Die Mensa im Erweiterungsbau der Gemeinschaftsschule in Eggenstein ist in Betrieb. Als letztes Puzzelteil des mehr als zehn Millionen Euro teuren Projekts fehlt noch die Gestaltung der Außenlagen. Auch Graben-Neudorf ist fertig. Weingarten plant jetzt. | Foto: Rake Hora

Umfangreiche Bautätigkeit

Die Gemeinschaftsschulen sind ihren Trägern viel Geld wert

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Wie man richtig lernt, wollen Gemeinschaftsschulen unter anderem vermitteln. An den drei Standorten in Eggenstein, Graben-Neudorf und Weingarten investieren die Schulträger viel Geld in deren Ausbau. Keine Frage, denn eine anspruchsvolle weiterführende Schule ist ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor für ansiedlungswillige Familien.

Drei Gemeinschaftsschulen in der Hardt

Die Schulen sind ihren Trägergemeinden im Verbreitungsgebiet der BNN-Hardtausgabe lieb, und im Falle der Gemeinschaftsschulen (GMS) zudem ganz schön teuer. Die drei derartigen Einrichtung im Verbreitungsgebiet legen sich für die Bildung mächtig ins Zeug.

Graben-Neudorf hat rund fünf Millionen Euro in die Pestalozzi-Gemeinschaftsschule investiert, um sie baulich und technisch auf den neuesten Stand zu bringen, informiert Bürgermeister Christian Eheim. Die Erweiterung wurde 2019 in Betrieb genommen. „Unsere Schule bietet hervorragende Lernbedingungen“, sagt der Bürgermeister.

1,5 Millionen Euro Zuschuss

Rund 10,4 Millionen Euro (darunter 1,5 Millionen Euro Zuschüsse) hat Eggenstein-Leopoldshafen in die Erweiterung seiner Gemeinschaftsschule investiert (die letzten Abrechnungen stehen noch aus), teil Regine Hauck, die Referentin von Bürgermeister Bernd Stober, auf Anfrage mit.

Damit wurde in einem ersten Bauabschnitt im bestehenden Gebäude umgebaut und erweitert: Aula, Chemiesaal und ein Klassenraum. Im zweiten Abschnitt, der 2018 in Betrieb gegangen ist, wurden eine Mensa, drei Räume für Lehrer und Verwaltung sowie 16 Klassenzimmer eingerichtet. Die Nutzfläche der Schule wuchs um mehr als 2.200 Quadratmeter.

Außenanlage kommt zum guten Schluss

Das Gesamtprojekt soll in diesem Jahr mit der Gestaltung der Außenanlage abgeschlossen werden. Dafür sind laut Hauck weitere 250.000 Euro kalkuliert.

Für die Erweiterung der Turmberg Gemeinschaftsschule in Weingarten plant die Gemeinde mit einer Gesamtinvestition von rund 18 Millionen Euro. Diese wolle die Gemeinde über mehrere Jahre verwirklichen und damit finanzierbar halten, informiert Bürgermeister Eric Bänziger: „Es ist klar, dass wir die weiterführende Schule in Weingarten zweizügig halten wollen, um den Bedarf für die Weingartener Schüler zu erfüllen.“ In diesem Jahr werde geplant, im nächsten soll die Umsetzung beginnen.

Lange Beratungszeit

Es habe lange gedauert, bis im Gemeinderat ein Konsens zur Erweiterung der GMS gefunden worden sei, erläutert der Bürgermeister: „Anfangs fehlten uns fünf Klassenräume, Erweiterungsfläche für die Mensa und eine angemessen große Mensa.“

Man musste aber das Konzept für den Gesamtausbau planen, denn absehbar werde sicher eine Ganztagsgrundschule mit den zugehörigen Angeboten nötig. Ende vergangenen Jahres sei die Entscheidung gefallen, berichtet Bänziger: „Wir bleiben am historischen Standort der Schule in der Ortsmitte und werden nicht auf den Festplatz umziehen.“

Erst Neubau, dann Sanierung

Ein Neubau soll zunächst die Platzprobleme lösen, danach werde der Schulkomplex umgebaut, saniert und erweitert. Der Bauteil, in dem die Mensa liegt, soll abgerissen werden, das angrenzende evangelische Gemeindezentrum soll ersetzt werden. Es soll zusammen mit den Kirchengemeinden als Gesamtlösung wieder ein ökumenisches Gemeindezentrum entstehen.

Verschiedene pädagogische Erfordernisse seien beraten worden, um für die Schule einen flexibel nutzbaren Gebäudekomplex zu schaffen, der die unterschiedlichen Lern- und Lehrmethoden ermöglicht und Reservefläche bereit hält, die auf steigende Schülerzahlen und eine Ganztagsgrundschule ausgerichtet ist.

Aus dem Blickwinkel des Staatlichen Schulamts
Initiative liegt beim Träger: Weitere GMS können beantragt werden

Wird es weitere Gemeinschaftsschulen (GMS) im Hardtgebiet über die bestehenden in Eggenstein, Graben-Neudorf und Weingarten hinaus geben? Das sei grundsätzlich möglich, erklärt Leitender Schulamtsdirektor Rüdiger Stein: „Die Initiative liegt generell beim Schulträger, der dabei vom Staatlichen Schulamt beraten wird.“
Das Regierungspräsidium Karlsruhe prüfe den Antrag, das Kultusministerium in Stuttgart treffe die Entscheidung.
Im Einzugsgebiet des Staatlichen Schulamts Karlsruhe – Stadt und Landkreis Karlsruhe – gibt es 24 Realschulen und 18 GMS, informiert Stein. Im Landkreis sind je 14 Real- und Gemeinschaftsschulen eingerichtet. In Linkenheim (wie auch in Philippsburg) gibt es noch eine Werkrealschule.
Welche Chancen haben GMS, sich um eine Sekundärstufe II zu erweitern? „Für die Stadt Karlsruhe gibt es einen Gemeinderatsbeschluss des Karlsruher Gemeinderats, für vier GMS zusammen eine Sekundarstufe II einzurichten“, sagt Stein. Für den Landkreis habe es ein Denkmodell gegeben, für Oberhausen-Rheinhausen und Forst eine Sekundarstufe II zu schaffen.
„Die weiterführenden Möglichkeiten im Landkreis und in der Stadt sind sehr gut“, sagt Stein und verweist auf verschiedene berufliche Gymnasien sowohl in Karlsruhe und in Bruchsal.
Die Pestalozzi-Gemeinschaftsschule in Graben-Neudorf, die nur die Sekundärstufe I anbietet, hat 213 Schüler in neun Klassen. Sie ist meist, jedoch nicht in allen Jahrgängen, zweizügig, informiert Rüdiger Stein, der Leiter der Staatlichen Schulamts in Karlsruhe, auf Anfrage.
Die Gemeinschaftsschule Eggenstein hat in der zweizügigen Primarstufe (Grundschule) 143 Schüler in acht Klassen. Die Sekundarstufe I, ebenfalls zweizügig, hat laut dem Schulamtsleiter Stein 266 Schüler in zwölf Klassen.
251 Schüler in ebenfalls zwölf Klassen hat und gleichfalls zweizügig ist die Turmberg-Gemeinschaftsschule in Weingarten. In der Grundschule ist sie vierzügig mit 16 Klassen. Sie hat 382 Schüler.