Fundierte Beratung gibt es im Reisebüro auch bei Ute Winkler in Stutensee. | Foto: Stieb

Urlaubsziele 2018

Die Kreuzfahrt bleibt populär

Von Katja Stieb 

Es sind die schönsten Tage des Jahres: Der Sommerurlaub ist für viele Menschen ein Highlight, auf das lange hingefiebert wird. Doch die Zeiten, da man unbesorgt und nach Belieben den ganzen Mittelmeerraum bereisen konnte, sind vorbei. Ägypten, Tunesien und Marokko haben nicht wenige Menschen aus Sicherheitsgründen längst von der Liste der bevorzugten Reiseziele gestrichen. Vor rund drei Jahren folgte mit der Türkei eine der populärsten Destinationen deutscher Urlauber. Die Konsequenz: Spaniens und Griechenlands Strände zeigten sich im Sommer zum Bersten voll.

Die Türkei holt leicht auf

Hält dieser Trend an? Welche Ziele sind 2018 besonders gefragt? Die BNN haben in der jetzigen Hauptbuchungszeit in Reisebüros im Hardtgebiet nachgefragt. „Die Türkei ist wieder leicht im Kommen, wobei die Betonung auf ‚leicht‘ liegt“, sagt Thomas Lang vom TUI-Reisecenter in Eggenstein. „Nach wie vor wird sie von vielen aus politischen Gründen gemieden. Die nordafrikanischen Destinationen erholen sich auch, aber ebenfalls nur langsam.“ Entsprechend könne man auch im Sommer 2018 damit rechnen, an den Stränden Spaniens und Griechenlands reichlich Gesellschaft zu finden. „Diese beiden Ziele sind auch in diesem Jahr Spitzenreiter“, sagt Lang.

Fundierte Beratung

„Außerdem wagen sich immer mehr Leute an Fernziele heran: Asien, insbesondere Vietnam, und die Karibik werden stärker nachgefragt als früher. Auch der Kreuzfahrttrend ist ungebrochen.“ Der Urlaub sei für viele Menschen immer noch etwas, auf das sie keinesfalls verzichten möchten: „Sie sind bereit, dafür viel Geld auszugeben“, sagt Thomas Lang, der in Online-Buchungsportalen keine echte Konkurrenz sieht. „Solange Preisparität herrscht, haben wir Reisebüros immer noch den Pluspunkt, fundierte Beratung bieten zu können.“

Sicherheitsbedenken

Auch Ute Winkler vom Stutenseer „Reisemarkt“ sorgt sich nicht um die Konkurrenz aus dem Internet. „Gerade seit das Thema Sicherheit in den Fokus gerückt ist, zieht es die Leute wieder in die Reisebüros“, sagt sie. „Im Internet wird zwar vorher gründlich recherchiert und das ist auch in Ordnung. Aber vor der endgültigen Buchung möchten viele Kunden noch den Rat eines Fachmanns einholen, zu dem sie Vertrauen haben.“ Gerade weil sie dieses Vertrauen ihrer Kunden sehr schätzt, spielt Ute Winkler grundsätzlich mit offenen Karten: „Ich rate derzeit jedem davon ab, in die Türkei oder nach Nordafrika zu reisen und äußere auch im Hinblick auf Ägypten meine Bedenken“, erklärt sie. „Hauptsächlich tue ich das aus Gründen der Sicherheit, aber auch weil mancherorts, gerade in Tunesien zum Beispiel, die Infrastruktur komplett hinüber ist.“

Thailand-Comeback

Aber es gebe ja reichlich Alternativen, auch über Spanien und Griechenland hinaus, die auch in ihrem Reisebüro Spitzenreiter bei den Buchungen sind. Bali und Vietnam seien in der Sommersaison reizvolle Ziele, die bezahlbar seien. „Auch Thailand erlebt ein Comeback – besonders bei jüngeren Leuten“, sagt Winkler. „Abgesehen davon ist die Kreuzfahrt ein echter Dauerbrenner und wird vermehrt von Familien gebucht.“

USA bleiben gefragt

Im Reisebüro von Robert Ochs in Linkenheim-Hochstetten zeigen sich bei der Frage nach den Lieblingszielen der Kunden ähnliche Trends: „In Spanien und Griechenland ist schon jetzt fast nichts mehr zu bekommen“, sagt er. „Und wenn, dann muss man sehr tief in die Tasche greifen.“ Das sei in Zeiten, da das Preis-Leistungsbewusstsein bei den Menschen stark ausgeprägt ist, natürlich ärgerlich. „Die Türkei fehlt nach wie vor“, sagt Ochs. „Zwar beobachte ich eine leichte Erholung – kinderlose Paare zum Beispiel wagen sich vereinzelt wieder hin – aber wir sind weit entfernt von früheren Zeiten.“ Auch bei ihm seien Asien-Reisen, Karibik-Trips und Kreuzfahrten Trends 2018. „Auch die USA sind ungebrochen beliebt“, so Ochs. „Einen Trump-Effekt gibt es also nicht.“