Abstand halten - – das galt auch für die Flüchtlinge, die aus Landeserstaufnahmeeinrichtungen (LEA) nun in die Unterkunft „Am Schröcker Tor“ bei Eggenstein-Leopoldshafen umzogen.
Abstand halten - – das galt auch für die Flüchtlinge, die aus Landeserstaufnahmeeinrichtungen (LEA) nun in die Unterkunft „Am Schröcker Tor“ bei Eggenstein-Leopoldshafen umzogen. | Foto: Müller

50 Bewohner eingezogen

Eggenstein-Leopoldshafen: Mehr Platz für Flüchtlinge in Corona-Zeiten

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Um die 50 neue Bewohner gibt es nun in der Flüchtlingsunterkunft im Gewann „Am Schröcker Tor“ bei Eggenstein-Leopoldshafen. Am Mittwoch zogen sie in die bisherige Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises ein. Bei den Bewohnern handelt es sich um Asylbewerber aus unterschiedlichen Herkunftsländern.

Von unserem Mitarbeiter Klaus Müller

Bislang waren sie in Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes, und dabei nicht zuletzt in der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) Karlsruhe untergebracht. Der Umzug ist nach Angaben des Regierungspräsidiums Karlsruhe (RP) der Corona-Pandemie geschuldet. In den Zuständigkeitsbereich des RP fällt die Erstunterbringung von Flüchtlingen.

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Zur Erinnerung: Für die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften, die erste Station nach der Erstaufnahme, sind die Landkreise zuständig. Danach folgt die Anschlussunterbringung in Zuständigkeit der Kommunen. Seit Ende 2016 haben der Landkreis Karlsruhe und die Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen die Unterkunft in diesem Sinne betrieben.

Belegungen in Einrichtungen auflockern

Inzwischen hat das RP erste Gebäudebereiche der Flüchtlingsunterkunft übernommen: „Zur Umsetzung der Übernahme wurden nunmehr die im Eigentum des Landkreises Karlsruhe stehenden mobilen Wohneinheiten der Flüchtlingsunterkunft vom Land Baden-Württemberg aufgekauft“, teilte dazu Clara Reuß von der RP-Pressestelle mit.

In erster Linie geht es bei der Aktion darum, die Belegungen in Erstaufnahmeeinrichtungen aufzulockern – mit der Zielsetzung, so die Pressestelle weiter, das Corona-Virus möglichst einzudämmen.

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Coronabedingte Vorsichtsmaßnahmen gelten

Wie überhaupt im öffentlichen Leben gelten in den Unterkünften ebenso die coronabedingten Vorsichtsmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem Abstand halten, keine Menschenansammlungen, das Einhalten von Hygienevorgaben, die Unterkunft maximal paarweise verlassen. Für die meisten Vorgaben bedarf es eines entsprechenden Platzangebotes, es gilt eine zu enge Belegung in jedem Fall zu vermeiden. Deswegen auch die Umzugsaktion, die am Mittwoch ihren Anfang nahm.

Bis zu 200 Menschen kann die Unterkunft „Am Schröcker Tor“ beherbergen. Derzeit leben dort noch 80 Menschen in der Anschlussunterbringung, die etwa bis Mitte Mai ausziehen werden. Ob die 200 Plätze am Ende tatsächlich gebraucht werden, hängt vom landesweiten Bedarf in den jeweiligen Erstaufnahmeeinrichtungen und von der Entwicklung der Pandemie ab.

Aktuell sind nach Auskunft des PR in allen Erstaufnahmeeinrichtungen in Baden-Württemberg rund 2.700 Menschen untergebracht. Das entspreche eine Auslastung der Regelkapazität von gut 40 Prozent.

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Aufwendiges Aufnahmeprozedere wegen Corona

Recht aufwendig gestaltete sich in Zeiten von Corona das Aufnahmeprozedere. Ob im Bus auf der Fahrt nach Eggenstein-Leopoldshafen oder dann bei der eigentlichen Aufnahme galten die Präventionsmaßnahmen – insbesondere die Abstandsregeln.

Die Asylbewerber selbst hatten nach Angaben des RP bereits alle notwendigen Verfahrensschritte durchlaufen: Registrierung, erkennungsdienstliche Behandlung, ärztliche Gesundheitsuntersuchung samt Corona-Test, sowie die Asylantragstellung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Für den Betrieb der Einrichtung, teilte das RP zudem mit, seien „sehr erfahrene Dienstleistungsunternehmen“ beauftragt worden.