Der King lebt: Das Elvis-Kostüm von Katharina Issel (links) und Andrea Reule (rechts) ist nicht nur zu Fasching gefragt. | Foto: Manzey

5.000 Stücke im Kostümverleih

Elvis, Piraten und Tiere sind die beliebtesten Faschingskostüme in Liedolsheim

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Das richtige Kostüm für die närrischen Tage sollte außergewöhnlich sein. Im Liedolsheimer Kostümverleih „Insignia Regis“ kann man bis zu 5.000 Kleidungsstücke ausleihen. Die Besitzerinnen Andrea Reule und Katharina Issel verraten, was ein gutes Kostüm ausmacht, und welche Verkleidungen im Trend liegen.

Der Eingang liegt ein wenig versteckt: Über eine alte ausgetretene Steintreppe gelangt man – vorbei an zahllosen Speeren und Piken – in den ehemaligen Tanzsaal des Gasthauses „Lamm“ in Liedolsheim. Dort betreiben Katharina Issel und Andrea Reule seit 2003 den Kostümverleih „Insignia Regis“.

Spezialisierung auf historische Gewänder

Spezialisiert sind die beiden Quereinsteigerinnen eigentlich auf historische Gewänder. In der fünften Jahreszeit lassen sich viele Kunden bei ihnen aber auch für Prunksitzungen oder den Straßenkarneval ausstatten.

„Tauglich sind unsere Kostüme grundsätzlich drinnen und draußen“, sagt Katharina Issel. Rund 5.000 Kleidungsstücke stehen den Besuchern zur Verfügung, die meisten sind handgemachte Einzelstücke. Teile des Fundus sind rund 100 Jahre alt, verraten die Betreiberinnen. Bereits in den 1980ern gab es in Liedolsheim einen Kostümverleih. Als der Betreiber einen Nachfolger suchte, griffen Issel und Reule zu.

Betritt man die Räume in der Hauptstraße 38, staunt man über die langen Reihen an sauber verpackten Kostümen. Abgesehen von den Kleidern findet man jedoch wenig Einteiler. Issel und Reule ist es wichtig, jedem Kostüm eine eigene Note zu geben. Entsprechend der Kundenwünsche stellen sie jede Kostümierung deshalb individuell zusammen.

Piraten kapern fast jede Faschings-Party

Ein Dauerrenner bei den Faschingskostümen ist der Pirat. Seit 2003 der erste „Fluch der Karibik“-Film in die Kinos kam, sei diese Figur eines der gefragtesten Kostüme – sowohl bei Männern als auch Frauen. „Da hat Johnny Depp Maßstäbe gesetzt“, lacht Issel.

Historische Ungereimtheiten können wir tolerieren, wenn es nicht allzu weh tut.

Den beiden Geschäftspartnerinnen komme das aber nur entgegen, trägt der Pirat doch in der Regel eher traditionelle Gewänder. Da drücken Issel und Reule als Fans originalgetreuer Gewandungen auch gerne mal ein Auge zu. „Historische Ungereimtheiten können wir tolerieren, wenn es nicht allzu weh tut“, räumt Reule lachend ein.

Sie freut sich mehr, wenn Kunden ein historisches Rokoko-Gewand aussuchen. Die opulenten Kleider rangieren in Sachen Beliebtheit auf dem zweiten Platz und sind besonders gefragt für Prunksitzungen. Auffallen ist da garantiert. Besonders die Damen erfüllen sich damit gerne mal den Wunsch, für einen Abend Prinzessin zu sein, verrät Reule. „Rokoko ist das Aufwendigste an Mode, was es gibt. Danach ging es modetechnisch nur noch bergab.“

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Tierkostüme für den Straßenkarneval

Für den Straßenkarneval eignen sich hingegen eher Tierkostüme. Die sind meist etwas weiter und erlauben noch „was drunter“. Wer es ausgefallen liebt, kann den Umzug etwa als Elvis, rosa Hase oder als böser Wolf verfolgen – im besten Fall natürlich als Paar-Kostüm mit Rotkäppchen. Aber auch Mittelalter-Gewandungen sind gefragt.

Man darf ja lustig aussehen, aber nicht lächerlich.

Bei der Wahl des richtigen Kostüms sei nicht nur die dargestellte Figur, sondern auch der Anlass und vor allem der Mensch im Inneren entscheidend, so die beiden Kostümverleiherinnen. „Man darf ja lustig aussehen, aber nicht lächerlich“, betont Issel. Gerade wer auf Prunksitzungen nicht nur lachen, sondern auch repräsentieren will, wähle sein Kostüm deshalb sorgfältig aus.

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Ein bisschen Flexibilität muss sein

Die ersten Anfragen für Faschingskostüme trudeln bereits im November ein, aber auch viele Kurzentschlossene machen sich bei Issel und Reule noch auf die Suche nach dem richtigen Outfit für die fünfte Jahreszeit. Da es sich größtenteils um Einzelstücke handelt, sollten Kunden ein gewisses Maß an Flexibilität mitbringen. „Eine Anprobe ist unerlässlich“, so Reule. Dafür darf man dann aber beruhigt sein, dass man dem eigenen Kostüm in der Form nicht noch einmal auf der Veranstaltung begegnet.