Am Eingang wird erst einmal die Temperatur geprüft. Sowohl Blutspendenaktionen, als auch bei der Typisierungsaktion für Svenja Tinat ist dies in Corona-Zeiten Standard.

Aktion in Jockgrim

Corona-Vorschriften: So wird die Typisierungsaktion für Svenja Tinat aus Rheinzabern ablaufen

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Weitere Hilfe für die an Leukämie erkrankte Svenja Tinat aus Rheinzabern läuft an. Ende Juni wird der Weingartener Verein Blut im südpfälzischen Jockgrim eine Typisierungsaktion veranstalten. Svenja Tinat leidet an ALL – an akuter lymphatischer Leukämie. Die Krebsart ist aggressiv. Die 20-Jährige braucht dringend einen passenden Stammzellenspender. Im Ziegeleimuseum des Ortes kann man sich typisieren lassen.

Die Unterstützung für Svenja Tinat bekomme sehr viel Aufmerksamkeit, sagt die Vorsitzende von Blut e.V., Susanne Bogner. Es ist die erste Aktion für den Weingartener Verein nach dem Lockdown und eine Probe aufs Exempel, wie eine Typisierungsaktion in Corona-Zeiten ablaufen kann. Sechs Seiten umfasst das Hygienekonzept mit Ablaufplan, das mit dem Ordnungsamt und dem Gesundheitsamt des Landkreises Germersheim abgestimmt wurde.

Hygienekonzept und Ablaufplan

„Die Abstandsregel gilt“, sagt Bogner. Notfalls müsse sich die Schlange der Wartenden mehrmals winden – drinnen wie draußen. Die Halle darf man nur mit Mund-Nasen-Bedeckung betreten und wenn man frei von Symptomen ist. Jedem, der die Halle betritt, wird kontaktfrei die Körpertemperatur gemessen.

Die Typisierungsaktion findet am 28. Juni von 12 bis 18 Uhr im Ziegeleimuseum, Untere Buchstraße 22a, in Jockgrim statt. Weitere Infos gibt es im Internet beim Verein Blut unter www.blutev.de/svenja-20-sucht-einen-lebensretter/?hilfe-fuer-svenja.

Fiebermessung am Eingang

Beim Aktionstag greife Blut e.V. auf die Erfahrungen und das Konzept bei Blutspenden zurück. Doch wie geht das Rote Kreuz das Thema Blutspende in Corona-Zeiten an?

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Für den DRK-Ortsverein Linkenheim geht es am 22. Juli mit einem Blutspendetermin wieder los – in der Sporthalle in Hochstetten, wie Uta Lang, stellvertretenden Bereitschaftsleiterin, berichtet. Auch dort wird den Spendern zuvor die Temperatur gemessen. Sowohl für Spender, als auch für Helfer gelten Schutzvorkehrungen.

Anders als beim Weingartener Verein, der sich für Leukämie-Patienten und Tumorerkrankte einsetzt, kann das DRK für Spender Termine vergeben, zu denen man sich telefonisch oder per Mail anmelden muss. Die Helfer vom Roten Kreuz halten bei ihrer Aktion einen Vorrat an Mund-Nase-Bedeckungen vor. Statt einer Bewirtung gibt es für die Spender Lunchpakete.

Diagnose Blutkrebs: Ende April bekam Svenja Tinat die Nachricht, dass sie an Leukämie erkrankt ist. Sie liegt zurzeit auf der Onkologie-Station des Städtischen Klinikums in Karlsruhe, bekommt Chemo-Therapie und Bestrahlung
Diagnose Blutkrebs: Ende April bekam Svenja Tinat die Nachricht, dass sie an Leukämie erkrankt ist. Sie liegt zurzeit auf der Onkologie-Station des Städtischen Klinikums in Karlsruhe, bekommt Chemo-Therapie und Bestrahlung | Foto: pr

Mehr OPs in den Krankenhäusern

„Die Krankenhäuser fahren ihre Operationskapazitäten wieder hoch“, sagt Markus Kohlbecker, der beim Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen die Termine im Landkreis Karlsruhe koordiniert. Der Bedarf an Blutkonserven steige. Eine Voranmeldung sei notwendig, damit die Kapazität im Spendenlokal nicht überstrapaziert wird.

60 Prozent Grundversorgung während der Corona-Zeit

Bis Ende Mai habe es Spendenzentren in der Region gegeben, in denen wochenweise, beispielsweise in einer entsprechend großen Halle, Termine angeboten wurden. Das habe gereicht, um etwa 60 Prozent der Grundversorgung zu decken, erklärt Kohlbecker. Nun müsse man aber wieder recht schnell auf einen Deckungsgrad von 100 Prozent kommen. Eine Herausforderung sei es gewesen, wieder Blutspendenlokale zu finden, so Kohlbecker.

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Spendentermine werden nachgeholt

Normalerweise plane man ein komplettes Jahr im Voraus. Durch die Pandemie seien die Pläne hinfällig geworden. Nun würden die Termine aber nachgeholt, wie an diesem Freitag in Blankenloch. Der Termin, so Bereitschaftsleiter Daniel Mitschele, sei relativ schnell ausgebucht gewesen. Das Konzept mit Anschreiben und Voranmeldung sei begrüßenswert.

Faustregel für Spender

Eine Gemeinsamkeit in puncto Stammzellenspende und Blutspende findet sich in folgender Faustregel, die Susanne Bogner so zusammenfasst: Wer Blut spenden dürfe, dürfe auch Stammzellen spenden. Allerdings gibt es Ausschlussgründe, um sowohl Spender, als auch Patienten zu schützen. Bei der Typisierung versuche man, sofern es geht, Blut abzunehmen.

Blutabnahme ist besser als Abstrich

Im Gegensatz zu einem Mundschleimhautabstrich, sei Blut der „bessere Labor-Rohstoff“, aus dem man mehr Informationen herausholen könne. Wenn es allerdings nicht funktioniere, Blut abzunehmen, mache man einen Abstrich. Bogner mahnt, das eigene Verhalten verantwortungsvoll anzupassen, sodass man die Aktion nicht abbrechen müsse. Man sollte sich für entsprechendes Wetter wappnen: Bei heißem Wetter sollte man Schirme als Schattenspender und Wasser mitbringen.