Hilft bei jedem Wetter: Seit 32 Jahren ist Wolfgang Sommerauer aus Kraichtal ADAC-Straßenwachtfahrer. Sein Einsatzgebiet ist die Region zwischen Bruchsal, Karlsruhe und Pforzheim. | Foto: Manfred Spitz

ADAC-Pannenhelfer Sommerauer

Nothelfer auch bei extremer Hitze

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„Wenn es längere Zeit so warm ist, geht das schon an die Substanz“, macht ADAC-Pannenhelfer Wolfgang Sommerauer deutlich. Seit 32 Jahren ist der 58-Jährige aus dem Kraichtaler Ortsteil Oberöwisheim als Straßenwachtfahrer in der Region zwischen Bruchsal, Karlsruhe und Pforzheim unterwegs.

Batterien machen nicht nur im Winter schlapp

Gerade war  Wolfgang Sommerauer in Graben-Neudorf. Ein Batterie hatte schlapp gemacht. „Das“, sagt er, „ist ein Klassiker. Viele Leute meinen, Autobatterien würden vor allem bei Kälte ihren Geist aufgeben. Dem ist aber nicht so, sie können auch bei Hitze zusammenfallen.“ Und heiß ist es jetzt schon seit Wochen.

Auch Pannenhelfer Sommerauer schwitzt

Froh sei er, natürlich, dass die Temperaturen jetzt etwas zurückgehen. „Aber wer ist das nicht?“, meint Wolfgang Sommerauer und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Der „Gelbe Engel“ denkt dabei auch an die Autofahrer, die in dieser Gluthitze mit einem Schaden an ihrem Fahrzeug am Straßenrand stranden und auf Hilfe warten. „Die stehen dann irgendwo da draußen, womöglich ohne etwas zu Trinken, und warten auf uns.“

Neben kaputten Batterien sind es besonders häufig platte Reifen oder Elektrikprobleme, die Sommerauer und seine Kollegen auf den Plan rufen. Hin und wieder auch überhitzte Motoren. „Meist bei Staus auf der Autobahn. Gerade jetzt in der Ferienzeit“, verdeutlicht der Straßenwachtfahrer. Wichtig sei, so Sommerauer, bei einer Panne nicht im Wagen zu bleiben. Auch bei Hitze gelte: „Warnweste an und auf der Autobahn hinter die Leitplanke. An allen anderen Straßen weg vom Auto und, wenn möglich, einen schattigen Platz suchen, bis der Pannenhelfer kommt. Vielleicht gibt es ja Sträucher oder einen Baum in der Nähe.“

Warnweste an und weg vom Auto

„Ich habe auch immer wieder Kunden, die sehen eine große Pfütze unter ihrem Auto und rufen mich wegen eines Wasserschadens an. Dabei ist es Kondenswasser, das nach dem Betrieb der Klimaanlage ausgeschieden wird.“ Die Erklärung, warum das passiert, ist einfach: Wenn die Sonne vom Himmel brennt und sich das Fahrzeug in einen Backofen verwandelt, ist die Klimaanlage richtig gefordert. Wenn dann nach längerer Fahrt der Wagen (und mit ihm die Klimaanlage) abgestellt wird, beginnt der Trocknungsprozess und somit kondensiert an den erkalteten Leitungen die warme Feuchtigkeit. Ein Tipp von ihm, wie man erkennt, dass es sich um eine Kondenswasserlache handelt: „Die Pfütze ist nicht vorne, direkt unter dem Motor. Mehr seitlich, wo das Getriebe verbaut ist“, sagt der Mann vom ADAC.

Fahrzeug heizt sich auf

Auch wenn die Temperaturen in den nächsten Tagen wie vorhergesagt zurückgehen und es dann „nur“ noch 25 bis 30 Grad hat, „das Auto kann sich trotzdem enorm aufheizen“, gibt Wolfgang Sommerauer zu bedenken. „Das Fensterglas wirkt wie eine Lupe.“ Wenn Kinder oder Tiere im geparkten Fahrzeug sind, bringe es dann auch nichts, wenn man das Fenster einen Spalt offen lässt. Da könne es im Inneren trotzdem lebensbedrohlich heiß werden.

Reservekanister ist wie eine Bombe

Ebenfalls tunlichst vermeiden sollte man bei hohen Temperaturen, einen Reservekanister im Auto mitzuführen. Sommerauer: „Um Himmels Willen nein, der kann sich ausdehnen. Das ist wie eine Bombe.“ Bei Getränkekisten im Auto, egal ob mit Glas- oder Plastikflaschen bestückt, brauche man hingegen keine Bedenken haben.

In Baden 100 ADAC-Straßenwachtfahrer

In Baden sind die „Gelben Engel“ des ADAC in fünf Teams mit insgesamt etwa 100 Fahrern aufgeteilt. Momentan habe er viel zu tun, erklärt Wolgang Sommerauer. Im Schnitt zehn, zwölf Aufträge täglich sind es schon, die es abzuarbeiten gilt. Aber es ist auch Urlaubszeit und der eine oder andere Kollege fehle, sagt der Kraichtaler. „Es wird natürlich versucht, dass es vom Anruf in der ADAC-Pannenhilfe bis zum Eintreffen der Gelben Engel möglichst schnell geht. Das kommt auch auf das Pannenaufkommen an, aber das sagt der Disponent dem Anrufer. Und es gibt Prioritäten, ob das kaputte Auto zuhause steht, oder ob man auf einer Landstraße oder Autobahn stehen geblieben ist.“

Pannenhelfer immer im Einsatz

Zu schaffen macht Wolfgang Sommerauer der ständige Wechsel zwischen klimatisiertem Innenraum seines gelben Dienstfahrzeuges und Tropenfeeling draußen bei der Pannenhilfe. „Da muss man schon aufpassen, dass man nicht krank wird“, sagt er. Doch ob Eis und Kälte im Winter oder Außendienst bei Hitze im Sommer: „Beides ist eine Herausforderung. Aber das gehört zu unserem Job, dafür sind wir da.“