Plätze fast alle besetzt: Im Landkreis gibt es 23 neue Schulleiter. Einer, an der Schlossgartenschule Berghausen, folgt noch. Diese Stelle wurde erst im Juli ausgeschrieben und das Bewerberverfahren läuft noch. | Foto: Becker/dpa

Besetzung von Schulleiterposten

Einer fehlt noch

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„Wir freuen uns sehr, dass es gelungen ist, alle vakanten, ausgeschriebenen Schulleitungsstellen wieder zu besetzen.“ Was die Leitende Schulamtsdirektorin Elisabeth Groß für ihren Bezirk des Staatlichen Schulamts Karlsruhe hervorhebt, schließt somit das Gebiet der BNN-Hardtausgabe mit seinen 25 Einrichtungen von Grundschulen bis zu zwei Gymnasien ein.

Ausnahme Pfinztal

Eine Ausnahme macht allerdings – zumindest derzeit – noch Pfinztal. Während es im Landkreis 23 Neubesetzungen gab, wird es bei der Schlossgartenschule Berghausen ein Weilchen länger dauern, bis die aktuell noch offene Position besetzt wird.

Späte Ausschreibung

Warum? „Die Stelle ist erst im Juli ausgeschrieben worden“, erklärt Schulamtsdirektorin Elisabeth Groß. Und Bewerbungen dafür seien noch in der Sommerpause eingegangen. Mit Ablauf des Bewerberverfahrens werde die Stelle dann umgehend besetzt. Zeitdruck verspürt Groß dabei aber nicht. Man müsse einer Schule Zeit lassen, im neuen Schuljahr richtig anzukommen.

Kompliziert in Linkenheim

Geht in Pfinztal damit alles einen reibungslosen Weg, gestaltete sich die Lage in Linkenheim an der Grund- und Werkrealschule komplizierter. Jahrelang war dort die Schulleiterstelle vakant, bis Konrektor Claus Neck das Amt schließlich vor der Sommerpause übernahm. Seine offizielle Einführung soll noch im ersten Schulhalbjahr folgen. Dass solch ein Akt mit kleiner Feierstunde zeitversetzt erfolgt, ist üblich. Dass es in Linkenheim tatsächlich schwierig war, die Lücke zu schließen, wie Elisabeth Groß einräumt, hat eine ganz eigene Geschichte: Vor einigen Jahren löste die unsichere Zukunft der Schule eine hitzige Debatte aus. Sie erschien von den Anmeldezahlen her vom Aus bedroht.

Diskussion um die Schulform

Das Konzept der Gemeinde eines sanften Übergangs zur Gemeinschaftsschule scheiterte an schulischen Widerständen ebenso wie ein alternativer Verbund mit der Realschule. Darin lag auch begründet, dass der Stuhl des Leiters in dieser Phase leer blieb. Man hangelte sich quasi durch und gewann an Stabilität. Außerdem wären mit der neuen Landesregierung die Werkrealschulen wieder stärker wertgeschätzt worden, ergänzt Elisabeth Groß. Man habe die Stelle nicht ewig vakant lassen wollen. Interessenten gab es. Als diese aber sahen, wie gut Konrektor Claus Neck seine kommissarische Leitung wahrnahm, hätten sie wissen lassen, diesen Job auch nicht besser machen zu können.

Schwierige Bewerbersuche

Das jüngst von Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann vorgelegte Konzept für bessere Rahmenbedingungen für Schulleiter (die BNN berichteten) zeigt, dass es nicht gerade einfach ist, ausreichend Bewerber zu finden. Im Bezirk „haben wir mit Kräften und erfolgreich daran gearbeitet“, resümiert Elisabeth Groß. Wechsel habe es zurückliegend einige gegeben und viele Kollegen seien in den Ruhestand verabschiedet worden. Das bringt eine Herausforderung. Denn durch frühere Einstellungsstopps bei Lehrern fehle nun die nächste Altersebene, betont Elisabeth Groß. Ein Vorteil seien bei latentem Bedarf die Bewerberkapazitäten im Ballungsraum Karlsruhe. Daneben spiele im Einzelnen eine Rolle, wie attraktiv sich eine Schule für Bewerber gestalte und welche Unterstützung sie vom kommunalen Träger erhalte. „Wir sind nach wie vor sehr engagiert bei der Personalsuche und bei der Personalentwicklung“, fügt Groß hinzu. „Wir motivieren für Führungsaufgaben, informieren, qualifizieren, begleiten, helfen Potenziale zu erkennen, zu fördern und zu nutzen.“

Anspruchsvolles Amt

Das Amt des Schulleiters sei anspruchsvoll, betont sie. Fachliche und zeitliche Anforderungen seien gestiegen. An ihm hänge ein großes Maß an Verantwortung. Auch sie würde sich wünschen, den Lehrerberuf ebenso wieder für Männer attraktiver zu machen. So dominieren auch im Bereich der BNN-Hardtausgabe in den Leitungsstellen die Frauen deutlich.

 

Von Alexander Werner