Ein restaurierter alter Kahn als Schmuck vor dem Rotter Fischrestaurant signalisiert die Aufbruchstimmung von Cornelia Roth. Nach Wiedereröffnung lief es jetzt gut an. | Foto: Werner

Service-Team verringert

Das Leben kehrt auf die Insel Rott zurück

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Für die Gastronomie auf der Hochstetter Insel Rott zeichnet sich Licht am Horizont ab. Während das Fischerheim auch während der kompletten, dreimonatigen Schließung beider Zufahrtsbrücken offen hielt, ging am Wochenende das „Restaurant Insel Rott am Rhein“ wieder in Betrieb.

Von unserem Mitarbeiter Alexander Werner

Bei ursprünglich geplanter Freigabe beider Brücken für den Fuß- und Radverkehr ab 26. Juli hatten Geschäftsführer Werner Roth und seine Frau Cornelia den 2. August für die Wiedereröffnung festgesetzt. Letztlich hatte die Gemeinde die Passage beider Brücken dann bereits ab dem 20. Juli und auf der fertig sanierten Altrheinbrücke gleichzeitig für den Kraftfahrverkehr ermöglicht.

Stammgäste kommen zurück

Reger Ausflugsbetrieb mit beachtlichem Anteil Auswärtiger war in den vergangenen drei Tagen zu beobachten. Die Stimmung im Restaurant war gut. „Es lief schön. Es ist klasse, dass viele Stammgäste kamen“, freut sich Cornelia Roth. Allerdings seien nicht alle so mobil, dass sie zumindest das Reststück von der Drehbrücke aus zu Fuß gehen könnten. Es gebe viele ältere Gäste, die körperlich so eingeschränkt seien, dass sie bis direkt vors Haus fahren oder gefahren werden müssten.
Parken zwischen Altrein- und Drehbrücke hat sich eingebürgert. Vorgesehen war die Öffnung der Altrheinbrücke für Autos eigentlich nur für Anlieger. Der Gastronomie hilft es. | Foto: Werner
Freitags sei teils richtig voll und Samstagvormittag schon gut Betrieb gewesen, berichtet sie. Das sei erfreulich, wobei man vom Gästebesuch vor den Brückenschließungen für Fahrzeuge im Juli 2018 noch zu drei Vierteln entfernt sei. An den Neustart ging das Restaurant mit einem merklich reduzierten Team von zwölf Mitarbeitern. Mehr feste Personalkosten könne man sich nach dem enormen finanziellen Schaden des vergangenen Jahres vorerst nicht leisten, so Cornelia Roth. „Wir sind froh, dass wir wieder arbeiten können und unseren treuen Gästen sehr dankbar“, betont sie. Das Feedback sei sehr positiv. Das war nicht nur im Lokal selbst zu hören, sondern auch über Facebook.

Wir sind froh, dass wir wieder arbeiten können und unseren treuen Gästen sehr dankbar.

Cornelia Roth, „Restaurant Insel Rott am Rhein“

Im Team ist man erleichtert. Willi Seith arbeitet im Lokal seit 1990 als Koch. Nach der zurückliegenden Betroffenheit mit Zukunftsängsten sei er froh, dass es jetzt wieder losgehe. „Gott sei Dank haben wir wieder zu tun. Wir freuen uns auf die Gäste“, hebt er hervor. Ihm kommt nun auch die Aufgabe zu, ein attraktives vegetarisches Gericht zu kreieren, das die Schnitzel ersetzen soll. Diese waren im ansonsten reinen Fischspezialitätenrestaurant im Angebot, weil gerade bei Familienbesuchen Alternativwünsche vorkamen.

Schwere Phase der Kurzarbeit

Erdogan Bakir, der seit 2012 bedient, ist „glücklich“. Die Leute würden sich sehr freuen, dass man wieder für sie da sei, betont er. Die Phase der Kurzarbeit sei für ihn sehr schwer gewesen. Er habe sie mit großer Sparsamkeit überstanden. Dass Roths in der sehr mauen Zeit ein nahezu 40 Jahre altes Boot in Handarbeit restauriert, bepflanzt und mit badischer Flagge versehen als Schmuckstück vor der Restaurant platziert haben, mag die Aufbruchsstimmung verdeutlichen.

 

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Nach den ersten Erfahrungen überlegen Roths noch, ob sie tatsächlich, wie eigentlich vorgesehen, ein Caddy als Bringdienst auf Abruf für körperlich eingeschränkte Gäste anbieten. Denn Parken oder zum Absetzen halten auf der Strecke zwischen Altrhein- und Drehbrücke haben sich eingebürgert. Allerdings zu Stoßzeiten so, dass sogar Werner Roth schon die gemeindlichen Hinweise auf fehlende Wendemöglichkeit zusätzlich mit einem Hinweiszettel ergänzt hat.
Die Sanierung der Drehbrücke schreitet voran. Bei Trägerschweißarbeiten wurde der begehbare Durchgang verschmälert. Mitte August soll die Freigabe für Kraftfahrzeuge kommen. | Foto: Werner
Am 16. August soll auch die alte Drehbrücke wieder für Fahrzeuge freigegeben werden. Am Freitag liefen dort Träger-Schweißarbeiten. Parallel verschmälerte der Gemeindebauhof den Brückendurchgang für Fußgänger und Radfahrer wegen der Tragfähigkeit auf Vorgabe des Ingenieurbüros auf einen Meter. Der nicht mehr betriebene Drehkranz der einst mobilen Brücke ist bereits entfernt.