Freie Fahrt bei Philippsburg: Die dortige Rheinbrücke ist derzeit zwischen Kehl und Speyer die einzige, die uneingeschränkt passiert werden kann. | Foto: Werner Schmidhuber

Kritik aus Philippsburg

Eine Brücke ist noch frei

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Die gleichzeitige Sanierung von Rheinbrücken bei Karlsruhe und Speyer erhitzt weiterhin die Gemüter. Der Verkehr muss schließlich irgendwo bleiben. In Speyer steht ihm immerhin noch die nahegelegene Querung per A61 zur Verfügung.

Lange Wartezeiten

Bei Karlsruhe indes müssen die Fahrzeuge entweder teils lange Wartezeiten auf der zum Nadelöhr gewordenen Rheinbrücke im Zuge der B10 in Kauf nehmen, auf Fähren ausweichen – oder auf die Rheinbrücke zwischen Germersheim und Philippsburg (B35). Sie ist derzeit die einzige uneingeschränkt passierbare Querung südlich der A 61 und der Wintersdorfer Brücke bei Rastatt.

Polizei: Keine nennenswerten Probleme

Aus polizeilicher Sicht führe das vor Ort kaum zu nennenswerten Problemen, erklärt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe auf BNN-Anfrage. „Aus unseren Beobachtungen und denen unserer Kollegen vor Ort lässt sich ableiten, dass keine nennenswerte Verlagerung von Verkehrsströmen über Philippsburg stattfindet“, sagt der Sprecher. „Wahrscheinlich ist den meisten Verkehrsteilnehmern, die zwischen Karlsruhe und der Pfalz pendeln, der Umweg über Germersheim und Philippsburg zu groß“, so seine Vermutung.

Martus sieht zusätzliche Belastung

Diese Einschätzung mag Philippsburgs Bürgermeister Stefan Martus nicht teilen. „Aus unserer Sicht müssen wir klar eine Zunahme des Verkehrs feststellen“, sagt Martus. Von der Bundesstraße 35 aus bildeten sich zu Stoßzeiten teils Rückstaus, die gemeinsam mit dem generell gestiegenen Verkehrsaufkommen eine zusätzliche Belastung für Anwohner darstellten.
„Vielleicht wäre es da sinnvoll gewesen, im Vorfeld der Baumaßnahmen erst einmal über Lärmschutzmaßnahmen nachzudenken“, befindet der Bürgermeister, der auch sonst kritische Worte für die Bauplanung findet: „Es ist schon zu hinterfragen, warum man zeitgleich zwei Rheinbrücken im gleichen Regierungsbezirk sperren muss. Das hat für mich den Anschein von Aktionismus“, erklärt Martus.
Über Jahrzehnte habe man punktuelle Sanierungsarbeiten an den Brückenwerken versäumt, um jetzt für zwei große Maßnahmen die Flusspassage erheblich einzuschränken. „Da vermisse ich ein wenig eine ordnende Hand in den Planungen“, kritisiert Martus.