Rhythmus liegt den Musikern im Blut: Die Band der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten, die „MusicCaps“, hat sich vor neun Jahren gegründet. Menschen mit und ohne Handicap musizieren zusammen, mal mit Coversongs, mal mit Eigenkompositionen. | Foto: Natalie Nees

Coversongs und eigene Titel

Die Lebenshilfe-Band „MusicCaps“ hat den heißen Rhythmus im Blut

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Sie können zwar keine Noten lesen, doch sie lieben Rockmusik und Gesang. Rhythmus liegt ihnen buchstäblich im Blut, und die  Eigenkompositionen der Lebenshilfe-Band erzählen gerne von Liebe und Freundschaft, vom Zusammensein und der Lust aufs Leben.

Lust auf Musik, auch ohne Noten

Die „MusicCaps“, die Band der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten sind die musikalische Formation der Vereinigung, und in diesen Tagen startet Bandbegleiter Andreas Machauer mit „seiner“ Mannschaft, der Lebenshilfe-Band, bestehend aus Aktiven mit körperlichen oder geistigen Behinderungen, ins zehnte Bestehensjahr – worüber alle Beteiligten sich freuen und worauf sie mächtig stolz sind.

Beispiel gab die Albschule

Vor über neun Jahren ist mit Anlehnung an die Band „Dickes Blech“ der Albschule Karlsruhe die Idee entstanden, für den Bruchsaler Raum etwas Ähnliches zu schaffen. Andreas Machauer aus Liedolsheim und Mathias Ihle sind von Anbeginn Bandbegleiter der munteren Truppe, Machauers Sohn Adrian – mittlerweile 29 Jahre alt – ist seit der Geburt der Lebenshilfe-Band  „MusicCaps“ dabei.

Sechs feste Auftritte im Jahr

Wer macht mit? Das ist eine wichtige Frage der ersten Stunde gewesen, und recht rasch waren musik- und sangesbegeisterte Mitarbeiter der Lebenshilfe-Werkstätten gefunden. Die Formation der Lebenshilfe-Band steht fest, Wechsel gibt es kaum, und so musizieren und singen Adrian und die anderen Musiker sowie die überaus agilen Frontfrauen Beverly Lang, Patricia Wössner und Kim Kölmel fünf, sechs Mal im Jahr vor durchweg begeistertem Publikum.

 Auftritt im Jubez in Karlsruhe ist der Höhepunkt

Ein fester Bestandteil im Bandjahr sind die Discoveranstaltungen der Lebenshilfe im Graben-Neudorfer Jugendzentrum (Juze), dort immer bestens unterstützt von Zentrumsleiter Rafael Dreher und Brigitte Zapf. Sie sind längst Fans der überaus lebensfrohen Gruppe, deren Höhepunkt im Auftrittsjahr ihr Spiel bei der „Local Handicap Night“ im Karlsruher Jubez vor rund 250 Besuchern ist. Zudem machen die „MusicCaps“ gerne mit bei internen Festen der Lebenshilfe. Sie sind absolute Garanten für gute Stimmung und für Party vom Allerfeinsten.

Viele Eigenkompositionen im Repertoire

Einen großen Part tragen dabei die selbst ausgearbeiteten Kompositionen bei, die vor Emotionen oft nur so strotzen: „Einfach Liebe“ ist ein „Gassenhauer“ der Band, ebenso der „Partysong“, und regelmäßig brechen die Zuhörer in begeistertes Trillern aus, wenn die Lebenshilfe-Band den  „Indianersong“ auf der Bühne vorträgt.

Neue Titel entstehen ganz spontan

Bei den Kompositionen bringen sich alle Mitglieder der Band ein, berichtet Andreas Machauer. Mal beginnt das Schlagzeug, und die Anderen stimmen mit ein. Manchmal entsteht ein langsamer, gefühlvoller Song oder auch ein lautes kraftvolles Liebeslied, der E-Bass, die Gitarren und das Keyboard spielen zusammen, der Gesang kommt dazu – und es fügt sich eins zum anderen und zu einem großen, stimmungsvollen Ganzen.

Farben sind Harmonien zugeordnet

Da die „MusicCaps“ keine Noten lesen können, sind Farben bestimmten Harmonien zugeordnet, und auf diese Weise wird die Band durch das jeweilige Lied geführt. Die Musiker selbst wissen dabei ganz genau, welche Tasten wo zugehörig sind.

Geprobt wird in den Werkstätten in Graben-Neudorf

Regelmäßig trifft sich die Formation zu wöchentlichen Proben im Sportraum der Lebenshilfe-Werkstätten in Graben-Neudorf. Trotz viel Bühnenerfahrung haben Beverly, Kim und das ganze Team immer noch Lampenfieber vor jedem Auftritt. Gibt es Zukunftswünsche? Da sind sich alle einig: Die „MusicCaps“ sollen noch lange mit musikalischer Leidenschaft auf der Bühne stehen und das Publikum begeistern.

Von Natalie Nees