Die Sperrung der Jöhlinger Straße in Weingarten wird weiterhin heiß diskutiert. Für die kommenden Bauabschnitte soll nach besseren Umfahrungslösungen gesucht werden | Foto: Lother

Sperrung in Weingarten

Die Suche nach Alternativen bleibt ein dickes Brett

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Wie geht es weiter mit dem Problemthema „gesperrte Jöhlinger Straße, gesperrte Ortsdurchfahrt Weingarten?“ Bekanntlich gibt es in Walzbachtal Ärger, weil viele Autofahrer große Umwege in Kauf nehmen müssen, Ärger in Pfinztal gibt es, weil im Ortsteil Berghausen der ohnehin schon starke Verkehr nochmals zugenommen hat. Angesichts einer breiten öffentlichen Diskussion, die keine Lösung erkennen ließ, hat Landrat Christoph Schnaudigel zu einem „Runden Tisch“ geladen: Mit dabei Regierungspräsidentin Nicolette Kressl, die Bürgermeister aus Weingarten, Walzbachtal und Pfinztal, die Stadt Bruchsal und viele Fachleute.

Ergebnis zweigeteilt

Und was kam jetzt heraus am Montagnachmittag? Das Ergebnis ist zweigeteilt. Grundsätzlich stellte sich die Frage: wohin mit dem Verkehr nach Bruchsal, wohin mit dem nach Karlsruhe? Die bisherige Lösung: Nach Bruchsal geht es von Jöhlingen aus via Bretten und Gondelsheim, nach Karlsruhe via Berghausen.
Was konnte also erreicht werden? Zunächst einmal macht Landrat Schnaudigel gegenüber den BNN klar, ist straßenverkehrsrechtlich bislang nur der erste Bauabschnitt der Sanierungsarbeiten in der Jöhlinger Straße bis April 2019 genehmigt. Für die Abschnitte zwei und drei sollten neue Lösungen überlegt werden.

Einfacher nach Bruchsal

Was nun die Fahrtrichtung Bruchsal anbelangt, war man sich in der großen Runde offenbar einig. Es geht über die Grombacher Straße in Jöhlingen und die Siedlung Binsheim nach Obergrombach, wo sich der Verkehr weiter verteilen kann. Diese Strecke wird ohnehin schon als „Schleichweg“ genutzt. Um die Sache besser in den Griff zu bekommen, will das Landratsamt schon zeitnah eine Sperrung für den Verkehr mit mehr als 3,5 Tonnen verfügen.

Strittige „Südumgehung“

Während also nördlich der Landesstraße 559 (Jöhlinger Straße) die Sache unbeschadet des Vorbehalts der Zustimmung in den Kommunen Walzbachtal und Bruchsal vergleichsweise einfach erscheint, ist südlich der L559 zwecks Entlastung Berghausens ein dickes Brett zu bohren.

Prüfauftrag

Landrat Schnaudigel, dem es wichtig war, alle Beteiligten einmal an einen Tisch zu bekommen, war mit folgendem Vorschlag ins Rennen gegangen: Von Jöhlingen aus geht es nah an der Ortslage Weingarten in Richtung „Kirchberg/Bittberg“. Nach Jöhlingen geht es südlich des Weingartener Ortseinganges rechts ab in Richtung Mauertal Richtung Jöhlingen. Der Vorschlag steht, eine Entscheidung wurde nicht getroffen.
Stattdessen gingen die Teilnehmer der großen Runde im Landratsamt mit einer Art Prüfauftrag nach Hause. Prüfen heißt in diesem Fall aus Sicht des Landrats, transparent alles auf den Tisch zu legen, was gegebenenfalls zu tun wäre, um bei den Bauabschnitten I und II in Weingarten für eine bessere Verkehrslösung zu sorgen.

Zeitlicher Druck

Das freilich muss alles relativ zügig mit den Verwaltungen und Gemeinderäten erfolgen, um zeitig im Jahr 2019 zu einer Entscheidung zu gelangen. Thema ist vorrangig die Verkehrssicherheit und der Ausbau der für die Lösung vorgesehenen Strecken. Probleme gibt es mehrere: Man muss mit den Grundstückseigentümern sprechen, der Naturschutz redet mit, und letzten Endes muss irgend jemand die für die Verkehrssicherheit erforderlichen Maßnahmen bezahlen. Die Schätzungen für das zu schaffende Provisorium bewegen sich um die 250 000 Euro. Und irgend jemand muss die Sache managen.

Alle an einem Tisch

In einem Wort: Erstmals offenkundig saßen alle Beteiligten an einem Tisch. Die gute Absicht, eine bessere Lösung als die bestehende zu suchen, ist gegeben.

Ärger bei den Nachbarn

Seit einem Vierteljahr sorgt die Sperrung der Jöhlinger Straße in Weingarten in den Nachbargemeinden Walzbachtal und Pfinztal für Unmut. Rund 8 000 Autos werden auf eine größere Umleitungsrunde geschickt. Bürgermeister Karl-Heinz Burgey und seine Kollegin Nicola Bodner fühlten sich im Vorfeld nicht ausreichend informiert und bekamen die Beschwerden der Bürger vor Ort ins Rathaus getragen. Das Problem war die weiträumige Umfahrung – die verbreitete Meinung, es müsse doch Alternativen zu dem weiten Umweg über Berghausen und Grötzingen geben.

Mauertal zweimal geprüft

Nach der ersten Klagewelle nahm man seitens der Weingartener Verwaltung eine erneute Prüfung der Umleitungsvariante „Mauertal“ vor, die allerdings nach einem Monat abermals abschlägig beschieden wurde.

Einsatz des Landrats

Trotz der Erklärung ging der Ärger weiter. So weit, dass sich Landrat Christoph Schnaudigel einschaltete. Er betonte einerseits, dass er in der Sache eigentlich nicht zuständig sei. Allerdings wollte er an dem „Runden Tisch“, der aus Walzbachtal und Pfinztal gefordert wurde, mit einer Gesamtschau auf mögliche Umfahrungen an der Suche nach einer Lösung mitwirken.

Skepsis in Weingarten

Im Weingartener Gemeinderat, den Bürgermeister Eric Bänziger noch am Montag informierte, gibt es in der Sache „Südumleitung“ Skepsis. Auch der Bürgermeister verdeutlichte, dass sich an der bisherigen Stellungnahme der Gemeinde nichts geändert habe.