Hans-Dieter Nees ist Gründer der Facebook-Gruppe "Disneyland Freunde". Im Schnitt fährt er alle zwei Monate zu Micky Maus, Goofy und Co. | Foto: Manzey

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Disneyland-Fangruppe aus Linkenheim-Hochstetten: Micky Maus lässt nicht nur Kinderaugen strahlen

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Die Welt der Disney-Geschichten ist für viele Teil glücklicher Kindheitserinnerungen. Für Hans-Dieter Nees aus Linkenheim-Hochstetten sind sie noch ein bisschen mehr: Der 50-Jährige ist nicht nur passionierter Disney-Fan, sondern auch Gründer der Facebook-Gruppe „Disneyland Freunde“. Dort organisieren sich fast 900 Disney-Liebhaber aus 35 Ländern.

An seinen ersten Disney-Film kann sich Hans-Dieter Nees noch gut erinnern: Schneewittchen und die sieben Zwerge. Damals war er sechs oder sieben Jahre alt und mit dem Großvater in der Schauburg. Mehr als 40 Jahre sind seitdem vergangen, die Begeisterung für Disney aber blieb.

Abhilfe gegen Depressionen gab es nur in Freizeitparks

Vor zwölf Jahren erkrankte Nees an Depressionen. Aufmunterung fand er bei Besuchen in Freizeitparks. Auch ans Disneyland habe er öfter gedacht. „Der Traum war immer schon da, aber der letzte Schritt hat immer gefehlt.“ Zum 48. Geburtstag schenken ihm seine beiden Töchter dann den ersten Besuch.

Wenn ich da reingehe, kann ich alles am Eingang zurücklassen.

Hans-Dieter Nees, Gründer der „Disneyland Freunde“

Um Nees ist es sofort geschehen. „Wenn ich da reingehe, kann ich alles am Eingang zurücklassen“, versucht er das Gefühl zu beschreiben. Im Disneyland könne er einfach eine unbeschwerte Zeit verbringen. Bereits beim allerersten Mal kauft sich Nees eine Jahreskarte.

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Fan-Gruppen sehen Verkauf nicht gerne

Wieder daheim will er die Begeisterung für Disney auch mit anderen teilen. In Deutschland gebe es etwa 20 größere Facebook-Gruppen rund um das Thema Disney. Was Nees allerdings nicht gefällt: Verkaufsangebote oder die Bitte um Mitbringsel seien in den Gruppen nicht gerne gesehen.

Also beschließt er im November 2018, mit seinen beiden Töchtern, eine eigene Gruppe zu gründen. 560 Mitglieder kommen aus Deutschland, rund 70 aus dem Großraum Karlsruhe. Daneben hat die Gruppe Mitglieder aus der halben Welt, etwa aus Österreich, Belgien, Brasilien, Peru oder Kroatien. Oft seien das ehemalige „cast member“ , Personen, die in den Disney-Parks arbeiten oder gearbeitet haben, verrät Nees.

Auf der Rückfahrt ist der Kofferraum selten leer

In der Regel fährt Nees alle zwei Monate ins Disneyland Paris. Meist bleibt er drei Tage. Einen anderen Disney-Park hat er noch nicht besucht. Meist ist sein Kofferraum bei der Rückfahrt bis an den Rand gefüllt mit Disney-Merchandise und Infomaterial, das er anderen Gruppenmitgliedern mitbringt. Auch Gewinnspiele organisiert er – auf eigene Kosten.

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Freundschaften mit anderen „Disneyanern“

Doch was macht die Faszination Disney aus, besonders für einen erwachsenen Mann? Vielleicht ist es die Unbeschwertheit der Kindheit, die man mit Micky Maus, Goofy und Co. verbindet. Vielleicht auch das Wir-Gefühl, das unter den „Disneyanern“ herrscht. Genau erklären kann auch Hans-Dieter Nees das nicht.

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Für ihn ist Disneyland einfach der glücklichste Ort auf der Welt, eben weil alles ein bisschen ruhiger und nostalgischer ist als in anderen Freizeitparks. „Man darf sich bei Disneyland nicht so den Adrenalinschub vorstellen“, betont er. Wilde Fahrgeschäfte gebe es weniger, dafür viele Kindheitshelden zum Knuddeln.

Wenn Nees in Paris ist, trifft er häufig Mitglieder seiner Gruppe, die ebenfalls gerade im Disneyland unterwegs sind. Über die Jahre habe sich so manche schöne Freundschaft entwickelt, bestätigt er.

Auch wenn das Disney-Schloss in Paris als das schönste der Welt gelte, würde Nees gerne einmal das Disneyland in Orlando besuchen. Es ist Disneys größter Park. Und einen geheimen Traum habe er dann doch noch, gibt er zu: Einmal im Kostüm auf einem Wagen in der Disney-Parade mitzufahren.