Wann wird der erste Spargel gestochen? Petra Meier vom Meierhof in Staffort rechnet damit, dass die Saison Anfang April – allerdings nach Ostern – beginnt. | Foto: Spitz

Hardt-Bauern in Startlöchern

Erst Ostern, dann Spargel

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Spargel zu Ostern? „Wir stehen in den Startlöchern und warten darauf, dass es los geht, aber es wird wohl nichts“, verdeutlicht Petra Meier vom Meierhof in Stutensee-Staffort. „Wir wünschen uns jetzt schöne sonnige Tage und mildere Nächte, dann steht dem nichts mehr im Wege“, fügt sie hinzu und rechnet damit, dass Anfang April – aber eben nach den Osterfeiertagen – erstmals geerntet werden kann. Das A und O sei die Bodentemperatur, erklärt Petra Meier. „Ab zehn, zwölf Grad kommt das Wachstum des königlichen Gemüses in die Gänge.“

In milden Nächten legt der Spargel los

Die ersten Spargelstangen in der Region wurden vergangene Woche bereits bei Oberhausen-Rheinhausen gestochen – auf einem beheizten Acker. Dort setzt Spargelbauer Steffen Großhans auf eine recht aufwendige Anbaumethode mit drei schützenden Folien und einer quasi Fußbodenheizung per Warmwasser in elf Kilometer langen Leitungen.

Nur mit „Heizung“ kann schon geerntet werden

Beim Meierhof wird lediglich eine Schwarz-weiß-Folie über die vor kurzem aufgebauten Dämme gezogen. Die aber auch nicht, um das Wachstum zu pushen, sondern nur „zur Erntesteuerung“, wie Petra Meier sagt. „Das hat dann einige Vorteile. Es muss nur einmal am Tag gestochen werden. Wir müssen nicht gegen Unkraut behandeln. Der Boden ist lockerer, und unsere Erntehelfer können leichter graben.“

Ob es schon zu den Feiertagen mit dem ersten weißen Spargel klappt (der grüne ist sowieso später dran), vermag Markus Leicht vom Erdbeer- und Spargelhof Leicht in Eggenstein nicht zu sagen. „Ostern oder knapp danach, das hängt davon ab, wie stark jetzt die Sonneneinstrahlung ist. Wir haben die Dämme mit Dreifachfolie abgedeckt. Mit dieser sogenannten Folienverfrühung können wir eventuell eine kleine Menge schaffen.“

In dunklen Frühjahren nutzt Folie nicht viel

Ab zwölf Grad im Boden beginnt die Wurzel auszutreiben. „14, 15 Grad sind noch besser“, verdeutlicht auch Markus Leicht. Dabei sei es völlig egal, wie der Boden warm werde, ob mit Fußbodenheizung oder Sonne (Folie). Allerdings: „In wolkenreichen, dunklen Frühjahren nutzt die Folie nicht so viel. Dann ist der Folienanbau benachteiligt, weil der beheizte Spargel früher auf den Markt gebracht werden kann.“

Spargel vom folienlosen Acker ab Mitte April

Marco Mösch, der sich mit seinem Betrieb in Graben-Neudorf auf den Anbau von Saisongemüse spezialisiert hat, verzichtet auf jegliche Hilfsmittel. Keine Heizung, keine Mini-Tunnel, keine Abdeckungen: „Gar nichts“, sagt er. Bis die ersten Spargelköpfe aus den folienlosen Dämmen blinzeln, dauert es am längsten. „Manchmal haben wir schon vor dem 10. April geerntet, mal erst nach dem 20. April“, verdeutlicht Mösch. Und dieses Jahr? „Nach der Langzeitwetterprognose rechne ich mit dem ersten Spargel zwischen 15. und 20. April, das ist im Rahmen“, sagt er.

Fans des königlichen Gemüses müssen sich noch gedulden

Ohne Hilfsmittel arbeitet auch der Spargelhof von Uwe Kammerer in Graben-Neudorf. „Nein“, sagt er, „das schaffen wir nicht bis Ostern. Wenn es bis 10. April klappen würde, wäre das ideal.“ Überhaupt sei er gar nicht so scharf darauf, dass es noch im März los geht. Den nach acht, neun Wochen lasse der Ertrag nach, und „dann wären wir früher fertig. Eine kurze, prägnante Saison ist für uns das Beste“, meint Kammerer.