Am Sonntag ist Wahltag in Pfinztal. Wie schlagen sich Amtsinhaberin Nicola Bodner und Herausforderer René Rose? | Foto: Klaus Müller

Vor der Wahl

Elf Fragen an die Bürgermeister-Kandidaten in Pfinztal

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Am diesem Sonntag, 10. November, haben die Pfinztaler die Wahl: Nicola Bodner will Bürgermeisterin bleiben und Begonnenes weiter verfolgen. Ihr Herausforderer René Rose will dagegen neue Akzente in der Gemeindepolitik setzen. Da hätten wir doch mal ein paar Fragen. Elf Fragen, um genau zu sein.

 

Wie ist mit Blick auf den kommenden Sonntag Ihre derzeitige Stimmungslage?

Nicola Bodner: Ich bin zuversichtlich und gehe nach vielen Bürgergesprächen davon aus, dass die Pfinztaler mit meiner Arbeit als Bürgermeisterin zufrieden sind.

René Rose: Ich bin sehr positiv gestimmt und sehe für den kommenden Sonntag eine Veränderung anbrechen, da ich in den Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie in den sozialen Medien über meine Homepage – www.rose-rene.de – und Facebook viele positive Rückmeldungen erhalten habe.

Nicola Bodner vs. Rene Rose – das Duell bei der Bürgermeisterwahl Pfinztal. | Foto: Müller

Wie bewerten Sie – aus Ihrer Sicht, versteht sich – den bisherigen Wahlkampf?

Nicola Bodner: Ach, er verlief relativ ruhig. Themen, an denen sich die Gemüter erhitzt hätten, gab es nicht. Wer wenig Verbesserungsbedürftiges findet, bescheinigt uns damit eine gute Bilanz. Ich meine, das spricht für die seitherige erfolgreiche Arbeit.

René Rose: Bisher empfand ich diesen als äußerst fair und sachlich. Zudem sind die Bürger und Bürgerinnen bereit, an einer Veränderung aktiv mitzuwirken und stehen Lösungsvorschlägen offen gegenüber.

 

Welche Frage würden Sie gerne Ihrem Gegenkandidaten, Ihrer Gegenkandidatin stellen?

Nicola Bodner: Ob eigentlich bekannt ist, dass es in der Region keinen/keine Bürgermeister/in und Oberbürgermeister/in gibt, der/die ohne irgendwelche Verwaltungskenntnisse und ohne kommunalpolitische Erfahrungen in das immer schwieriger werdende Amt gekommen ist?

René Rose: Sehen Sie die im Rahmen meiner Themenschwerpunkte eingebrachten konkreten Verbesserungen, Lösungsvorschläge und Veränderungen auch als notwendig an?

 

Welche (Kommunal-)Politiker haben Sie geprägt – sind vielleicht sogar ein bisschen Vorbild?

Nicola Bodner: Richard Arnold (CDU), heutiger Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd, und Evelyn Gebhardt (SPD), eine der ersten Frauen im Europaparlament. Beide habe ich kennenlernen dürfen, beide haben mich sehr beeindruckt.

René Rose: Ein direktes Vorbild kann ich nicht benennen, aber in ihrem Auftreten, ihrem Einsatz und als Impulsgeber sind für mich neben Helmut Kohl – im Rahmen der Einheit – Hans-Dietrich Genscher und Helmut Schmidt zu nennen.

 

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Gretchenfrage: Wie halten Sie es mit der Religion?

Nicola Bodner: Das ist eine sehr persönliche Frage. Aber: Ja, ich bin gläubig. Meine Religion ist mein Kompass. Respekt, Toleranz, Mitmenschlichkeit, Hilfsbereitschaft, soziales Verhalten, Wertschätzung – dies alles gehört für mich zu meinem Fundament. Meine Eltern haben mir christliche Werte vorgelebt. Dafür bin ich ihnen dankbar.

René Rose: Ich bin ein aktiver Christ und stehe im persönlichen Gespräch auch gerne dazu Rede und Antwort. Zudem sehe ich es als eine unserer Stärken in Deutschland an, allen Religionen beziehungsweise Glaubensrichtungen offen und tolerant gegenüber zu treten.

 

Welcher „politischen Phrase“ würden Sie sich niemals bedienen?

Nicola Bodner: Alles, was mit Unglaubwürdigkeit, Unredlichkeit und Übertreibung zusammenhängt. Dazu gehören auch unrealistische, populistische Wahlversprechungen.

René Rose: Der Phrase „dafür gibt es keine Lösung beziehungsweise Gegenmaßnahme“. So höre ich zum Beispiel immer wieder, dass für den Durchgangsverkehr von Lastwagen über 7,5 Tonnen im Pfinztal keine Gegenmaßnahmen durchsetzbar wären. Doch wenn ich im Gespräch konkrete Lösungen einbringe, zeigt sich, dass Veränderung möglich ist.

 

Was macht Sie mit Blick auf kommunalpolitische Entwicklungen wütend?

Nicola Bodner: Dass die Kommunen immer mehr Aufgaben von oben aufgedrückt bekommen. Doch Finanzierungsmittel dafür gibt es nicht – weder vom Land noch vom Bund. Ich ärgere mich auch über zu langsame Entscheidungsflüsse. Wütend macht mich, wenn Behörden und Bürokratismus raschen Problemlösungen im Wege stehen.

René Rose: Die hohe Verschuldung von Pfinztal und dem dadurch sehr eingeschränkten Handlungsspielraum.

 

Die beliebte Inselfrage: Drei Dinge können Sie mit auf eine einsame Insel nehmen. Welche?

Nicola Bodner: Nicht drei „Dinge“, sondern drei Personen: meinen Mann und meine beiden Kinder. Allerdings würde ich versuchen, dass ich die drei unter „Familie“ zusammenfassen könnte und ich somit dann noch zwei Wünsche frei hätte. Dann käme auf jeden Fall noch ein Kommunikationsgerät hinzu, mit dem ich bei Bedarf ein Schiff zur Rückfahrt ordern könnte. Denn ich bin nicht der Typ, der sein Leben in der Einsamkeit verbringen möchte.

René Rose: Wenn es wirklich nur um Dinge geht, so sind es Taschenmesser, Wasserflasche und Feuerstein. Wenn damit auch Personen gemeint sind, dann meine Frau und meine zwei Kinder.

 

Wen würden Sie gerne (lebende Person) mal treffen? Und warum?

Nicola Bodner: Den Dalai Lama und die Nobelpreisträgerin Malala Yousafzai. Für mich sind das ganz wunderbare Menschen. Von Dalai Lama habe ich mir den Satz eingeprägt: „Respektiere dich selbst, respektiere andere und übernimm Verantwortung für das, was du tust.“

René Rose: Joachim Gauck – als ein Zeitzeuge der Wende, als ein Wächter über die Aufarbeitung einer schwierigen Vergangenheit und zuletzt als ein Repräsentant der Bundesrepublik Deutschland – das würde sicherlich ein aufschlussreicher Abend werden.

 

Ihr Lieblingsessen/und -getränk?

Nicola Bodner: Am liebsten mag ich Spaghetti Bolognese, aber auch Omas Dampfnudeln und Omas viereckigen Apfelkuchen mit Streusel. Meistens trinke ich Johannisbeersaft-Schorle, äußerst selten ein Gläschen Rotwein.

René Rose: Tatsächlich esse ich fast alles und probiere gern Neues – egal, ob feurig scharf oder exotisch in der Geschmackskombination. Erfrischend finde ich ein alkoholfreies Bier und bin auch gerne für einen Espresso zu haben.

 

Ihr Lieblingsplatz, Lieblingsort in Pfinztal?

Nicola Bodner: Wen wundert’s, als Bürgermeisterin von Pfinztal ist mein Lieblingsort natürlich ganz Pfinztal – mit allen Ortsteilen. In unserem Wald und entlang der Pfinz kann ich mich erholen und Kraft schöpfen, abschalten und die Seele etwas baumeln lassen.

René Rose: Es gibt mehr als einen Lieblingsort im Pfinztal für mich – so empfinde ich zum Beispiel manche Wälder- und Wiesenwege im Pfinztal als sehr einladend. Auch an einigen Stellen an der Pfinz entlang lässt es sich gut verweilen.

 

Interview: Klaus Müller