielten und meist nicht völlig trocken seien. Sie eigneten sich daher nicht für ausschließliches Brennmaterial von Brauchtumsfeuern, heißt es unter anderem in der Verordnung. Christbaumfeuer sei nicht wirklich Brauchtumspflege.

Brauchtumspflege bei Vereinen

Brauchtumsfeuer dienen laut der Behörde als solche, die in Glaubengemeinschaften, Organisationen oder Vereinen unter dem Aspekt der Brauchtumspflege entzündet werden.