Nicola Bodner vs. Rene Rose - das Duell bei der Bürgermeisterwahl Pfinztal. | Foto: Müller

Leere Stühle und wenig Fragen

Pfinztaler Bürgermeisterkandidaten absolvieren in Berghausen erste Vorstellungsrunde

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Dicke Bretter „wollen“ und „müssen“ sie nach eigenem Bekunden beide bohren. Das freilich getrennt. Denn am Ende kann nur einer, eine Bürgermeister/in in Pfinztal werden. Um den Posten an der Rathausspitze kämpfen zwei Bewerber: die 40-jährige Amtsinhaberin Nicola Bodner, Mutter von zwei Kindern, und der 42-jährige Herausforderer René Rose, Vater von zwei Kindern. In Pfinztal gab es nun am Montag Abend die erste von vier Vorstellungsrunden.

Von unserem Mitarbeiter Klaus Müller

Rund 100 von 500 Stühlen in der Pfinztalhalle blieben leer. Ebenso nutzten die Besucher nicht die vorgegebene eine Stunde, in der Fragen an die beiden gestellt werden konnten. Zum Anfang der von Bernhard Stobizter moderierten Vorstellungsrunde hatten die Kandidaten jeweils zehn Minuten Zeit, sich und ihr kommunalpolitisches Credo dem Wahlvolk vorzustellen.

Und darin unterschieden sich die Bewerber recht wesentlich. Bodner nutzte die Gunst der Stunde, auf Erreichtes und auf noch zu Erreichendes einzugehen. Rund 500 Einzelmaßnahmen, die meisten zum Wohle von Pfinztal, seien in ihrer Amtszeit auf den Weg gebracht worden. In diesem Zusammenhang nannte sie kommunalpolitische Aufgaben wie Kinderbetreuung, Schulen, Senioren. Die Amtsinhaberin hob dabei immer wieder ihren „Arbeitsstil“ hervor, geprägt von „Wertschätzung, (parteipolitische) Unabhängigkeit und Verlässlichkeit“.

Ökologie, Digitalisierung

Als „parteilos und unabhängig“ bezeichnete sich ebenfalls Rose. Mit Blick auf Details, auf Visionen blieb er in seiner Vorstellung jedoch einiges schuldig. Umso ausgiebiger fielen seine Begrüßungs- und Dankesworte aus, die mehr als die Hälfte seiner zehnminütigen Redezeit ausmachten. Am Ende seiner Vorstellung sprach er sich für ein „ökologisches und nachhaltiges Pfinztal“ sowie für Digitalisierung aus, um dadurch auch über „Abfragen“ Stimmungsbilder von der Bevölkerung zu erfahren.

Unerträgliche Verkehrssituation

Dass es in der Fragerunde um die, so die Auffassung vieler Pfinztaler, „unerträgliche Verkehrssituation“ in Berghausen ging, überraschte kaum. Und spätestens bei diesem Thema sprachen die Kandidaten einhellig von „dicken Brettern“, die gebohrt werden müssten.

Abgesehen von der B 293 Umfahrung, deren Umsetzung noch dauern wird, hatten beiden keine wesentlichen und neuen Lösungsansätze in Sachen Pfinztaler Verkehrschaos parat. Bodner will immer wieder bei den übergeordneten (und zuständigen) Behörden vorsprechen, Rose will sich für eine Verbesserung des nicht gerade optimalen ÖPNV starkmachen.

Thema Schulden

Und was wollen sie gegen den Schuldenstand tun?, so eine weitere Frage. Den Haushalt zu konsolidieren, sei ein Mammutaufgabe, meinte Rose. Er setzt dabei auch auf Beteiligungsgesellschaften im Bereich der Fotovoltaik („Solardächer“). Bodner brach eine Lanze für die Schulden: Sie stehe dazu, zumal die Gemeinde dafür Gegenwerte geschaffen habe.

Termin
Die nächste Vorstellungsrunde ist Dienstag, 22. Oktober, ab 19 Uhr in der Kleinsteinbacher Hagwaldhalle.