Schmerzliche Wunde: Wieder mussten drei Ahornbäume in der Eggensteiner Hauptstraße nach einer Attacke des Baumfrevlers vom Gemeindebauhof entfernt werden.         | Foto: Rake Hora

Schock in Eggenstein

Der Baumfrevler hat wieder zugeschlagen

Anzeige

Schock in Eggenstein: Der Baumfrevler hat wieder zugeschlagen! Kaum vier Wochen nach der letzten Attacke Mitte Mai war das Spitzahorn-Trio in der Hauptstraße erneut Ziel des Unbekannten. Fachleute prüften, ob die Bäume erhalten werden können – es war nichts zu machen. Nicht zum ersten Mal musste der Bauhof anrücken, um sie zu entfernen. Die Menschen auf der Straße und die Verwaltung im Rathaus von Eggenstein-Leopoldshafen sind fassungslos.

Am Donnerstag wieder Schnitte entdeckt

„Am Donnerstag wurden wieder Schnitte entdeckt. Diesmal im unteren Bereich der Stämme“, sagte die Referentin des Bürgermeisters, Regine Hauck, den BNN. „Das ist unfassbar. Wahrscheinlich ist es aber schon am Dienstag oder Mittwoch passiert“, vermutet sie. Im Mai hatte der Baumfrevler im oberen teil der Stämme die folgenschweren Schnitte angesetzt. Fachleute hätten noch geprüft, ob die Bäume vielleicht zu retten sind. „Aber“, so Hauck, „da war nichts zu machen“ – am Freitagmorgen mussten schweren Herzens Mitarbeiter des Bauhofs anrücken. Mit der Säge. Um die nicht überlebensfähigen Bäume – wieder mal – zu entfernen.

Bäume in Eggenstein werden seit 2014 malträtiert

Seit November 2014 ist das Spitzahorn-Trio gegenüber dem Reisebüro in mehr oder weniger langen Abständen immer wieder malträtiert worden. Die dabei den Bäumen zugefügten Wunden waren äußerlich zwar nicht sehr groß, die Verletzungen an der Rinde reichten aber aus, dass sie absterben würden und ersetzt werden mussten. Der „materielle“ Schaden beläuft sich inzwischen auf fast 12 000 Euro. Allein bei der jüngsten Attacke laut Daniela Stadie (Fachbereichsleiterin Technik im Bauamt) auf etwa 1 200 Euro.

Man kann sich viel vorstellen, Sinn macht nichts

Aber das ist es gar nicht in erster Linie, was die Menschen auf der Straße und die Verwaltung im Rathaus so fassungslos macht. „Wir wissen nicht, was der Beweggrund ist. Man kann sich viel vorstellen, Sinn macht nichts“, verdeutlicht der Bürgermeisterstellvertreter Willi Nees.  Bernd Stober, Ortsoberhaupt von Eggenstein-Leopoldshafen,  kommt nächste Woche aus dem Urlaub zurück. Er dürfte genau so „sprachlos“ wie Nees über die neuerliche Ahorn-Attacke sein. Letztlich bleibt der Gemeinde nichts anderes übrig, als Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. Wieder mal.

Shitstorm gegen den Baumfrevler

„Der Baumfrevler war seit seinen Attacken im Mai Gesprächsthema Nummer eins in der Gemeinde und in den sozialen Netzwerken. Es gab einen Shitstorm, er wurde quasi geächtet. Deshalb dachten wir, er hört auf“, macht Regine Hauck deutlich. „Jetzt sind wir ziemlich schockiert, dass es wieder passierte.“

Vielleicht verrät er sich mal irgendwo

Es sei schwierig, die Bäume zu schützen, meint Willi Nees. Auch eine Belohnung in Höhe von 1 000 Euro für Hinweise, die zur Überführung des Baumfrevlers führen, hat die Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen schon ausgesetzt. Vertraulichkeit wurde zugesichert – aber (noch) nichts kam heraus. „Es gibt keine Anhaltspunkte“, erklärt Willi Nees. „Aber vielleicht verrät er sich ja mal irgendwo.“

Was hat es mit dem 12. Juni auf sich?

Die Hoffnung, den Unbekannten zu schnappen, gibt in Eggenstein-Leopoldshafen jedenfalls niemand auf. Wir haben schon viel überlegt“, so Nees. Aber beispielsweise Kameraüberwachung sei nicht erlaubt. „Was mir aufgefallen ist: die Attacken waren jetzt drei, vier Mal am 12. Juni“, rätselt Daniela Stadie. Ob das was zu bedeuten hat?

Bäume werden wieder nachgepflanzt

„Auf jeden Fall werden wir im Gemeinderat nochmal beratschlagen, was wir machen. Und der Gemeinderat hat auch gesagt, dass wieder Bäume nachgepflanzt werden. Vielleicht können ja Metallhülsen um die Stämme einen Schutz gegen Attacken bieten“, erklärt Bürgermeisterstellvertreter Willi Nees.

Wunde in der Eggensteiner Hauptstraße

Auch wenn die Lücke wieder geschlossen wird, die Wunde in der Eggensteiner Hauptstraße, sie bleibt. „Das ist ja auch eine optische Sache, der Alleecharakter wird so kaputt gemacht“, schüttelt ein ehemaliger Gemeinderat den Kopf. Natürlich würden neue Bäume gepflanzt. „Aber die sind wieder kleiner als die vorhandenen. Irgendwann passt das nicht mehr zusammen und sie müssen durch größere Exemplare ersetzt werden.“ Und das könne dann richtig ins Geld gehen, so die Befürchtung.

Hinweise, die zur Überführung des Baumfrevlers führen können, nimmt weiterhin der Leiter des Ordnungsamtes Eggenstein-Leopoldshafen, Philipp Jänicke, unter Telefon (0721) 98 86 71 beziehungsweise (0721) 9 78 86 23 oder per E-Mail an p.jaenicke@egg-leo.de entgegen.

 

 

Sägespuren: Wer attackiert so die Bäume?         Archivfoto: pr